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Erster Band Von den hiesigen Feld- und Regiments-Predigern

Full text: Urkundliche Nachrichten zur Geschichte der Garnison und Garnisongemeinde in Spandau / Schall, Martin (Public Domain)

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monien, so vor dem in der Hospital- und Stresowschen 
Kirche gebräuchlich gewesen, würden den darauf folgen⸗ 
den Mittwoch, als am 23., da die dritte Predigt und 
zugleich der Anfang aller Mittwochs-Predigten darin 
gehalten werden sollten, in der Moritzzkirche einge— 
führt und beibehalten werden. Der Gemeine wurde 
gedankt für ihren Beitrag, und da noch nicht alles fertig 
sei, damit fortzufahren gebeten. Wer Kirchenstühle kaufen 
wollte, hatte sich künftigen Freitag oder Sonnabend bei 
den verorderten Vorstehern Joachim Müller und Christoph 
Pernizen zu melden. (p. 813.) 
Der Commandant, Oberst von Ribbeck, ließ eine 
Glocke der Moritz-Kirche, 41/, Ctr. an Gewicht, nach 
der Festung zu seiner Uhrglocke bringen, wofür er zwei 
kleine Glocken gab, die aber nur einen Centner neun 
und vierzig Pfund wogen, wodurch die Kirche nach der 
damals gemachten calculation das Pfund zu 7 Gulden 
97 Thlr. 17 gl. Schaden hatte. Am 20. Novbr. rescri— 
birts der Statthalter, Graf Johann zu Wittgenstein und 
Hohenstein, in des Churfürsten Namen an das Con— 
sistorium, daß die Klagen wegen der Kirchenstühle zu— 
förderst beim Magistrat in prima instantia gehört wer— 
den sollten. 
1657. Der Rath hatte dies Jahr viele Unruhen und 
oftmalige Reisen wegen des Ungehorsams der Bürger, 
besonders Valentin Schöppens; auch ein Verhör mit 
dem hiesigen Oberstwachtmeister Thomas von Hake, der 
mit Gewalt einen Knecht aus dem Gefängnisse weg— 
genommen hatte. Es war dies des Schlächters Ambrosius 
Reinecke's Ackerknecht, Hans Rosenhagen, ein Mensch, 
der schon die Haide bestohlen und eingesessen hatte. 
Dieser hatte 8 Tage vor Pfingsten, bei nachtschlafender 
Zeit, nachdem er durch einige Höfe gestiegen, in Andreas 
Bussen's Scheune dessen Magd Katharina Magaretha 
Mückenheims überfallen und genothzüchtigt. Er war 
deshalb am 29. Mai vom Rath ins Gefängniß gesteckt, 
wo ihm an eben dem Tage nachmittags der von Hake, 
der hier das Commando hatte, durch einen Soldaten 
auf einem von einander geklemmten Stock 6 Thlr. zu⸗ 
stecken lassen, um ihn dadurch zu werben und frei zu 
machen.
	        
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