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Die politischen Militärs

Full text: Aus der militärischen Gesellschaft Berlins / Robolsky, Hermann (Public Domain)

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Durch die mitgeteiste Erklärung des Majors 
Scheibert in der „Kreuz-Ztg.“ nahm die Angelegen— 
heit des Grafen Waldersee eine neue für ihn keines— 
wegs günstige Wendung in der öffentlichen Meinung. 
War auch nicht wörtlich bestätigt, daß ein förm— 
liches Preßbureau des früheren Generalstabschefs 
bestanden habe, und konnte er auch nicht persönlich 
als der Urheber der Artikel angesprochen werden, 
welche zu den Gerüchten über „Kriegstreibereien“, 
über „militärische Nebenströmungen“ Anlaß gaben, 
so war doch die Thatsache festgestellt, daß ihn die 
Verantwortung für die kriegslustigen Auslassungen 
besonders der „Kreuz Ztg.“, welche die amtliche 
Politik der Reichsregierung störten, unweigerlich 
traf. Die Gerechtigkeit erfordert das Eingeständnis, 
daß unter diesen Umständen die noch unvergessenen 
Ausführungen der „Hamb. Nachr.“ und der Claufe— 
witz-Artikel der „Nordd. Allg. Ztg.“ einer gewissen 
Berechtigung nicht entbehrten; jetzt bekannte Major 
Scheibert, der Verfasser der militärischen Artikel 
der „Kreuz-Ztg.“, welche häufig gegen die Regierung 
ankämpften und im Auslande Zweifel an der 
Friedensliebe Deutschlands erregen konnten, diese 
Artikel vorher der maßgebenden militärischen Stelle 
vorgelegt . haben, um sich das „non nocet“ zu 
erbitten. Er sagte ausdrücklich, daß letzteres, das 
Zeugnis, daß die Artikel nichts schadeten, nicht nur 
ihm erteilt wurde. Es haben also solche Beziehungen, 
wie Major Scheibert, noch andere Personen zum 
Generalstab gehabt. Die Verantwortlichkeit für
	        
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