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Ludwig Tieck am Hofe Friedrich Wilhelms IV.

Full text: Aus Berlins Vergangenheit / Fischer, Leopold Hermann (Public Domain)

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da aber die Schaufpieler, Sänger, wie Mufik-Directoren faft 
Jährlich einen Theil des Sommers abwefend find, und fo, hei 
meiner Abwefjenheit auc; für den Winter meine etwaige Wirk: 
jamfeit für die Bühne ‚hemmt würde: fo erfuche ih Ew. 
Majeftät um die Erlaubniß, mich ganz nad) Berlin iüberfiedeln 
zu dürfen und mein Verhältniß in Dresden aufzulöfen. Ich er- 
iterbe Ew. Königliden Majeftät unterthänigiter Diener X. Tied. 
Rotsdam, den 6. ANuauft 1242.“ 
Ob das für ihn nun ausfalende Dresdener Schalt durch 
die Gnade des König3 erfebt wurde, ijt aus den Akten nicht 
erfichtlich. Gegen Ende desjelben Jahres bewirkte Tier feinen 
Umzug aus Dresden, Hatte dabei aber das Unglück, daß er auf 
der Rückreije aus Dresden von einem Schlaganfall getroffen 
wurde, von dem er fi) nur langjam erholte. Doch KEonnte er 
noch vor Ablauf des Jahres 1842 die Winterwohnung in Berlin, 
Sriedrich|traße 208, beziehen. 
ie jehr den König in jener Zeit alle8 intereffiert Haben 
mag, was fich auf Tieds dichterijhe Thätigkeit bezog, zeigt ein 
vom 16. Oftober 1842 aus Florenz datierter, „Litterarifches“ 
überjchriebener Bericht über eine italienifche Überebung uam 
Tieds Roman „VBittoria Accorombona“. Nachdem hervorgehoben 
worden ift, daß der Druck der erwähnten Überfebung begonnen 
Habe, heißt e3 weiter: 
„Die theologifjchen Bedenken find, Dank fei e8& einer Ent- 
defung zur rechten Zeit, gehoben, und der Cardinal Farnefe, 
den der verzweifelnde Ueberfeßer in einen Principe verwandeln 
wollte, hat jeinen rothen Hut behalten. Der Neberfeßer hat 
nämlich, durch Tiecks Vorrede geleitet, den Galuzzi nadhgefhlagen 
und gefunden, daß alle Charaktere in genauer Nebereinftimmung 
mit Ddiejem Gejchichts]hreiber dargeftellt find.“ Da Saluzzt 
auf feinem index prohibitorum {tehe, Habe auch der Cenfor 
den Roman Tiefs ohne Anfechtung paffieren Iafjen. Um aber 
durch den buhlerijhen Cardinal nicht Ärgernis zu veranlaffen, 
merde der Roman. mit mehreren befhwichtigenden Noten und an 
ben gefährlichen Stellen mit Citaten au3Z Galuzzi „wie mit 
1) von 0G,.E, Furzı, "lorenz 18453. 
(N. lusler)
	        
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