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Das Spuk-Haus in Berlin im Jahre 1848

Full text: Berlin wie es lacht und lachte / Reich, Adolph (Public Domain)

„Darnach kann jeder Narr fragen!“ lautete die höchst un⸗— 
verblümt grobe Antwort. 
„Aber 5 der Narr oder Bösewicht kann diese Treppe 
ohne meince n passiren.“ 
„Das wene sic, zeigen! 
„Gewiß, heda, die Lampe her!“ 
Doch kaum hatte Albrecht aus der Hand der mit scheuen 
Katzentritten crannahenden Alten die Oelleuchte genommen, als 
der Fremde in freudiger Ueberraschung ausrief: „Sie sind Herr 
Albrecht! 
„Da haben Sie was Rechtes entdeckt.“ 
„Gewiß,“ rief der Fremde, Albrechts Hand derb schüttelnd 
ich kenne sie sehr wohl.“ 
Sic aber sind mir unbekannt;“ erwiederte Albrecht „doch 
auf Ihrem Griichte steht das Visum „ehrlicher Mann“ von des 
lieben Gottes Kanb so deutlich geschrieben, daß es Sünde wäre, 
daran zu zweifcnu 
Der Fremde erröthete in strahlender Freude. 
„Ich stehe hier“ sprach Albrecht lächelnd „als Ritter ganz 
absonderlicher Pflichten; und diese schreiben mir vor, Niemanden 
in dieses Haus eindringen zu lassen. Sie müssen sich also 
Ihres Auftrages hier entledigen, wenn Sie es überhaupt thun 
wollen.“ 
Tagt denn der Club hier unten?“ 
„Ueberzeugen Sie sich;“ entgegnete Albrecht lachend „ergriff 
des Fremden Hand und geleitete denselben in den Hintergrund 
des Flurs. 
„Also das ist der Vorstand des demokratischen Clubs?“ 
rief der Fremde mit schallendem Gelächter beim Anblicke der 
heiden alten Frauen. 
„Wenigstens sein treues Ebenbild;“ erwiederte Albrecht 
wenn's Ihnen also beliebt, so sprechen Sie; was lassen die 
Zeughausstürmer diesen beiden Damen entbieten?“
	        
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