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Full text: Grün macht Schule (Rights reserved)

Beratungsstelle für ökologische, kindgerechte Schulhof- und Kindergartengestaltung GRÜN � � · Schule � ����� macht � � · � � � � � � Inhalt Unser Anliegen 4 Von anderen lernen 6 Partizipation 8 Auf Projekte kommt es an 10 Schulgarten 12 Ökologie, Biodiversität, Naturerfahrung 14 Kunst 16 Schaukeln, Rutschen, Schweinebammeln 24 Treffen, klüngeln, chillen, lümmeln 26 Schulhofbegrünung 28 Erde, Wasser, Luft und Feuer 30 Atmosphäre & Identifikation 32 Impressum 34 4 Unser Anliegen Unser Anliegen Das Schulgelände gestalten und erleben! Während der gesamten Schulzeit dienen, wie Probleme für demokra- verbringen Kinder und Jugendliche tische Auseinandersetzungsprozes- etwa 15.000 Stunden in der Schule. se gelöst werden können. Wenn sie Gerade hier werden künftige Wert- sich wohlfühlen, können die Schüle- vorstellungen und Verhaltenswei- rinnen und Schüler ganz von selbst sen gegenüber der Umwelt geprägt. das Bedürfnis entwickeln, die sie Typisch für viele der knapp 1.000 umgebende Natur zu bewahren und Schulen Berlins sind zubetonierte zu schützen. Pausenhöfe mit nicht ausreichen- Somit dient der naturnahe Schulhof den Freiflächen, die den Schülern als und Schülerinnen die graue, triste bereich und Nutzgarten (z.B. für und bedrückende Atmosphäre eines Kräuter, Blätter). Er ist wichtiger Hinterhofs vermitteln. Hier werden Bestandteil bei der ganzheitlichen Aggressivität, Erziehung und trägt wesentlich zum und Rücksichtslosigkeit Wegwerfverhalten gerade- Unterrichtsraum, Erfahrungs- grünen Stadtbild bei. zu herausgefordert. Ein naturnah „Grün macht Schule“ berät, wie umgestaltetes Schulgelände bietet man mit wenigen Mitteln schon viel dagegen die Chance, das ökologi- verändern kann. Wir geben Emp- sche sowie soziale Verhalten der fehlungen zur fantasievollen, kind- Schülerinnen und Schüler positiv zu gerechten Schulhof- und Kinder- beeinflussen. Durch ihre aktive Mit- Gartengestaltung . Darüber hinaus arbeit bei der Begrünung haben sie machen wir deutlich, was andere die Möglichkeit, eine eigene emoti- Schulen und Kitas mit viel Freude, onale Beziehung zur Natur zu ge- Engagement und Stolz geschafft winnen. Dabei kann die Gestaltung haben. Wir hoffen, alle Beteiligten des Schulgeländes als Modell dazu zu ermutigen, einfach zu beginnen. 6 Von anderen lernen Von anderen lernen Exkursionen zu Berliner Beispielen Bevor für das eigene Schul- oder Kitagelände konkrete Gestaltungsüberlegungen getroffen werden, ist es wichtig, sich in bereits begrünten Schulhöfen und KinderGärten umzusehen, von den dortigen Erfahrungen zu profitieren und sich Anregungen zu holen. Auch aus Rückschlägen und negativen Erfahrungen anderer Schulen und Kitas kann man lernen. Angebote von „Grün macht Schule“ sind: Bildvorträge, Beratung vor Ort, Organisation von Studien- und Projekttagen sowie Fortbildungen „Naturnahe Freiraumgestaltung für Kinder und Jugendliche“. Zur Ideenfindung organisiert „Grün macht Schule“ Wander-, Exkursions- oder Studientage. 8 Partizipation Partizipation Gestalten, planen und bauen gemeinsam mit Schülern und Kindern Heutzutage sind Beteiligungsprozesse gesetzlich vorgegebene Planungsbestandteile, die die Identifikation fördern und demokratische Prozesse stärken sollen. Langfristig sinnvoll und nachhaltig sind meist solche Gestaltungsprozesse, die frühzeitig Schüler, Lehrer, Erzieher, Eltern und Fachleute einbeziehen. Die gemeinsame Planung und Durchführung von Umgestaltungsprozessen fördern die Eigeninitiative, nutzt das vorhandene Kreativitätspotential, stärkt das Verantwortungsgefühl und übt demokratisches Handeln. Es ist eine große Chance für die Schülerinnen und Schüler von der Planung bis zur Umsetzung ihre eigene Umwelt zu gestalten. Mit diesem Prozess können sie ihre Bedürfnisse konkret einbringen, lernen Kompromisse einzugehen und erleben gemeinsames Handeln, um die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen nachhaltig zu stärken. 