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Aus den Minister-Hotels

Full text: Das vornehme Berlin / Robolsky, Hermann (Public Domain)

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zu ergründen, ob der Kanzler wirklich kommt oder daheim in 
Friedrichsruh bleibt. 
Die Parlaments-Soireen und Matinés im Auswärtigen 
Amt sind oft beschrieben worden. Wir »alten uns dabei nicht 
auf. Etwas Neues ist im Monat März IJ. geschehen. Am 
26. März fand beim Fürsten ein parlamentarisches Diner statt, 
woran die folgenden Herren Theil nahmen: Präsident v. Levetzow, 
Präsident des Reichstags, die Vicepräsidenten Dr. Buhl, v. Un— 
ruh-Bomst, die Reichstagsmitglieder Bürklin, Frhr. v. Buol— 
Berenberg, v. Kulmiz, Meyer, Wichmann, Kochann, Ackermann. 
Graf v. Douglas, v. Helldorff, Frhr. v. Bodenhausen, Hart— 
mann, Klemm, v. Kardorff, Graf v. Behrenhoff, Müller, Fürst 
zu Carolath-Beuthen, v. Rheinbaben, v. Bennigsen, Miquel, 
v. Marquardsen, v. Cuny, Wörmann, v. Fischer, Petri, Frhr. 
von und zu Frankenstein, v. Kosciol-Kosciolski, Prof. Delbrück, 
v. Dalwigk, Frhr. v. Hornstein, Prinz zu Solms-Braunfels, 
Schulz-Lupitz, Geibel, v. Dietze, Oechelhäuser, v. Huene, Geh. 
Ob.-Regierungsrath v. Rottenburg und Legationsrath v. Schwartz⸗ 
koppen. 
Soweit wäre das parlamentarische Diner eines unter vielen 
gewesen. Aber es erhielt noch eine ganz besondere Auszeichnung 
dadurch, daß auch der Kaiser daran theilnahm. Am Montag 
war der Kaiser mit dem Fürsten Bismarck zusammengetroffen, 
hatte von dem parlamentarischen Diner gehört und so großes 
Interesse dafür an den Tag gelegt, daß der Fürst sich erlauben 
konnte, dem Kaiser eine Einladung anzubieten, die gern ange— 
nommen wurde. 
Nach 5 Uhr erschien der Kaiser (in Marineuniform mit 
der Schärpe) in dem Palais des Reichskanzlers, sichtlich in bester 
Stimmung, die sich in freundlichen Ansprachen an jeden Ein— 
zelnen der Anwesenden kundgab. „Bismarck“, redete der Kaiser
	        
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