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Erster Band Von hiesiger Festung, ihren Gouverneuren und Commandanten

Full text: Urkundliche Nachrichten zur Geschichte der Garnison und Garnisongemeinde in Spandau / Schall, Martin (Public Domain)

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pfangen, ihn, nachdem er mit königlicher Genehmigung 
von den Zuchthausdirektoren zum Prediger desselben 
vociret worden, zu examiniren, ordiniren und introdu— 
ciren, und sollte er admittirt werden, ob er gleich kein 
Attestat von der Universität produciren könne, weil er 
für den Fehler, den er in seinen Studentenjahren ge— 
macht, (er soll eine ebräische Bibel einem Juden versetzt 
haben), damals Strafe erlitten, ihn nachher bereut und 
vom König Vergebung erhalten habe. Den 7. Juni, 
an einem Bußtage, hielt er über die vorgeschriebenen 
Worte 1. Joh. 3, 1— 3. die Probepredigt. Den 8. 
wurde sein Examen vorgenommen und den 11. Juni, 
als Dom. 1. p. Trin., wurde er vom Inspektor Joachim 
Lamprecht auf dem Zuchthause introduciret. Sein 
großer Patron war der Geheime Staatsminister von 
Katsch, der als Direktor vom Zuchthause, nebst dem 
Gouverneur v. Gersdorff sein erster Beförderer war. 
1726 erhielt er die Vocation nach Neuenhagen, Dahle— 
witz und Seeberg unter der Berlinischen Inspektion, 
wohin er nach Ostern desselben Jahres abging; von da 
er auch 1732 nach Absterben M. Johann Krohß auf ein— 
gebrachte Kabinetsordre als Diaconus hierher berufen 
worden und hier 1741; den 9. Jan., 42 Jahr alt, gestorben. 
9. Johann George Körber, von hier gebürtig 
1726-30. Seine Vocation war vom 27. April 1726. 
Der Feldprobst Gedike introducirte ihn Dom. miserie. 
dom. ej. a. 1730 wurde er Prediger zu Oranienburg, 
wo er, als der Prinz von Preußen 1758 dort krank 
war, in der Nacht vom 11. zum 12. Juni, an dem er 
starb, zu ihm gerufen wurde und bei ihm betete. Er 
ist 1770 gestorben. 
10. Ernst Gottlieb Clausius, 1730. Er wurde 
den 12. März 1730 von dem Regimentsprediger Lipe— 
nius am Dom. lætare als Zuchthausprediger introdu— 
cirt, wobei er aber kurze Zeit gestanden, da er im 
Junius 1731 nach Neustadt an der Dosse gekommen, 
wo er den 29. Febr. 1764 starb, im 64. Jahr seines 
Lebens am Schlagfluß, nachdem er noch am Morgen 
seines Todestages gepredigt hatte. 
11. Johann Friedrich Meyer, 1731 -836. Als 
im Sptbr. 1733 das Kröchersche Rgt. von hier nach
	        
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