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Das Spuk-Haus in Berlin im Jahre 1848

Full text: Berlin wie es lacht und lachte / Reich, Adolph (Public Domain)

matisch, während er mit Kennerblicken eine von den auf dem 
Teller liegenden Cigarren wöhlte. 
„Hier schwär⸗ ich:“63urnite der ergrimmte gelbbärtige Volks— 
tribun „wenn ich jenen Schandbuben für dieses Attentat auf 
die Majestät der freien Männerwörde it binnen vier 
Wochen gezüchtigt habe, so will ic dafür mit meinem Kopfe 
hüßen!“ 
„Auf die Gefahr dieser lächerlich milder Strafe, dürfte 
die Züchtigung wohl unterbleiben gägetn e, die Cigarre 
anzündend. „Mentt du kein Hrer' dich nach 
dem Zeughausc hiüber unde: Urmenden ent— 
gegen; kannst Dir übrigens er deutete auf 
den hasenseligen Journal⸗;“ Rückendecker mit— 
nehmen.“ 
„Ich kann unmöglich,“ rief der Federfuchs mit lächerlicher 
Aengstlichkeit „ich habe noch einen höchst eiligen Artikel zu 
schreiben; gut, daß ich daran erinnert werde.“ 
Erneuerte Gelächter. 
„Und diese Creaturen“ sprach der Bleiche mit der Denker— 
stirne vor sic) Iir „stellen sich in Parallele mit Brutus, Crom— 
well und Dantern“ 
In diesem Augenblicke ward die Thüre aufgerissen, und 
herein stürzt ein Individunum ui einem raffinirten Gauner— 
gesichte, und prahlerischen Ochancke einer um die Brust ge— 
schlungenen drei Hände breiten scharlachrothen Schärpe. Es war 
dieses der Schurke, welcher später durch sein weltberüchtigtes 
„Bubenstück“ den edelsten aller Volksmänner zu vernichten suchte. 
„Das Volk macht Miene, das Zeughaus zu stürmen;“ rief 
er mit widerlichctn Erinsen. 
„Mienen sind noch keine Thatsachen:“ bemerkte der Wirth 
mit sarkastischem Lächeln. 
In diesem Falle aber die sichern Vorboten von That— 
sachen;“ erwiederte der Träger der rothen Schärpe mit höhni—
	        
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