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Full text: Statistikbericht (Rights reserved) Ausgabe 2020 (Rights reserved)

BAG Wohnungslosenhilfe e.V. Statistikbericht Zu Lebenslagen wohnungsloser und von ­Wohnungslosigkeit ­bedrohter Menschen in ­Deutschland – ­­Lebenslagenbericht Schwerpunktthema: Medizinische Versorgung Berichtsjahr 2020 Sarah Lotties Inhalt 1 Das Dokumentationssystem zur Wohnungslosigkeit (DzW)..................................................... 3 1.1 Der Basisdatensatz des DzW............................................................................................................... 3 1.2 Strukturdaten 2020: Umfang, Zusammen­setzung und Repräsentativität......................... 4 2 Auswertung der DzW-Daten................................................................................................................... 6 2.1 Nutzung der Angebote der Wohnungsnotfallhilfe........................................................................ 6 2.2 Geschlecht................................................................................................................................................... 7 2.3 Altersstruktur............................................................................................................................................. 8 2.4 Unterkunftssituation............................................................................................................................... 9 2.5 Auslöser und Grund der (drohenden) Wohnungslosigkeit.......................................................10 2.6 Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund........................................................................11 2.7 Bildung und Berufsabschluss.............................................................................................................13 2.8 Erwerbstätigkeit, Einkommenssituation, Bankkonto und Überschuldung........................14 2.9 Haushaltsstruktur und Familienstand.............................................................................................16 2.10 Dauer der Wohnungslosigkeit und Wohnwunsch....................................................................17 3 Schwerpunkt: Medizinische Versorgung..........................................................................................19 3.1 Kontakt zu einem Arzt / einer Ärztin................................................................................................19 3.2 Krankenversicherung.............................................................................................................................21 4 Unterstützung des DzW..........................................................................................................................24 5 Tabellenteil (unkommentiert)...............................................................................................................25 6 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis...............................................................................................30 Hier geht es zur digitalen Fassung und zu allen vorherigen Statistikberichten ab 1990: https://www.bagw.de/de/themen/ statistik-und-dokumentation/statistikberichterstattung/ uebersicht IMPRESSUM Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. Waidmannsluster Damm 37, 13509 Berlin Statistikbericht für das Jahr 2020 (2022) Bearbeitet von Sarah Lotties Tel (+49) 30-2 84 45 37-0 info@bagw.de Statistikbericht Zu Lebenslagen wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit bedrohter Menschen in Deutschland – Lebenslagenbericht – Berichtsjahr 2020 1 Das Dokumentationssystem zur Wohnungslosigkeit (DzW) 1 Das Dokumentationssystem zur Wohnungslosigkeit (DzW) Der vorliegende Lebenslagenbericht ist Resultat der Klient:innendatenerhebung in den sozialen Einrichtungen und Diensten der Hilfen in Wohnungsnotfällen für das Jahr 2020. Zur jährlichen Erhebung dieser Daten nutzt die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) seit mehr als 30 Jahren ein eigens hierfür eingerichtetes und bundesweit standardisiertes, softwaregestütztes System: Das Dokumentationssystem zur Wohnungslosigkeit (DzW). Es ist darauf ausgerichtet, eine fundierte Datenbasis zur Beschreibung der Lebenslagen wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit bedrohter