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Full text: Urkundliche Nachrichten zur Geschichte der Garnison und Garnisongemeinde in Spandau / Schall, Martin (Public Domain)

berg'sche Monument in der Nicolaikirche gefunden und 
des Grafen Grabstelle haben öffnen lassen. 
Der Zuchthaus- und Garnisonprediger Ziegler kam 
als Prediger näch Seegefelde. Seine hiesige Stelle er— 
hielt auf Vorschlag der Frau von Marschall in Berlin, 
deren Sohn er informirt hatte, der Candidat aus dem 
Magdeburgischen, Hr. Wagner. Auch der bisherige 
Prorector Heres kam als Prediger nach Kladow. Er 
hatte zu seinem Nachfolger vorgeschlagen den Candidat 
Sprengerts, der die Pagen des Markgraf Karl in Berlin 
informirt hatte, auch nach gehaltener Probelection und 
Predigt die Vokation erhielt und vom Rector Dilschmann 
im August introducirt wurde. 
Das Regiment des Prinzen von Preußen, das hier 
und in Nauen in Garnison siand, war nach Pfingsten 
von der Revue aus Berlin zurückgekommen, bekam aber 
Ordre, wieder dahin zu marschieren, wo es noch viele 
Wochen blieb. An dessen Statt rückte das Regiment 
des Fürsten Moriz von Dessau aus Stargard hier ein. 
Dieser Herr hielt sehr gute Ordnung. Viele Soldaten, 
welche Pommern waren, sangen und beteten fleißig und 
waren auch sonst den hiesigen Einwohnern wegen ihres 
frommen Wandels erbaulich. Nachdem auch dies Re— 
giment ins Feld rücken mußte, wurde keine ordentliche 
Garnison wieder hergelegt, sondern die Bürger mußten 
die Thore und die zwei Garnison-Compagnien die 
Festung besetzen. 
Nur etwa 60, theils verdächtige, theils auch große 
und schöne Leute, hätte der Prinz von Preußen hier 
zurückgelassen, über welche der Garnison-VLieutenant 
Collin das Commando fuͤhrte und sich das Ansehen 
eines Commandanten der Stadt gab, auch sich sonst 
viele Freiheit herausnahm. Weil auch das Regiment 
immer großen Anhang hatte, so wurden jährlich, so 
lange der Krieg dauerte, die Recruten aus dem Canton 
hier zusammengebracht und exercirt. Diesen ganzeu 
Krieg hindurch ist Spandau, wie auch die ganze Gegend 
von hier bis Magdeburg durch das Havelland von 
feindlichen Einfällen befreit geblieben, welches doch alle 
aäbrigen Königl. Länder haben erfahren müssen. In 
den beiden ersten Jahren des Krieges war es mit allem
	        
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