Path:
Ludwig Tieck und die Berliner Hofbühne

Full text: Aus Berlins Vergangenheit / Fischer, Leopold Hermann (Public Domain)

158 
wohl enticdhließen, e& vor einer auSgejuchten Sejelljhaft auf dem 
Schloßtheater zu Charluttszkra aufführen zu Iaffen.“ 
Schon fech£ Iahre vor%— am 7. Januar 1842, war im 
Opernhaufe dag Zrancrip Eolumbus von Werder aufgeführt 
worden. Die Kufiz wrng SZatte damals vier und eine Halbe 
Stunde gedauert ui ber Derfaffer fich ent}chlofjen, den Stoff 
zu einer Trilogie zu verarbeiten, deren erften Teil (bi8 zur Ent- 
dekung Amerikas) der König nun dargeftellt zu fehen wünfchte. 
Herr von Küjftner fuchte die Nufführung zu hHintertreiben, indem 
er die Notwendigkeit von mehreren neuen Dekorationen und die 
Unzulänglichfeit der noch zu Gebote ftehenden Zeit Hervorhob. 
In mehreren Briefen an den Geheimen Kabinetsrat Illaire zeigte 
num aber Profefjor Werder, daß die vorgeführten Schwierigkeiten 
jehr geringfügiger Art fjeien, und gab nicht undeutlich zu ver: 
ftehen, daß dem General-Zuizubunten der gute Wille fehle, ihn 
zu unterjtüßen; |L fehte er e& mi/% durch, daß am 20. De: 
zember vor den $’MerHöchften Herrfeaften und einer eingeladenen 
Sefelljchaft im EchlpfiScater Chr -nburgs fein Columbus 
aufgeführt wurde. SO. Kriti” fpr.; 4) nur zum Heinen Teil 
zuftimmend au8, von einer Seitc (in ver „ANgemeinen Preußi- 
ichen Zeitung“) erfuhr das Stück einen energijhen Angriff. Da 
trat Tief in eben diefjer Zeitung (2E. Januar 1848) mit einer 
Erflärung hervor, in der er Werders Schaufpiel ein Werk nennt, 
da3 jeden echten Sinn durch feine Frijhe und Wahrheit erfreue, 
weldes nad) unfruchtbarer Dürre manden Jahres den poetijchen 
Sinn, den fühlenden Menfjchen, den Unbefangenen begeiftere ... 
„An das große Zeitalter antiker Kunft erinnert unZ wieder diefe 
großartige Schöpfung, und man darf dieje Morgenröthe eines 
echten DichHtergeiftes mit Freuden und frohlodendem Willfommen 
begrüßen.“ 
Auch mit jeinen Bemühungen für die Aufführung der von 
dem heffijdh-darmftädtijhen Mufikdirektor Mangold komponierten 
Dper „Tannhäufer“, jene? Doppelgängers von Richard Wagnerz 
Werk, ftand Tiek im Gegenjaße zu Küftner. Unter dem 3. De: 
zember 1846 Hatte Mangold in einem Schreiben den König 
gebeten, die Aufführung feiner DYper genehmigen zu wollen.
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.