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Aus der Militärischen Umgebung des Kaisers

Full text: Aus der militärischen Gesellschaft Berlins / Robolsky, Hermann (Public Domain)

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dieser Mächte aufzustellen; hierzu ist Rußland umso 
mehr gezwungen, als es von der Pforte beim letzten 
Friedensschluß die Abtretung beträchtlicher Gebiets— 
teile und stärker befestiger Plätze mit muhammeda— 
nischer Bevölkerung erlangt hat. 
Bei dieser Lage der Dinge erscheint die Auf— 
fassung eines Generals, daß der nächste Krieg die 
Dauer und den Charakter des dreißigjährigen 
Kriege, annehmen werde, kaum haltbar. Das— 
selbe aber gilt von einer anderen Generals— 
äußerung, daß der nächste Krieg den Kriegen der 
Völkerwanderung gleichen werde. Nicht darauf, 
lange Kriege zu führen, sondern sie in kurzen, mög— 
lichst wuchtigen Schlägen rasch zu entscheiden, zielt 
die heutige Strategie aller Staaten ab. Den Wider— 
stand mit neu aufgestellten Truppen der zweiten 
Linie fortsetzen zu wollen, nachdem die erste Linie 
geschlagen ist, erweist sich, wie der Versuch Frank— 
reichs im Jahre 1870,71 dargethan hat, als unaus— 
führbar, wenn nicht begründete Aussichten auf be— 
waffnete Intervention einer fremden Macht vor— 
handen sind. Mit dieser Eventualität aber wäre 
bei einem Dreibundskriege gegen Frankreich und 
Rußland nicht zu rechnen. 
Von anderer Seite ist die Forderung erhoben, 
Deutschland müsse stark genug für eine Offensive 
gegen Frankreich sein, auch für den Fall eines 
Doppelkrieges. Man hat dabei die Schwierigkeiten 
einer Offensive gegen Frankreich im Hinweis auf 
dessen ausgedehntes Befestigungssystem, die Sperr—
	        
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