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Full text: Urkundliche Nachrichten zur Geschichte der Garnison und Garnisongemeinde in Spandau / Schall, Martin (Public Domain)

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zu halten, welches er auch gern that. Eine Folge 
dieser Durchmärsche war, daß das Vieh⸗Sterben bald 
hernach auf den Dörfern und auch in Staken ausbrach. 
Dies Dorf wurde gesperrt und sollte auch der Kirchen⸗ 
meier nicht kommen, die Prediger zu holen. 
Einige Mal wurde also nicht gepredigt. Endlich 
hießen sie ihn vor die Stadt kommen und gingen bis 
dahin. Bei hiesiger Festung wurden nachmals noch 
mehr Anstalten zur Vertheidigung auf künftige Fälle 
gemacht. Es lag hier oft sehr viel Pulver, daß man 
darüber in Sorgen sein konnie. Außer dem Plan von 
der Spree an bis zur Havel wurden verschiedene Schanzen 
aufgeworfen, wobei der Acker von der Kirchenmeierei 
sehr durchgraben wurde. Der Lieutenant von Collin, 
der mit seinem Corps auch nach Magdeburg marschiert 
und wieder hierher gekommen war, maßte sich auch 
hierbei die Aussicht an. — Bei der Invasion der Russen 
durde die Schlangenbrücke abgebrochen. Diese abzu⸗ 
brechen und hernach wieder herzustellen, kostete 35 Thlr. 
Einmal lagen in einem ledig gemachten Hause 50 
Kriegsgefangene. Zwei solcher ledigen Häuser wurden 
aufgebrochen und Kriegs-Gefangene darin eingelegt. 
Dies geschah auch auf der Hauptwache und unter dem 
Rathhause. Den 10 Dec. 1760 wurde der Major 
von des Prinzen von Preußen Infanterie-Regiment, 
der den 5. ejusd. verstorben, in der Moritzkirche in dem 
unteren Gewölbe hinler der Kanzel für 20 Thlr. be— 
graben. 
Der Lieut. Collin hatte damals in der Nicolai— 
kirche den Stuhl hinter dem Rathsstuhl für 1 Thlr. 
8 Gr. 
Die große Charlottenburger-Brücke wurde gebaut 
für 1699 Thlr. 12 Gr. 3 Pf. 
Den 8. Mai 1762 wurde der halbijährige Junker 
des Lieut. Christian Heinrich Ludwig von Penz, Fried⸗ 
rich Carl Ludewig, der den 3. ejusd. gestorben, in der 
Moritzkirche im untern Gewölbe für 7 Thlr. beigesetzt; 
den 10 Juni der den 9. ejusd. auf der Festung als 
Staatsgefangener verstorbene Hr. Ludwig David Piepke, 
Senator und Oberkirchenvorsteher in Guben, auf dem 
Moritzkirchhofe im neuen Gewolbe für 20 Thlr. beigesetzt.
	        
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