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VI. St. Nikolai

Full text: Aus Alt-Berlin / Schwebel, Oskar (Public Domain)

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Zeichen, einen rothgekleideten, mit blitzender Sense die Disteln des Feldes abmähenden Land— 
mann, die Kötteritzsch aber einen von einem Schwerte durchstoßenen Wolf. Ohne Zweifel haben 
diese prächtigen Arbeiten einst auch im Farbenglanz und in schimmernder Vergoldung gestrahlt. 
Diese Kapelle, im Volks— 
munde ehedem schlechthin „die 
Klause bei der Thür von St. 
Nikolai“ genannt, war ur— 
sPprünglich dem heiligen Kreuze 
und der Jungfrau Maria ge— 
veiht; sie ist nicht nur ein be— 
deutsames Werk der altberliner 
Architektur, sondern auch eine 
Stätte von geschichtlicher Be— 
deutsamkeit. Sie enthält endlich 
auch heut' noch eine Fülle von 
Werken religiöser Kunst, welche 
von hoher Schönheit sind. 
Geben wir indeß zunächst 
das Geschichtliche über die 
Gründung dieser Kapelle an! 
Im Jahre 1452, am Freitage 
nach St. Bartholomäus, d. h. 
am 25. August, erklärte der 
Kurfürst Friedrich der Eiserne, 
daß Frau Margarethe, die Ge— 
nahlin seines Vetters, des 
Burggrafen Johannes von 
Nürnberg, zu Mangersreuth 
dei Kulmbach einst eine Brüder— 
schaft zur Ehre der hochgelob— 
ten Königin und Trösterin 
aller Christen, der Jungfrau 
und göttlichen Mutter Maria, 
gestiftet habe, und daß mehrere 
Mitglieder dieser frommen Ver— 
einigung, welche seinem „Hof— 
zesinde“ angehörten, willens 
seien, diese Brüderschaft auch 
nnerhalb der Mark Branden— 
hurg zu verbreiten. Sein Küchenmeister Ulrich Czeuschel habe bereits zu diesem Zwecke eine Kapelle 
‚bei der Thür der St. Nikolai-Pfarrkirche zu Berlin“ für zwei Priester und drei Chorschüler 
zestiftet, deren Statuten von dem Bischofe Stephan von Brandenburg bereits bestätigt 
eien. In dieser Kapelle solle zu den sieben Tageszeiten, zur Prime um 6, zur Terz um 9, 
Grabmal Rücker's.
	        
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