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IX. Bei Hofe zu Gast

Full text: Am Kaiserhofe zu Berlin / Lindenberg, Paul (Public Domain)

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den Lakaien Platz machend, welche aus kristallenen Karaffen 
den Rotwein einschenken oder auf zierlichen Tabletts 
die grünen Römer kredenzen; die Unterhaltung trotz der 
von der Gallerie herck' allenden rauschenden Musikweisen 
hin und her oft ane dinüber und herüber; und nun 
vor allem die PcatalieAten, in ihrer Zusammensetzung 
die glorreiche alter bLie verbe:skunegvolle neue Zeit 
verkörpernd: hier dct 1at wit sciner Gemahlin 
und mit seiner ander Leab learndernd, oder mit 
seinen Vis-a-vis heiter ãAocn selnd, zuweilen 
auch diesem oder jenew Gch t“ der sich sofort 
erhebt und dankend verbengt, der Vrinzen und 
Prinzessinnen des königlichen Hauses, die **en Würden⸗ 
träger und Generale, von denen viel- jr- Ernennung 
dem jetzigen Herrscher verdanken, währcad andere noch 
aus dem vertrauten Kreise des glorreichen Heldenkaisers 
stammen; aus dem Ganzen bald das steife Hofzeremoniell 
verschwindend und dann von einer gewinnenden, harmo— 
nischen Stimmung erfüllt — ja, das wäre eine Aufgabe. 
wert eines ersten Meisters! 
Vor dem latze eines jeden Gastes liegt stets ein 
prächtiger Blumenstrauß und neben den Weingläsern die 
Tischkarte; von einem goldenen Streifen eingefaßt, zeigt 
sie auf weißem Grunde — wenn besondere Gelegenheiten 
nicht andere Ausschmückungen erfordern — oben das 
zierlich ausgeführte, von Genien umschwebte Kaiserliche 
Allianzwappen, darunter in deutscher lithographierter 
Schrift das Datum, sowie die Angabe: „Königliche
	        
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