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Der kaiserliche Hof

Full text: Das vornehme Berlin / Robolsky, Hermann (Public Domain)

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militärischen Begleiter zum Chef seines Haushaltes zu haben, 
und diesem Wunsche entsprach der verstorbene Kaiser Wilhelm. 
Das organisierende Talent des neuen Hofmarschalls ließ diesen 
gar bald als den auch für diese Stelle geeigneten Mann er— 
kennen. Der prinzliche Hof war ein Muster von innerer 
Ordnung und Korreklheit in äußerem fürstlichen Wesen. Wer 
mit verhältnißmäßig bescheidenen finanziellen Mitteln so trefflich 
hauszuhalten wußte, wie der Hofmarschall des Prinzen Wilhelm, 
dem werden um so weniger größere Verhältnisse schwierig er— 
scheinen, wie die oberste Verwaltung des Haushalts des deutschen 
Kaisers. Und dabei ist nicht zu unterschätzeu, daß der bisherige 
erste Hofmarschall des Kaisers nicht nur ein Mann von großer 
universeller Bildung, von feinem, krit sch angelegtem Geiste ist, 
sondern auch, daß er jener ersten Bedingung eines obersten Chefs 
des kaiserlichen Haushalts genügt, Dingen und Menschen, die an 
allerhöchster Stelle zusammentreffen, in Beurteilung, Haltung und 
Behandlung ihr volles Recht zu geben. 
Geheimer Hofrath Kanzki, einer der bekanntesten Beamten 
des Ober-Hofmarschall-Amtes des Kaisers, ist im Aller von 65 
Jahren auf sein eigenes Ansuchen in den wohlverdienten Ruhe— 
stand geireten. Herr Geheimrath Kanzki hat ein an Ehren und 
Erfolgen reiches Leben hinter sich. Schon im Jahre 1854 
wurde Kanzki, wie versichert wird, auf einstimmigen Vorschlag 
der Stabsoffiziere des Garde-Feld-Artillerie-Regiments, ber 
welchem er stand, nach Aegypten als Instrukteur entsendet und 
kehrte 1857 nach vollendeter Dienstleistung nach Berlin zurück. 
Am 1. Januar 1858 zum Militärkabinet berufen, verblieb 
Kanzki bis zum 1. Januar 1865 in dieser Stellung; auf speziellen 
Befehl des Königs Wilhelms J. trat er zum Hofmarschall-Amt 
über und hat seitdem, also während voller 23 Jahre, selbständig 
die Verwaltung sämmtlicher Oekonomieangelegenheiten geführt.
	        
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