Menschen sowie für die bedarfsgerechte (Weiter-)Entwicklung der Hilfen in Wohnungsnotfällen bereitzustellen. Das Verfahren der softwaregestützten Erhebung ist so strukturiert, dass die Daten der Klient:innen, Einrichtungen und Dienste in aggregierter Form übersendet werden. Somit ist – anders als bei verschlüsselten Daten – keine Rekonstruktion personenbezogener Daten möglich, sodass der Datenschutz der Klient:innen und der datenliefernden Einrichtungen/Dienste vollumfänglich gewährleistet wird. Nur eine vergleichbare Datenlage ermöglicht die Früherkennung neuer Trends und Entwicklungen in den Einrichtungen und Diensten der Hilfen in Wohnungsnotfällen. Und nur so lässt sich ein detailliertes Bild von den Lebenslagen der Menschen in Wohnungsnot zeichnen, um anschließend differenzierte Entwicklungsmuster zu identifizieren, Entscheidungen vorzubereiten und diese gegenüber einer fachpolitischen Öffentlichkeit mit Zahlen quantitativ zu untermauern. Die Berichtsstruktur orientiert sich entlang inhaltlicher Schwerpunkte und Änderungen relevanter Merkmale über einen mehrjährigen Verlauf. Besonderer Dank der BAG W gilt den vielen freiwillig Mitwirkenden: Ohne ihr Engagement und die Bereitstellung der anonymisierten Klient:innendaten wäre ein solcher Bericht nicht möglich. 1.1 Der Basisdatensatz des DzW Ohne eine belastbare und ausdifferenzierte Statistik sind systematisierte Planung, Weiterentwicklung und Verbesserung von Hilfeangeboten nicht möglich. Die DzW-Daten liefern aber auch für weitere Tätigkeitsfelder der BAG W eine fundierte Arbeitsgrundlage. Sie sind unerlässlich für verbandspolitische Positionierungen, journalistische Anfragen, wissenschaftliche Einzelprojekte, Fachvorträge und inhaltliche Debatten zu zentralen Fragestellungen zur Wohnungslosigkeit in Deutschland. Das DzW umfasst insgesamt 55 Variablen (Stand: 2020)1. Der Grunddatensatz umfasst insgesamt 17 Variablen zur Sozialstruktur und zum Hilfeangebot. Das sind u.a. Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Aufenthaltsstatus, Familienstand, Haushaltsstruktur, Bundesland, Art des Hilfeangebots, Betreuungsbeginn, -ende und -dauer. Der Fachdatensatz Wohnungslosenhilfe umfasst 26 Variablen. Hierbei handelt es sich um spezifische Variablen aus der Wohnungsnotfallhilfe. Beispielhaft genannt werden können hier die Einkommens- und Unterkunftssituation, Überschuldung, Erwerbsfähigkeit im Sinne des SGB sowie Dauer, Auslöser und Grund der Wohnungslosigkeit.2 Mittels dieser zahlreichen und unterschiedlichen Variablen und durch Kreuzungen der Variablen miteinander lassen sich komplexe Auswertungen erstellen und somit differenzierte Aussagen über die Lebenslagen von Klient:innen treffen. Ausgewählte Variablen werden nicht nur zu Beginn, sondern auch am Ende der Hilfeleistungen erfasst. Das langjährige Bestehen des DzW erlaubt außerdem lange Zeitreihen bis in die 1990er Jahre hinein. Mittlerweile lässt sich ein beträchtlicher Umfang der Datenlage verzeichnen, sodass die Auswertungen Aussagen in valider und belastbarer Form ermöglichen. Gleichzeitig ist die BAG W bestrebt, die Datenbasis weiter zu verbessern und möchte daher weitere Einrichtungen, Dienste und Träger der Hilfen in Wohnungsnotfällen zur Beteiligung aufrufen.3 Eine eigens dazu programmierte Schnittstelle ermöglicht die fehlerfreie Datenübermittlung auch bei unterschiedlicher Dokumentationssoftware. Aktuell sind 15 zertifizierte Softwarelösungen 1 Seit seiner Einführung vor mehr als 30 Jahren wurde der Basisdatensatz des DzW stetig weiterentwickelt und überarbeitet. Im aktuellen Manual der AG Stado (2022) wird der Datensatz ausführlich beschrieben. Dort lassen sich auch alle Variablen und Ausprägungen in Gänze entnehmen. Abrufbar im Internet unter: https://www.bagw.de/de/themen/statistik-und-dokumentation/grundlagen-und-standards/manual-basisdatensatz (Stand: 13.04.2022). 2 Die restlichen Variablen verteilen sich auf den Fachdatensatz Medizin und den Fachdatensatz Straffälligenhilfe. Letzterer wird in diesem Bericht nicht weiter berücksichtigt. 3 Weitere Informationen über Voraussetzungen und Ablauf der DzW-Erhebung siehe: https://www.bagw.de/de/themen/statistik-und-dokumentation/das-dzw/ablauf-der-erhebung (Stand: 23.06.2022) . 