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XXIV. Der Berliner Dom

Full text: Aus Alt-Berlin / Schwebel, Oskar (Public Domain)

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Am 14. September 1470 bestätigte der Kurfürst Albrecht Achilles von Cadolzburg aus 
das Stift. Wir erfahren durch diese Urkunde, welche sonst weniger bedentsam ist, daß auch 
ein märkischer Edelmann, der Junker Benedikt von Hoppenrade, den neu gestifteten Dom 
mit Gütern beschenkt hatte. Benedikt Hoppenrade war mit seinen Brüdern Berthold, Kuno, 
Christian und Wedigo zu Stolpe bei Glienicke angesessen und lebte noch um 1481. 
Am 11. März 1502 bestätigte auch der bekannte Kardinal-Legat Raimund von Gurk, der 
berüchtigte Ablaßkrämer und Gelderpresser, zu Braunschweig das Köllner Domstift und die 
Patronatsrechte des Kurfürsten Joachim über dasselbe. Am 13. Januar 1503 erscheint ferner 
ein Nikolaus Badingk, Domherr im Stifte des Schlosses zu Kölln, als Wohlthäter einer Kirche 
der nahen Stadt Kölln. Er gründete gut dotierte Messen in St. Peter zu seiner Seele Heil. Zeugen 
dieses, seines Testamentes 
aber waren: Schneider, 
Matthäus Jänicke und 
Martin Jernholtz, d. h. 
Ellern-, Elsen-Holz. Viel— 
leicht waren diese Zeugen 
Amtsgenossen von Niko— 
laus Badingk. Im Jahre 
1513, am 7. April, be— 
schenkte dann der Bischof 
Georg von Bamberg die 
„Collegiat Kirche zu St. 
Erasmus in der Burg zu 
Kölln“ zu Gunsten ihrer 
Besucher und Förderer mit 
einem 40tägigen Ablasse 
und der Bischof Hiero— 
nymus von Brandenburg 
bestätigte dies. Sehr dürf— 
tig freilich sind die Per— 
sonalien beschaffen, welche 
wir bezüglich des Stiftes anzugeben wissen. Zwar ergiebt sich die Reihe der Pröpste desselben 
von dem ersten, von Herrn Franz Steger, ab, durch die der Pröpste von Berlin; aber auch 
diese ist nur eine lückenhafte. Es waren überdem die Zeiten längst vorüber, in welchen die 
Pröpste unsrer Stadt eine bedeutsame Rolle in der hohen Politik gespielt hatten. Ein Simon 
Matthias, ein Erasmus Brandenburg bleiben uns nur grau in grau gemalte Gestalten, da wir 
kaum etwas mehr als ihren Namen wissen. Von der übrigen Domgeistlichkeit erscheint ein 
Nikolaus Schmidt im Jabhre 1519: er verwaltete damals zugleich den Erasmus-Altar in 
St. Marien. — 
Von hoher Wichtigkeit in der Geschichte des Berliner Domes aber ist das Jahr 1536: 
mit ihm schließt die Geschichte des alten Stiftes im Schlosse zu Kölln in glanzvoller Weise ab. 
Joachim J. war im Jahre 1585 verstorben. Der Kurfürst Joachim II. hatte die Re— 
gierung angetreten. Es bleibe dahingestellt, ob er schon in diesem Jahre 1536 die Absicht gehabt 
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