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Der alte Berliner Eckensteher

Full text : Berlin wie es lacht und lachte / Reich, Adolph (Public Domain)

»der Achtpfünder“*) zu erobern. Doch der Verein für die Ge—
schichte Berline duege rrch seine historischen Quellen leicht
feststellen, daß ae lbarer Nähe jenes Ortes eine
dümmelquelle dand.
Der Verfasser dieser ülzze trat einstmals als blutjunger
Mensch in die „goldene Kugel“, um stante pode einen „Zimmt⸗
Liqueur“ zu schlürfen; und unvergedlich bleiben mir die satirisch
lachenden Blick. mit welchen die anwesenden Sonnenbrüder
meine winzige Person und mein winziges Gläschen Zimmet—
halsams kritisirten.
Du, Leide“, wandte sick der Eine an einen kupfernasigen
ameraden ,„ det wäre? uk vor Dir!“
„Brrrr!“ 8* er Angeredete, als wäre ihm
zugemuthet worb CEncyu“ki za saufen.
„Die klearne glefsirte mich ein Tritter „hat vielleicht
n' kranken 4 Mocten schenken Sie ihm doch uf
meine Rechren ne Sasse Kamillenthee“.
„Das ist hübsch von Ihm“ wandte ich mich an den
Spötter „daß Er mir von seinem Lieblingsgetränke anbietet.
denn Er ist immer „im Thee!“
„Jut jejeben!“ jubelte es im Chorus, in welchen der Be⸗
troffene mit hellem Lachen einstimmte.
„Wat giebt et sonsten Neues?“ frug Einer, offenbar um
die Unterhaltung in einen andern Kanal zu leiten.
„Der König von Holland is jestorben.“
„Siehst Du—, ick hab' et immer jesagt, daß der 'mal sterben
wird.“

„Warst Du jestern bei die jroße Parade uf'n Kreuzberg?
„Na ob. Nu paß' mal Acht, wie Rellstab morien in die

* Vier oder acht gute Groschen — 5 resp. 10 Silber—
groschen.
            
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