3 BAG W 1 Das Dokumentationssystem zur Wohnungslosigkeit (DzW) vorhanden4. Nach Übermittlung der Daten erfolgt die Auswertung, Interpretation und Veröffentlichung als Statistikbericht durch die BAG W. 1.2 Strukturdaten 2020: Umfang, Zusammen­ setzung und Repräsentativität Im Berichtsjahr 2020 stellten 235 Einrichtungen und Dienste der Hilfen in Wohnungsnotfällen 45.667 anonymisierte und aggregierte Klient:innendatensätze bereit. Die Zusammensetzung der Hilfeangebote im Vergleich zum Vorjahr ist Tabelle 1 zu entnehmen. Tabelle 1: Zusammensetzung der datenliefernden Einrichtungen / Dienste (2019 und 2020) Einrichtungen / Einrichtungen / Dienste 2019 Dienste 2020 Gemischtgeschlechtlich Frauenspezifisch Männerspezifisch Gesamt 182 186 25 28 16 21 223 235 Der Vorjahresvergleich zeigt, dass für 2020 ein Zuwachs an Einrichtungen und Diensten jeglicher Zielgruppen zu verzeichnen ist. Verglichen mit der ungefähren Verteilung von gemischtgeschlechtlichen zu geschlechtsspezifischen Diensten im Wo+Wie-Verzeichnis 5 der BAG W ergibt sich eine nahezu identische Verteilung, womit die DzW-Stichprobe hier über eine sehr gute Aussagekraft hinsichtlich der Grundgesamtheit verfügt. Die Daten werden von Hilfeeinrichtungen und -diensten freier Träger bereitgestellt. Das DzW zielt darauf ab, den Sektor der Hilfeangebote frei-gemeinnütziger Träger der Hilfen in Wohnungsnotfällen, der von ihnen erbrachten Hilfeleistungen und der von diesen Hilfeangeboten erfassten Klient:innen repräsentativ abzubilden. Daher werden bewusst Einrichtungen/Dienste und von ihnen erfasste Personen, die außer ordnungsrechtlich veranlasster Übernachtung keine weitergehenden Hilfen erhalten, vom DzW nicht berücksichtigt. Allerdings ist es so, dass ein Teil des Personenkreises, der sich in solchen Einrichtungen aufhält, vom DzW erfasst wird, nämlich dann, wenn diese durch ein anderes ambulantes Hilfeangebot weitergehende Hilfen neben der Übernachtung erhalten (z.B. in Beratungsstellen). Das DzW beansprucht keine Repräsentativität für die soziale Struktur und Lebenslagen des Personenkreises im ordnungsrechtlichen Sektor6. Dieser kann auch statistisch nur durch eine gesetzliche Statistik wie sie ab 2022 durchgeführt wird, erfasst werden, weil im Gegensatz zur freien Wohlfahrtspflege für eine breite Erhebung im öffentlichen Sektor (Kommunen und Landkreise) eine gesetzliche Ermächtigung notwendig ist. Die mit dem DzW erfassten Einrichtungen und Dienste freier Träger weisen ein sehr breites Tätigkeitsspektrum unterschiedlichster Hilfen in Wohnungsnotfällen auf: Ambulante, stationäre, teilstationäre, hoch- und niedrigschwellige, beratende, betreuende, aufsuchende sowie männer- oder frauenspezifische Angebote sind im Datensatz enthalten. Der unbestreitbare Vorteil einer ebensolchen Datenbasis liegt vor allen Dingen darin, dass das DzW sowohl hinsichtlich der Bandbreite der Variablen als auch hinsichtlich der Zielgruppe Aussagen über die Lebenslagen von Menschen tätigen kann, die mit einer Zählung untergebrachter Personen im Rahmen der „Statistik untergebrachter wohnungsloser Personen“7 nicht erbracht werden könnte. Im DzW wurden 26.115 Hilfen für akut wohnungslose Menschen im Laufe eines Jahres erfasst. Dazu zeigt Abbildung 1 mit der Verteilung der Wohnungsnotfällen unter allen Klient:innen, dass auch Datenaggregate von Personen Eingang in das DzW finden, die nicht wohnungslos sind, aber gemäß der Wohnungsnotfalldefinition8 als Wohnungsnotfall gelten. Auf 17,4 % der dokumentierten Personen trifft dies zu: Sie sind unmittelbar von Wohnungslosigkeit bedroht, leben in unzumutbaren Verhältnissen oder sind ehemals von Wohnungslosigkeit bedroht oder betroffen. 9,7 % der im Jahr 2020 dokumentierten Personen wurden nicht als Wohnungsnotfall erfasst. Hier liegt ein anderer armutsbezogener Bedarf nach §§67 ff. SGB XII vor. 4 Alle Softwareanbieter unter: https://www.bagw.de/de/themen/statistik-und-dokumentation/grundlagen-und-standards/dokumentationssoftware (Stand: 23.06.2022). Die Gesellschaft für Standarddokumentation aus Auswertung (GSDA) in München wickelt im Auftrag der BAG W und in Kooperation mit der AG STADO die technische Durchführung der jeweiligen Jahreserhebung ab und überprüft die unterschiedlichen Softwareprogramme auf ihre Schnittstellenkompatibilität, welche regelmäßig mit der Vergabe eines Prüfsiegels durch die BAG W bestätigt wird. 5 Seit 1954 gibt die BAG W das Wo+Wie, ein Verzeichnis von Angeboten und Einrichtungen der Hilfen im Wohnungsnotfall in Deutschland heraus, seit 2018 als Online-Verzeichnis. Es umfasst 171 Frauen- (12 %), und 163 Männereinrichtungen/-dienste (11 %) sowie 1.091 gemischtgeschlechtlichen Anlaufstellen (77 %) (Stand: 23.06.2022). Der Datenbestand des Wo+Wie ist abrufbar im Internet unter: https://www.woundwie.de/de/ (Stand: 23.06.2022). 