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Erster Band Von den hiesigen Feld- und Regiments-Predigern

Full text: Urkundliche Nachrichten zur Geschichte der Garnison und Garnisongemeinde in Spandau / Schall, Martin (Public Domain)

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* 
Kerl ist kein Schelm, Herr Bürgermeister, das seid Ihr! 
ich halte Euch dafür.“ So war er aus der Stube ge— 
laufen. (Nachher heißt es: der Oberwachtmeister hat 
nur gesagt: der Kerl sei kein Schelm und er halte 
keinen Schelm.) Der Richter hatte angeführt, es staͤnde 
in der Bibel: Die Hurer und Ehebrecher werde Gott 
richten. Darauf hatte Hake geantwortet: „Davon weiß 
ich Nichts und (im Aufstehen) ich will ihn bald heraus— 
bringen. Der Bürgermeister hatte ihm versichert: Er 
würde es schwer verantworten müssen, wenn er es 
wagte. Er aber hatte erwidert: Er wolle es wagen, 
und war damit aus der Stube gelaufen. In der fol— 
genden Nacht war durch einen Baum die Thüre auf— 
gehoben, das Gefängniß erbrochen und der Knecht 
mit Gewalt herausgenommen, auch heimlich nach des 
von Hake Gut Selbelang geschickt worden, wo er sich 
ein viertel Jahr aufgehalten. Nachher war er wohl 
8 Tage wieder hier in der Stadt gewesen, und herum— 
gegangen und hatte sogar im Glückstopf, wobei 
P. Dilschmann gesessen, gespielt. Darauf war er wieder 
auf 14 Tage nach Selbelang, von da auf Commando 
nach Löckeniz bei Stettin gegangen; wieder hierher zurück— 
gekommen, ein viertel Jahr hier geblieben, dann auf 
des Haken Güter geschickt worden. Der Rath haite 
diese Sache bei dem Churfürsten anhängig gemacht. 
Das Kammecrgericht verabschiedete hierauf am 13. Juni, 
daß der Rath Articulos probatoriales übergeben müsse, 
was auch geschah. Indeß verzögerte sich die Sache, 
bis endlich am 16. Juni 1658 der von Hake aus dem 
Kammergericht befehligt wurde, darauf zu antworten 
und dem Hoffiskal Fruͤhstadt aufgetragen, das Zeugen— 
verhör von bürgerlichen und Militair-Zeugen vorzu— 
nehmen, welches auch am 1. Septbr. auf hiesigem Amte 
von erwähntem Paschasius Frühstadt, Churfürstlichem 
Kammergerichts-Advokaten und Hoffiskal, abgehalten 
wurde. Es ist sonderbar, daß man damals nicht wissen 
wollte, wo der Rosenhagen wäre. Einige sagten, daß 
er sich auf des Hake Gülern aufhalte; Ändere, daß er 
eben in der Stadt sei, Gage bekomme und Dienst thue. 
Der Erfolg ist nicht gemeldet. 
Den 8. Novbr. hatte der Oberst-Hauptmann Ernst
	        
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