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Der Witz des Berliners und der Humor des Dresdners, Münchners und Wieners

Full text: Naturgeschichte des Berliners / Kohut, Adolph (Public Domain)

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Reiten auf dem Ziegenbock, 
Ueber Stein und Stock; 
Lustig Blut, Schneiderblut, 
Schönes Schnie-, Schna-, Schneiderblut. 
Es kann keinen größeren Gegensatz geben als den— 
jenigen zwischen dem Witz des Berliners und dem Humor 
des Dresdners. 
Der Dresdner ist der höflichste, artigste und schmiegsamste 
Mensch von der Welt. Immer bestrebt, seinem Nebenmenschen 
nur Angenehmes zu sagen, bescheiden in seinem Auftreten, rück— 
sichtsvoll in seinem Reden und Handeln, hat auch sein Humor 
etwas durchaus Gutmüthigsess — Gemüthliches. Man 
liebt es, in gewissen Kreisen Berlius sich über die Dresdner 
„Gemüthlichkeit“ lustig zu machen, aber sehr mit Unrecht. 
Die feinen Umgangsformen und die angenehme Lebensart 
in Elbflorenz üben nicht umsonst auf die Fremden eine solche 
Anziehungskraft aus. Seit Jahrhunderten ist Dresden der 
Lieblingsaufenthalt der Oesterreicher, Engländer, Franzosen, 
Amerikaner und Russen, welche aus diesem oder jenem Grunde 
ihr Vaterland oder ihre Heimath verlassen. Die Zuvor— 
kommenheit in allen Berufsklassen berührt außerordentlich 
wohlthuend; die Behörden gehen durchweg von dem Grund— 
satze aus: „noblesse oblige“; speciell sind alle Organe der 
Polizei bestrebt, die Juteressen der Bürgerschaft taktvoll wahr— 
zunehmen und selbst in den Fällen, wo sie energisch auftreten 
müssen, mit möglichster Rücksicht und Schonung zu verfahren.
	        
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