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III. Aeussere und innere Entwicklung der Humboldt-Akademie

Full text: Wissenschaftlicher Centralverein Humboldt-Akademie / Hirsch, Max (Public Domain)

5. Die Docentenschaft, 
Als die hauntsächlichen Faktoren der Lehrthätigkeit haben wir 
die Docenter 7-- "Tpmboldt-Akademie eigentlich schon in den vorigen 
Abschnitte“ - der sachlichen Seite direkt oder indirekt behan- 
delt. Wir haben diese verdienstvollen Träger unseres Vortrags- und 
Unterrichtswesens hingebend an der Arbeit gesehen und die mannig- 
faltigen, wachsenden Früchte ihres Wirkens eingehend gemustert. Es 
erübrigt also nur noch 4=- PjlA nach der persönlichen S-ita hin zu er- 
gänzen. 
Wie bereits aus dem ersten Kapitel hervorgeht, war es nicht, wie in 
England un? 7 "-mervike, die. Universität, die unsere Volkshochschule 
gleichsam als ihren Ausfluss, ihre Ausdehnung auf die breiteren Schichten 
der Einwohnerschaft, ins Leben gerufen h°* sondern es war eine Ver- 
einigung von Bildungsfreunden aller Klassen, worunter nur wenige der 
Universität angehörten; die Mehrzahl der Professoren verhielt sich dem 
Plane gegenüber kühl oder gar feindselig. Bereits aus diesem Grunde 
konnte die Lehrthätigkeit an der Humboldt-Akademie nicht auf Universi- 
tätsdocenten beschränkt werden, aber auch olıne solches äussere Hinderniss 
hätte der ganze frei-bürgerliche Charakter unsere? Fi angsunternehmens 
solcher zünftizen Abschliessung entgegengestanden. Schon in dem ‚Plane‘ 
von 1878 war ausdrücklich auf die grosse Zahl origineller und bedeuten- 
der Kräfte der Forschung und Lehre hingewiesen, welche, von der Be- 
thätigung an unseren Universitäten ausgeschlossen, gerade an einer freien 
Lehranstalt ihre Geistesgaben für Andere und damit für sich selbst be- 
thätigen könnten. 
Im Einklang hiermit bestimmt-n die erst:n ‘and hestimmt 
im Wesentlichen unverändert das "7707 uass Bewerber 
um die Docentenschaft ihre wissensch“ 1} rısche Befähigung, 
insofern solche nicht für das Kur®*>” * „feststeht, durch 
staatliche Prüfungen und Zeugnisse, anüz; .. a eingereichte Arbeiten 
und Probevorträge nachzuweisen haben. Al“ eine weitere Bürgschaft 
ward die Begutachtung der Bewerbungen durch Vertreter des Docenten- 
körpers, welche thatsächlich von jeher stattgefunden hatte, auch formell 
vorgeschrieben und durch ein erschwerendes Veto verstärkt. Dieses 
kollegiale, durch äussere Bedingungen und Formalitäten unubeengte Wahl- 
verfahren hat sich — abgesehen von vereinzelten Missgriffen, die aber 
auch an Universitäten vorkommen sollen — in achtzehnjähriger Erfahrung 
bewährt. Der Akademie ist eine grosse und stetig wachsende Zahl 
tüchtiger, zum Theil hervorragender Lehrkräfte auf fast allen Wissens- 
gebieten gewonnen worden, denen eine dauernd befriedigte und in Folge 
dessen vielfach zunehmende Hörerschaar, oft auch die ehrende Be- 
rufung als Vortragende an hochangesehene Vereine und Anstalten 
das beste Befähigungszeugniss ausstellen. Mit Genugthuung kann kon- 
statirt werden, dass die Bezeichnung „Docent der Humboldt-Akademie‘‘, 
welche auch sehon auf dem Titer bedeutender Bücher und wissen- 
.
	        
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