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X. Die Hofgesellschaft und die nähere Umgebung des Kaisers

Full text: Am Kaiserhofe zu Berlin / Lindenberg, Paul (Public Domain)

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sicht die kühn gebogene Nase weit hervorragend, das 
ganze Wesen frisch und hustig hat Saltzmann nicht 
das geringste vom „Hofmann en ich dabei zeichnet er 
sich durch eine ganz merkwürdige Bescheidenheit und durch 
eine so wohlthuende echte HLiebenswürdigkeit aus, daß 
er sich im Fluge die Zuneigung aller, die mit ihm in 
Berührung kommen, gewinnt und in der gesamten 
Berliner Künstlerschaft wohl nicht einen einzigen Feind 
besitzt, was für den, der die Verhältnisse kennt, viel be— 
deuten will! Saltzmann, der gegenwärtig im sechsund— 
vierzigsten Jahre steht. mußte *hwer durchringen; 
als Kind armer Eltern sah er u Möglichkeit vor 
Augen, seinen sehnsüchtigen Liebs? —sch, Maler zu 
werden, erfüllt zu sehen, und stat. die Akademie ein— 
zuziehen, wanderte er zu einem Goldschmied in die Lehre. 
Fünf Jahre hielt er es in diesem Berufe aus, dann 
brach sich ungestüm sein Talent Bahn, ein nicht zu be— 
wältigender Drang zwang ihn, sich der Kunst, die er 
in seinen Mußestunden schon immer eifrig gepflegt, ganz 
zu widmen. Professor Hermann Eschke, der treffliche 
Marinemaler, nahm sich warm des aller baren Mittel 
zum Studium entblößten Kunstjüngers an, und nachdem 
Saltzmann drei Jahre in dem Eschke'schen Atelier ge— 
arbeitet, ging er 1872 nach Dö'sseldorf, um durch eigene 
Kraft weiterzukommen. Ach, es fehlte nicht an trüben 
Stunden, die dem sonst so hoffnungsfreudigen Künstler 
die Zukunft in wenig rosigem Lichte erscheinen ließen, aber 
sein goldiger Humor und gute treue Freunde halfen ihm
	        
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