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Die Schulen und Erziehungsanstalten Berlins vor hundert Jahren

Full text: Aus Berlins Vergangenheit / Fischer, Leopold Hermann (Public Domain)

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ftände zu verdrängen, und wo man an jenen Thetorifhen Übungen 
und Akten, welche den Fleiß der Schüler ftark in Anfpruch 
nahmen, ohne ihre geiftige Kraft zu entwideln, al3 an einem 
unveräußerlidhen Bejtandteil des qymnafialen Unterricht? fefthielt. 
Außerdem blieben in Preußen die Kriege FriedrichZ nicht ohne 
hemmenden Einfluß auf die Schulen. Der Staatzminifter 
v. MündHhHaufen, ein Vorläufer Zedlig’, hatte deshalb nach 
dem Tode des Rektors am SGymnafium zum grauen Klofter 
Sohanın Jakob Wippel den Präfidenten des Konfijtoriums 
v. Keffenbrinf und den Probit Spalding beauftragt, im 
Verein mit einem Deputirten des Magijtrats — Kriegsrat und 
Bürgermeifter Dietrich wurde dazır erfehen — eine Unterfuchung 
der Berliner Gymnafien vorzunehmen und über die Mittel fich zu 
einigen, durch welche ihr Zuftand verbefjert werden Könnte. Die 
Vorfchläge diefer Kommijfion betrafen im wefjentlidhen die äußere 
Finridhtung der Schulen. So wurde beftimmt, daß die Höhere 
Vehranftalt de3s Stadtteil? Kölln, das Petriner oder Köllnifche 
Symnafium, welches fjeit 1762 Keine Prima befaß, mit dem Ber- 
finifihen zu einer Anftalt verjhmolzen werde, der Rektor des 
Röllnijhen Gymnajiums Damm mit vollem Schalt in den 
Ruheftand trete und der vereinigten Anftalt ein Direktor vor- 
gejeßt werde. In diefes neue Amt wurde Büjching berufen. 
Das Köllnijdhe SGymnafium, welches damals feine Selbftändig- 
feit einbüßte, ift mit Unrecht al da3Z ältefte Gymnafium der 
Hauptftadt und Provinz bezeichnet worden, denn die ältefte 
Nachricht über die Schule der St. Petrikirche, aus der das 
Symnafium hervorgegangen ift, ftammt nicht von 1276, fondern 
von 1476. Die Verhältniffe, unter denen Bljching im Oktober 
1766 fein Amt antrat, jchildert er anjdhHaulich in feiner Lebens: 
gejdhichte (Halle 1789). „Daz Gehalt der Lehrer verfchaffte 
ihnen, auch wenn fie unverheiratet waren, gefchweige denn, wenn 
fie Familien Hatten, nicht einmal die Nothdurft, und daß eS ihnen 
an derfelben fehlte, JahH man an ihrer Kleidung, ihrem Hausgeräth 
und ihrem Büchervorrath. Ihre Wohnungen waren fo {Hlecht, 
daß fie in einer mittelmäßigen Provinzialftadt nicht jcHlechter 
gefunden werden Kfonnten. Das Berlintiche Gymnafıum hatte
	        
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