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XII. Bei den Blankenfelde's

Full text: Aus Alt-Berlin / Schwebel, Oskar (Public Domain)

Wappen derer von Blankenfeld 
XII. 
Bei den Blankenfelde's. 
Line der ältesten Urkunden der Stadt Berlin, der Innungsbrief für die Schuhmacher vom 
w 2. Juni 1284, erwähnt bereits den Rathmann und Bürgermeister Johannes von Blanken— 
felde. Auch der Brief der „Altbüßer“, der Schuhflicker, vom 2. Juni desselben Jahres gedenkt 
dieses Bürgers von Berlin. Zum letzten Male erscheint Hans von Blankenfelde dann am 10. April 
1288 in dem Gildebriefe der Schneider. Von da ab hat das Geschlecht der Blankenfelde bis 
zum Jahre 1572 dem Berliner Rath angehört. In den Adelstand schon um die Mitte des 
15. Jahrhunderts aufgenommen, blüht das alte Bürgerhaus auch heut' noch fröhlich fort. 
Woher nun kamen die Blankenfelde nach unsrer Stadt? — Es finden sich zwei Dörfer 
Blankenfelde bei Berlin; das eine, im Schlachtberichte von Groß-Beeren oft genannt, liegt im 
Teltow südlich, — das andere, einst Eigenthum des berühmten Hauses derer von Grumbkow, 
liegt nördlich von Berlin, im Lande Barnim. Beide Dörfer scheinen durch deutsche Schulzen 
zur Zeit der Eroberung aus slavischen Niederlassungen in Landgemeinden mit sächsischem Rechte 
umgewandelt worden zu sein. Es liegt nahe, das Dorf im Teltow, entsprechend dem Zuge 
der Germanisation, als das ältere anzusehen. Der Name „Blankenfelde“ aber, welcher aus 
welscher und deutscher Sprache gemischt ist, zeigt uns eben hierdurch die Zeit seiner Entstehung: 
es sind die Tage um 1220, da man nach höfischer Sitte von „blanken Händen“ zu singen und 
von „Blancheflor“, der Schönen, so viel zu sagen wußte. Auch drüben im Lande „über der 
Oder“ bei Königsberg in der Neumark begegnet uns ein Dörflein Blankenfelde. Solch' einen 
Namen aber wählt kein Bauer: nur ein Mann von höherer Bildung vermochte auf ihn zu 
verfallen. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, daß ein Kriegergeschlecht von deutschem Blute 
und sächsischer Herkunft um 1220, nachdem der Fürst Borwin den Teltow und den Barnim
	        
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