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I.

Full text: Kroll / Raeder, Alwill (Public Domain)

254 — 
Arthur Napoleon.“) 
Januar 1856. 
Im Januar 1855 trat der jugendliche Pianist 
Arthur Napoleon zum ersten Male im Lönisssaale 
auf und wiederholte seine Konzerte noch zweimal. Die 
„N. M.F.“ vom 7. Februar 1855 läßt sich, wie folgt, 
vernehmen: 
„Was vorher von dem J10!, jährigen UNnaben aus— 
wärtige Blätter berichtet, findet seine vollständige Bestäti— 
zung. Unmsöglich möchte es sein, den Eindruck zu schildern, 
den die Erscheinung und das Spiel bei jedem Hörer her— 
vorbringt. Hier ist nichts Angelerntes, nichts Abgerichtetes, 
sondern das göttliche Genie verkörpert in einem Kinde. 
Sehen wir gänzlich von der bedeutenden technischen Fertig⸗ 
keit ab und staunen die geistige Auffassung des kleinen 
Lünstlers bei seinen Vorträgen an, verfolgen wir den 
Ausdruck seiner Züge, auf welchen sich das innere Gemüts— 
leben abspiegelt, und wir gelangen dann zur Überzeugung, 
daß das Vorgetragene auch innerlich empfunden wird. 
An keiner Stelle tritt das deutlicher und bewunderungs⸗ 
würdiger hervor, als in dem Vortrag der Cis-moll-Sonate 
von Beethoven, die wir von dem kleinen Virtuosen in 
einer unglaublichen Vollendung gehört. Wir wissen ihn 
nur mit zwei Erscheinungen auf dem Gebiete der Kunst 
in neuerer Zeit zu vergleichen, und es ist dies die Jugend 
Mendelssohn's und das erste Erscheinen der Therese 
Milanollo. Wir schließen nun mit dem Wunsche, daß 
die schwachen physischen Kräfte des liebenswürdigen 
Arthur Napoleon, geb. 1846 in Lissabon, stammt von 
deutschen Eltern. Er wandte sich, nachdem er herangereift, nach Paris 
und nahm dann seinen Aufenthalt in Amerika, um später wieder 
nach der Heimat zurückzukehren.
	        
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