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Die Schulen und Erziehungsanstalten Berlins vor hundert Jahren

Full text: Aus Berlins Vergangenheit / Fischer, Leopold Hermann (Public Domain)

1492 
23 Thalern zahlten. Einen Namen Hatte au die Schule 
von Benedictus in der Brüderfiraße, {päter in der Breiten 
Straße, in welder die Schüler bis zu den mittleren Klafjen 
der Gymnafien vorbereitet wurden. Ueber den Zujtand einiger 
diejer Schulen befindet fih ein Bericht aus dem Jahre 1788 
in den Akten des Geheimen StaatsarchivZ (R. 76. I. No. 515). 
Die Mitglieder des auf SGedikes Anregung Oktober 1787 er: 
richteten Königl. Pädagogiihen Seminars (vergl. meinen Auf 
jaß: Daz Königlide Päbagogijche Seminar in Berlin 1787 
bi8 1887. Beitfhrift für das Gymnafialwejen 1888, Heft 1) 
mußten vierteljährlich eine pädagogifche Abhandlung Kiefern; 
die erften von diejen Arbeiten haben fich bei den Akten des 
Seminar8 vorgefunden und eine von I. C. F. Seger befteht 
in einer „Relation von verjhiedenen Hiefigen Rrivat]hulen.“ 
Wenn der Berichterftatter auch wohl ein junger Mann ift, defjen 
Urteil nicht für entjheidend angefehen werden muß, jo geben 
feine Aufzeichnungen doch eine Borftellung von diejen Schulen. 
Die „Relation“ lautet: „Zuerft befuchte ich in Herrn Schabes- 
Sefelljchaft Herrn Hartungs Schule, welche die zahlreichfte und 
hei weitem die vorzüglihjte von allen andern ihrer Art it, f0- 
wohl in Abjicht des Unterrichts als der Disziplin. In der 
erften Stunde, der wir beiwohnten, wurde durch Erklärung der 
Bajedowjdhen Kupfertafeln Unterricht im Franzöfijhen ertheilt. 
Durch diefe Methode, nad) welcher die Schüler nicht eher etwas 
vor der Grammatik erfahren, al8 bi? fie die Sprache verftehen 
und fprechen Können, wird allerdings die Erlernung einer Sprache 
ungemein erleichtert, indem Die Kinder, denen die trodene Gram- 
mati£, womit fonft gewöhnlich der Unterricht angefangen wird, 
gar zu leicht Überdruß und Efel verurfacht, durch den Anblick 
und die Betrachtung der Gemälde auf eine leichte und ange: 
nehme Weife aufmerkjam erhalten werden, fJowie dies auch ein 
vortrefflihes Mittel ift, den Kindern durch die ErHärung diefer 
Kupfertafeln allerlei nüßliche Kenntniffe beizubringen. In einer 
andern Kafje wurden unterdeß die Kinder mit den gefdhriebenen 
Buchitaben und dem Zufammenfegen oder Buchftabieren Der 
jelben bekannt gemacht, jo daß der Lehrer alle Buchjtaben an
	        
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