10 Auf Projekte kommt es an Auf Projekte kommt es an Von klein bis groß Schulhof und KinderGarten bieten einer Vielzahl von Möglichkeiten für Projekte mit Kindern, Jugendlichen, Lehrer/Innen, Erzieher/Innen und Eltern. Dabei geben die jeweils unterschiedlichen Voraussetzungen den Umfang und die Intensität der Projekte vor. „Grün macht Schule“ hat bereits auf etwa 500 Berliner Schulhöfen Projekte angeregt und verwirklicht, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Von der Gestaltung des gesamten Schulhofs oder des KinderGartens bis hin zu kleinen Veränderungen, die als erste Schritte nötig und wichtig waren, um die Qualität der Freiflächen in den Fokus zu rücken. 12 Schulgarten Schulgarten Biologisches Gärtnern – gesundes Essen Schulgärten sind rar geworden in der Bildungslandschaft. Nur in wenigen Bundesländern sind sie im Lehrplan verankert. In Berlin ist die Tendenz zur Schulgartenarbeit erfreulicherweise steigend. Grün macht Schule forciert diese positive Entwicklung mit einem jährlichen Schulgartentag als Fortbildungsveranstaltung für Pädagoginnen und Pädagogen sowie als Jurymitglied beim Schulgartenwettbewerb der Lenné-Akademie für Gartenkultur und Gartenkunst. Ein Schulgarten fördert nicht nur das Wissen über Pflanzen und Ernährung. Hier lernen junge Menschen auch, Aufgaben und die Verantwortung dafür zu übernehmen. So erleben die Schülerinnen und Schüler Erfolge und erfahren Anerkennung. Gleichzeitig fördert gemeinsame Schulgartenarbeit das Zusammenwachsen junger Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Kulturen und Sprachen. 14 Ökologie, Biodiversität, Naturerfahrung Ökologie, Biodiversität, Naturerfahrung Durch ökologische Bauweisen eine hohe (Bio-)Diversität schaffen, damit Naturerfahrungen möglich sind. Schulhöfe und KinderGärten sollten der Erholung von Kindern und Jugendlichen dienen und sogleich Bildungs- und Bewegungsräume sein. Beobachtet man Kinder und Jugendliche, wie sie sich in der Natur erholen, wie sie in der Natur spielen, sich bewegen, sich verhalten und sich durch die natürliche Vielfalt der Umwelt spielerisch bilden, wird deutlich, wie wichtig eine naturnahe Umgebung für die Entwicklung junger Menschen ist – besonders in der Stadt. Naturnahe, vielfältige Gestaltung fördert die Bildung unserer Kinder in allen Bildungsbereichen*. *siehe Berliner Bildungsprogramm 16 Kunst Kunst Holz, Stein und Metall „Grün macht Schule“ liegen besonders Kunstaktionen am Herzen. Sie schaffen Identität, bringen Atmosphäre und geben jedem Schulhof eine Einzigartigkeit. Am Anfang steht auch hier wieder die Idee. Initiator kann jeder sein, etwa der Kunstlehrer, die Schülerinnen und Schüler, die Eltern oder auch ein Künstler. Kreativität ist gefragt. Der Außenraum eröffnet unbegrenzte Möglichkeiten zur Gestaltung: ob an der Fassade oder im Raum, temporär oder für die Ewigkeit, abstrakt oder gegenständlich, raumbildend oder raumgreifend, zwei- oder dreidimensional, rein ästhetisch oder auch funktional. 