Path:
Fest-Prologe

Full text: Gedenkblätter aus Zehlendorf / Kunzendorf, Paul (Public Domain)

21 
Der Deutsche Kronprinz hat sie entfacht, 
Dem jedes Auge entgegenlacht, 
Dem alle Herzen entgegenziehn 
Im gesegneten Lande des Apennin. 
Und heut — zehn Jahre der flüchtigen Zeit 
Sie gingen hin in die Ewigkeit — 
Heut weilet auf’s Neue, durch Krankheit gebannt, 
Der Deutsche Kronprinz im sonnigen Land. 
Heut denkt man des Tages am Quirinal, 
Und Hoffnungen hegt man und Wünsche zumal, 
Italien und Deutschland, vereint im Gebet, 
Für den Kronprinz Genesung vom Himmel erfleht, 
Den Manen Kaiser Wilhelm’s. 
22, März 1797. 
9, März 1888. 
Deutschlands Trauer hat begonnen. Der Tag, der nach der 
Ordnung aller irdischen Dinge doch einmal kommen musste, er 
ist früher und schneller erschienen, als wir geahnt. Kaiser 
Wilhelm ist todt! Der Monarch, der das Schwert des sieg- 
reichen Kriegers mit der Friedenspalme vertauschte, der auf des 
Thrones Höhe der edelste Herrscher, im Rathe der Völker der 
weiseste Führer gewesen, der Patriarch von Europa — er hat 
sein ruhmreiches, sein wundersames und gottbegnadetes Leben 
beendet. Was wir an ihm verloren, wir wissen es, was wir an 
ihm besessen haben — die Nachwelt wird es verkünden in 
Wort und Lied bis in die fernsten Zeiten, und mit der Ge- 
schichte wird sich die Sage verbinden und des Heldenkaisers 
Gestalt mit dem Glanz der Poesie umgeben. Staunend wird 
die Nachwelt fragen, gab's dieses Leben in der That, ward 
Kaiser Wilhelm wahrlich so von Glück und Ruhm, von Ehre 
und Sieg, von Glanz und Liebe umgeben? Und was die Sage 
für sich in Anspruch zu nehmen wähnt, das wird die Geschichte, 
in deren Riesenbuch die Thaten Kaiser Wilhelms für ewige 
Zeiten mit goldenen Lettern eingetragen sind, den Zweiflern be- 
stätigen. — 
Auf der Höhe seines Ruhmes, in 7 "—üillung seiner 
Friedensmission ist der erste Kaiser, der di _ı Bann gethane 
deutsche Reichskrone wieder getragen, hinübergegangen; der 
Vollgenuss des Glückes, das ihm sonst gestrahlt, ward ihm in
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.