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Erster Band Von hiesiger Festung, ihren Gouverneuren und Commandanten

Full text: Urkundliche Nachrichten zur Geschichte der Garnison und Garnisongemeinde in Spandau / Schall, Martin (Public Domain)

63 — 
General-Lieutenant Johann Sigismund, Freiherr von 
Schwendi, dem Könige vorgestellt, wie er nach und nach, 
theils in den Thorbuͤchsen, theils von frommen u. gut— 
herzigen Leuten soviel Armengelder gesammelt, auch 
großentheils selber aus seinen Mitteln dazu gegeben, 
daß er nicht nur davon ein Haus nebst einem Garten 
in Spandau in der Jüdenstraße (das daselbst noch jetzt 
befindliche s. Z. dem Kaufmann Kolterjahn gehörige 
Haus. S.), neben dem der Anna Magdalena Neu— 
meisterin, Wittwe Greinertin, zugehörigen Wohnhause 
belegen, zur Wohnung für den Garnisonprediger, 
der für die Gefangenen in der Festungen. in dem Spinn— 
hause bestellt sei, sondern auch eine Meierei vor dem 
neuen Thore, nebst einem Garten, einer Wiese u. einigen 
Stück Aeckern erkauft, solche Meierei verarrendiret und 
dabei die Stiftung gemacht, daß aus denen davon ein— 
kommenden Geldern künftig die armen Soldatenkinder 
aus der Garnison zu Spandomw frei in die Schule ge— 
halten; auch einige davon, die dessen hochbenöthigt, noth— 
dürftig gekleidet werden sollten; u. geboten, daß der 
König sowohl solches Haus und Garten in der Stadt, 
ingleichen die Meierei vor dem neuen Thore nebst dazu 
gehörigen Pertinentien von allen bürgerlichen oneribus, 
als eine gottselige Stiftung, zu ewigen Zeiten befreien; 
auch über den Kaufcontract und Stiftung Confirmation 
ertheilen möchte. Der König confirmirte also wirklich 
nicht nur vorbemeldte Kaufcontracte über ein Haus u. 
Meierei, in und vor Spandow gelegen, sondern auch 
die deshalb gemachte Stiftung, dergestalt, daß erstlich 
das Haus u. Garten in der Stadt desgleichen die Meierei 
vor dem neuen Thore, nebst dazu gehörigen Pertinentien 
an Aeckern, Garten u. Wiesen von nun an u. zu allen 
Zeiten von allen bürgerlichen oneribus, als Wachten, 
Jagdlaufen, Einquartierung u. Servis, oder wie sie sonst 
Namen haben möchten, frei bleiben sollten u. also jedes⸗ 
mal das Haus nebst dazugehörigem Garten von 
nun an u zu allen Zeiten des Garnisonpredi— 
gers bei den Gefangenen in der Festung u. im Spinn— 
hause Wohnung sein u. bleiben, die von der Meierei 
fallende arrende aber zur Erziehung der armen Sol—⸗ 
datenkinder aus Spandow u. zu derselben Unterrichtung
	        
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