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Soldat und Diplomat

Full text: Aus der militärischen Gesellschaft Berlins / Robolsky, Hermann (Public Domain)

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reich durch eine entschlossene Haltung abzuschrecken, 
aber eben jetzt wurden die englischen Ratschläge 
äußerst behutsam, und der Botschafter in Paris 
versicherte, während er einige unfreundliche Worte 
überbrachte, daß die englische Regierung unter allen 
Umständen die freundschaftlichen Beziehungen in 
ungeschwächtem Grade zu erhalten wünsche. Das 
war eine schlechte Art, die Kriegsberauschten von 
ihrem 75mel zurückzurufen. In den Aktenstücken 
des engl!eschen Blau“uchs finden wir nur einen 
zweckmäßigen Ause« 28 war der Vorschlag des 
russischen Betsche Nondon, daß die Groß— 
mächte an errlärten: es sei mit dem 
Rücktritt des Prinzen von Hohenzollern seinen 
billigen Ansprüchen Genüge geschehen. Aber dieser 
einzige Lichtblick verschwindet ball hinter dem man— 
gelnden Willen der englischen Regierung. Hätten 
auch nur Rußland und England über diese gemein— 
same Erklärung nach Paris sich geeinigt, so war 
noch eine vernünftige Aussicht vorhanden, daß 
Frankreich vor der Größe der Gefahr seine Unbe— 
sonnenheit noch einmal sich überlegen werde. Er—⸗ 
hoben sich gar diese beiden Mächte, oder nur Eng— 
land allein, zu dem bestimmten Entschluß, den 
ursachlosen Friedensbruch nicht zu dulden, so war 
die Kriegsgefahr abgewendet. Aber die englische 
Regierung war von einem solchen Entschluß weit 
entfernt; nicht einmal der von dem russischen Bot— 
schafter vorgeschlagene Versuch behagte ihr, weil er 
zu ernsten Verpflichtungen führen konnte, und die
	        
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