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Ludwig Tieck am Hofe Friedrich Wilhelms IV.

Full text: Aus Berlins Vergangenheit / Fischer, Leopold Hermann (Public Domain)

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feiner Leitung in Scene gefeßten oder noch zu feßenden Stücke 
zu folgenden Beftimmungen bewogen.“ € folgen dann beinahe 
dem Wortlaut nach die Tiekjhen Wünfdhe. 
Aber durch Körperliche Gebrechlichteit wurde Tier behindert; 
in ber angegebenen Weije auf das Theater einzuwirken ; ec mußte 
fig darauf bejchränkfen, meift im Segenfag zum SGeneral-Inten: 
danten feinen Einfluß für die Anftellung einzelner Schaufpieler 
und Schaufpielerinnen zn verwenden. In welcher Weije und zu 
weffen Sunften dies gejhehen ift, bleibt einer anderweitigen 
Mitteilung vorbehalten. (Vergl. den folgenden YAufjaß.) 
Obwohl Tied fo den Erwartungen, welche der König an 
ihn geftellt Hatte, nicht mehr genügen Konnte, blieb des Königs 
Sefinnung gegen ihn beftändig glei gnädig. Das zeigte fich 
befonder8, al Tiect infolge feiner bedrängten Vermögensverhältz 
nijfje genötigt worden war, feine Koftbare Bibliothek an den 
Buchhändler Afher zu verkaufen, Der König Hatte von dem 
Verkauf erft gehört, al8 er geldhehen war, und war nun bemüht, 
einen Teil der Bibliothek für Tiek zurüczukanfen. 
Nach mannigfachen, zuerft vom Profeffor von Raumer, 
dann vom Bibliothekar des Königs, Dr. Duvinage, geführten 
Verhandlungen überließ der Buchhändler Ajher 27 Bände Come- 
dias de los mejores ingenios de Espagna {owie die in 110 
Bänden enthaltenen 1546 Stücke theätre espagnol für den Preis 
von 1500 Thalern Gold an den König. Dazu kaufte der König 
nod) an os Lusiades de L. da Camoes, Paris 1817, fo daß 
derjenige Teil der Bibliothek, weldher durch Tiedk8 fortwährende 
Bemühungen als einzig in feiner Art dajtand und deffen Ver: 
(uft den greijen Dichter befonder8 gejhmerzt Hatte, demfjelben 
zurüdgegeben werden Fonnte. Dies gefichah am 24. Dezember 
1849, nachdem fchon 8 Tage vorher der König folgendes eigen: 
Händige Schreiben an Tier gefandt Hatte, 
„Potsdam, 17. Dezember 1849. 
Mein theuerfter Tiel, Ich Habe die Zerfplitterung und Ent- 
äußerung Ihrer einzigen Bibliothek mit Entrüftung gegen Andre, 
mit Bewunderung für Sie erfahren — leider! zu {päth erfahren.
	        
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