Path:
IV. Die Thätigkeit des Kaisers. Sein Einkommen

Full text: Am Kaiserhofe zu Berlin / Lindenberg, Paul (Public Domain)

56 
ließ und auf verschiedene Details einging, die sein gründ— 
liches Kunstverständnis verrieten. Bei diesen langen 
Unterredungen bemerkte Brugsch von neuem, daß der 
Brundzug des Wesens des Kaisers eine angeborene 
liebenswürdige Heiterkeit ist und daß es seiner soldatischen 
Art entspricht, frei von der Leber weg zu reden, auf 
oratorisches Beiwerk gern verzichtend. 
Wie der Kaiser auch über das Grab hinaus ver⸗ 
dienstvolle Gelehrte zu ehren weiß, geht aus seiner treuen 
Anhänglichkeit an den verstorbenen Professor Dr. Werder 
hervor, für dessen Grabhügel er ein würdiges Denkmal 
anfertigen ließ in Gestalt eines hohen Obelisken aus 
Sandstein mit dem Bildnis des Verewigten in Medaillon⸗ 
Format und einer Inschrift, letztere nur aus den kurzen, 
aber desto rühmenderen Worten bestehend: „Amico 
Impeérator!“ 
Ehe wir im Nachstehendem kurz von dem Einkommen 
des Kaisers sprechen, bemerken wir, daß der Monarch 
als Kaiser von Deutschland für seine Person keinerlei 
materielle Entschädigungen erhält, sondern nur als König 
von Preußen; selbst für repräsentative Ausgaben giebt 
das Reich nicht einen Pfennig, während für diese Zwecke 
dem Reichskanzler 18000 und dem Unterstaatssekretär 
des Auswärtigen Amtes 14000 M. jährlich ausgezahlt 
werden. Als König von Preußen bezieht der Monarch 
vom Staate eine durch Gesetz vom 7. Januar 1820 fest⸗
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.