Path:
Soldat und Diplomat

Full text: Aus der militärischen Gesellschaft Berlins / Robolsky, Hermann (Public Domain)

—136 
auffinden läßt. Um sie ihrem vollen Werte nach 
zu würdigen, wird man wohlthun, in Erwägung 
zu ziehen, was umgekehrt Preußens Geschick ge— 
wesen sein würde, wenn das Glück der Schlachteu 
sich gegen diesen Staat entschieden hätte. Es war 
schon vor der Eröffnung der böhmischen Kampagne 
ein öffentlichck Gomnis, daß für diesen Fall die 
Losreißung von Anz CSchlesien und seine Wieder— 
vereinigung mit terreich in Aussicht genommen 
worden. Man kann hier Bewunderung einer Politik 
(der preußischen) nicht versagen welche aus einer 
solchen Thatsache gleichwohl tcnotiv zur Rancune 
wider den überwundenen Nachbar genommen und 
überhaupt aus ihrem Calcul und ihren Entschließungen 
Gereiztheit und Leidenschaft durchaus fern gehalten 
hat. Ja, wir dürfen behaupten, daß schon in der 
Anlage, welche diesseits dem 1866er Kriege gegeben 
worden war, das Bestreben Ausdruck fand, denselben 
zu einer, wenn auch nachdrücklichen, so doch nur 
kurzen bewaffneten Auseinandersetzung mit ster— 
reich zu machen, zu einer politischen Episode sozu— 
sagen, ohne langdauernde Nachwirkungen, und durch 
welche namentlich dem späteren einigen und innigen 
Zusammengehen beider Mächte kein Eintrag geschehe. 
Das war der große Unterschied zwischen dem 
österreichischen und dem französischen Kriege: dort, 
sterreich gegenüber, sah unser leitender Staatsmann 
einen Bruderbund der beiden feindlichen Nationen 
aus dem heißen Schlachtfeld hervorgehen und eine 
solche Frucht war das reichlich vergossene Blut
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.