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Full text: Urkundliche Nachrichten zur Geschichte der Garnison und Garnisongemeinde in Spandau / Schall, Martin (Public Domain)

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geschah nicht. Allein das Gehege fiel nach und nach 
ein und die Wege kamen daruͤber unvermerkt, ohne 
Widerspruch, zu Stande; hauptsächlich lit, als die Bäume 
größer wurden, durch die Dunkelheit die Kirche — dDie 
sämmtlichen Einwohner in der Stadt, den Vorstädten, 
Gewehr-Plahn, Festung und Zuchthaus an Personen 
vom Civilstande, ohne diejenigen, welche unter der Ge— 
richtsbarkeit des Königl. Amles stehen, machten 1781 
folgende Zahl aus: 879 Männer, 987 Frauen, 688 
Söhne, 678 Töchter, 107 Gesellen, 72 Knechte und 
Diener, 221 Mägde; zusammen 3706 Personen. Ins⸗ 
besondere waren hiervon auf der Festung 190 Männer, 
darunter 98 Gefangene, 7 Frauen, 4 Söhne, 7 Töchter, 
2 Knechte 1 Magd; zusammen 211 Personen. Ebenso 
auf, dem Gewehr-Plahn 28 Männer, 42 Frauen, 148 
ADVO Jungen, 
5Mägde, überhaupt 174 Personen. Zum Amt und 
Klostervorwerk vor dem Potsdamerthore gehörten 177 
Personen. Pichelsdorf mit dem dabei gelegenen Werder 
hatte 150 Menschen. 
Den 30. April 1782 starb der 87jährige Haupt— 
mann von der Land-Miliz, Hr. Gustav Ändreas Collin, 
ein geborner Schwede, der sich noch unter Carl XII. in 
Stralsund gedient zu haben rühmte und von 1723 an 
Anfangs als Musquetier, hernach als Unteroffizier bei 
dem nachmaligen Regiment Prinz von Preußen gedient 
hatte. Der hochseelige Prinz konnte ihn gut leiden und 
half ihm zur Stelle eines Lieutenants vom Land⸗Regi⸗ 
ment, wobei er ihm die Aufsicht über fast 200 große 
Sachsen, so ihm nach der Gefangennehmung der säch— 
sischen Armee 1756 zugefallen waren, uͤnd die er nicht 
im Felde wagen wollte, übertrug, bei welcher Gelegen—⸗ 
heit sich Collin mehr als ihm zukam, und fast das An— 
sehen eines hiesigen Commandeurs, während dem sieben— 
jährigen Kriege, anmaßte. Nach geendigtem Kriege 
bekam er durch Fürsprache des Generals Lottum das 
Patent als Hauptmann bei dem Landregiment. Weil 
er um den Prinzen von Preußen während seiner Krank— 
heit und bei seinem Tode 1758 in Oranienburg gewesen, 
so hatte ihm dieser 2000 Thlr. vermacht, wopon ihm 
aber nur die Interessen ausgezahlt wurden. Er behielt
	        
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