18 Kunst 20 Kunst 22 Kunst 24 Schaukeln, Rutschen, Schweinebammeln Schaukeln, Rutschen, Schweinebammeln Spielgeräte und naturnahe Pausenlandschaft kombinieren Spielgeräte mit hoher Akzeptanz sind Schaukel, Rutsche, Kletterwand, Reck, Tunnelröhre, Wippe, Seilbrücke, am besten als Einzelobjekte in unterschiedlichen Arealen. Geräte und Spielflächen sollen zur Bewegung anregen und nicht durch allzu festgelegte Regeln schnell ihre Attraktivität verlieren. 26 Treffen, klüngeln, chillen, lümmeln Treffen, klüngeln, chillen, lümmeln Unterschiedliche Treffpunkte schaffen! Weil Kinder und Jugendliche in der Schule und in der Kita lange Zeit auf Stühlen sitzen, eignen sich Bänke und Stühle nur bedingt zur Benutzung in den Freianlagen. Kinder und Jugendliche wissen, wie sie am liebsten draußen „sitzen“. Sie wollen lümmeln, chillen, liegen und sich entspannt anlehnen. Schülerprojekte, gemeinsam mit fachmännischer Hilfe realisiert, tragen genau diesen Bedürfnissen Rechnung und schaffen Identifikation. 28 Schulhofbegrünung Schulhofbegrünung Der Schulhof – Grüne Oase in der Stadt Raumgebende, lebendige, insbesondere grüne Strukturen haben eine positive Wirkung auf das Wohlbefinden des Menschen. Zur Begrünung von Schulhöfen und Kindergärten eignen sich am besten heimische Straucharten. Besonders pflegeleicht und robust sind alle Hartriegel- und Weidenarten. Vereinzelte Ziersträucher erhöhen die Biodiversität. Begrünung bedeutet: ▪ Lärm-, Sicht- und Immissionsschutz ▪ Klimaverbesserung ▪ Schaffung von Lebensraum für Tiere ▪ Staubbindung und Staubreduzierung ▪ Regenwasserversickerung ▪ Rückzugsorte / Raumbildung ▪ Bewegungsförderung ▪ Natur erforschen können ▪ Trittsteinbiotope in der Stadt ▪ Erholung und Entspannung 30 Erde, Wasser, Luft und Feuer Erde, Wasser, Luft und Feuer Elementares erleben und erfahren! Wie fühlt sich was an? Kann man es hören und sehen? Wie riecht und schmeckt was? Von Fest bis flüssig … Die Möglichkeit sich spielerisch durch Erde, Wasser, Luft und Feuer naturwissenschaftliche Grundkenntnisse anzueignen stellt eine besondere Qualität des Freiraumes für Kinder und Jugendliche dar und ist sehr beliebt. 32 Atmosphäre & Identifikation Atmosphäre & Identifikation Schule als gestaltbaren Lebensraum begreifen Kinder und Jugendliche möchten ernst genommen werden, möchten in demokratische Prozesse einbezogen werden, möchten gestalten, verändern, etwas bewegen, möchten sich ihre Umwelt zu Eigen machen. Wenn Kinder und Jugendliche diese Chance erhalten, werden sie sich mit ihrer Schule identifizieren, sie mit anregender Atmosphäre füllen und als ihren Lebensraum begreifen. 34 Impressum Impressum Herausgeber Pädagogische Beratungsstelle „Grün macht Schule“ der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Bernhard-Weiß-Straße 6, 10178 Berlin Text: Ulrike Wolf, Andrea Tiedtke-Klugow, Manfred Dietzen Bildrechte: „Grün macht Schule“ | © 2014 www.gruen-macht-schule.de ulrike.wolf@senbjw.berlin.de ulf.schroeder@senbjw.berlin.de manfred.dietzen@senbjw.berlin.de Projekt- und Gestaltungshinweise sind zu beziehen bei „Grün macht Schule“ Bernhard-Weiß-Straße 6 10178 Berlin Qualitätsstandards zur Gestaltung der Freiflächen ▪ in Kindertagesstätten ▪ an Ganztagsgrundschulen ▪ an Oberschulen Anforderungen an die Planung und den Bau von Freianlagen an Schulen in Berlin Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Abt. IIB, Bernhard-Weiß-Straße 6, 10178 Berlin Diese Broschüre entstand im Rahmen des Studiengangs Druck- und Medientechnik / Master an der Beuth Hochschule in Berlin. Konzeption und Gestaltung: Katja Kraft, Magdalena Pilch, Janina Kossack, Arne Zuchold und Tobias Gärtner. � � · � � � � � � www.gruen-macht-schule.de
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