6 Eine ausführliche Diskussion eines mehrstufigen Repräsentativitätsnachweises befindet sich im Statistikbericht des Jahres 2018 der BAG W. In Abschnitt „Repräsentativität der DzW-Erhebung“ (S. 5) ist Näheres zur Zusammensetzung und Struktur relevanter Merkmale der DzW-Stichprobe, ihrer Verallgemeinerbarkeit und ihrer Aussagekraft nachzulesen. Online abrufbar unter: https://www.bagw.de/fileadmin/bagw/media/Doc/STA/ STA_Statistikbericht_2018.pdf (Stand: 13.04.2022). 7 Die vom Statistischen Bundesamt erstmals 2022 durchgeführte „Statistik untergebrachter wohnungsloser Personen“ erhebt im Gegensatz zum DzW Daten „über Personen, denen aufgrund von Maßnahmen der Gemeinden und Gemeindeverbände oder mit Kostenerstattung durch andere Träger von Sozialleistungen […] Räume zu Wohnzwecken überlassen oder Übernachtungsgelegenheiten zur Verfügung gestellt worden sind.“ (online unter: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Soziales/Wohnungslosigkeit/_inhalt.html (Stand: 13.04.2020). Das DzW bezieht sich nicht nur auf untergebrachte Personen, sondern schließt sämtliche Klient:innen in Wohnugnsnotfallsituationen der teilnehmenden Einrichtungen und Diensten Freier Träger mit ein. Zudem sind die mehr als 50 Variablen des DzW zur Lebenslagenbeschreibung über diese Zielgruppe entwickelt worden, womit die in den Statistikberichten der BAG W dargestellten Ergebnisse weit über soziodemographischen Kennwerte hinausgehen. 8 Zur Wohnungsnotfalldefinition siehe: https://www.bagw.de/de/themen/zahl-der-wohnungslosen/wohnungsnotfalldefinition (Stand: 23.06.2022). 4 BAG W 1 Das Dokumentationssystem zur Wohnungslosigkeit (DzW) Abbildung 1: Wohnungsnotfälle im DzW (2020) – Alle Klient:innen Aufgrund der freiwilligen Teilnahme an der DzW-Erhebung ändert sich die Zusammensetzung der datenliefernden Teilstellen jährlich immer ein wenig. 216 der Teilstellen, die 2020 Daten lieferten, lieferten auch im Vorjahr Daten. Somit weist die Datenbasis mit einem Wert von rund 92 % eine große Konstanz auf. Gleichwohl ist aufgrund der freiwilligen Teilnahme und mit dem dadurch bedingten Hinzukommen oder Wegfallen von datenliefernden Einrichtungen und Diensten eine systembedingte Abweichung zum Vorjahreswert von ein bis zwei Prozent (Fehlertoleranz) zu berücksichtigen. Abbildung 2 zeigt, dass seit dem Jahr 2009 der Umfang von datenliefernden Teilstellen kontinuierlich angestiegen ist. Bis 2019 traf dies auch auf den Umfang der Klient:innendaten zu, im Jahr 2020 ist jedoch erstmals eine Abnahme zu verzeichnen: Rund 3.700 Klient:innendaten weniger liegen in diesem Berichtsjahr vor. An dieser Stelle sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Rückgang dieser Zahlen kein Indikator dafür ist, dass weniger Menschen in Wohnungsnot sind. Es bedeutet lediglich, dass weniger Klient:innen in den Einrichtungen und Diensten der Wohnungsnotfallhilfe dokumentiert werden konnten.9 Nicht 9 nur die Dienste und Angebote selbst mussten teilweise ihre Einrichtungen schließen, auch zeigen die Rückmeldungen aus der Praxis in unseren Corona-Umfragen10, dass die Gründe dafür vielfältig sind: Die durch die Pandemiebestimmungen resultierende Hochschwelligkeit, fehlende „Laufkundschaft“, weniger „Wanderbewegung“ und weniger „Fluktuation im System“ wurden ebenso benannt, wie weniger „Menschen im öffentlichen Raum“. Die „Wege werden länger“ – auch im Sinne von Informationswegen: „Ordnungsämter und Jobcenter haben geschlossen, somit fehlt Betroffenen oftmals eine Information, dass es unser Angebot gibt.“ Personalmangel ist außerdem ein weiterer genannter Grund, weshalb weniger Klient:innen versorgt werden können. Auch in den Bereichen der Prävention war ein Rückgang zu bemerken, weil Räumungen zeitweise ausgesetzt waren. Die Daten unserer dritten Corona-Befragung im Hilfesystem Ende des Jahres 2021 legen aber die Vermutung nahe, dass diese Räumungen in 2021 wieder nachgeholt wurden.11 Die exakten Nachwirkungen der Pandemie lassen sich also womöglich erst in den kommenden Jahren in den Daten erkennen. Die Datenlieferungen stammen aus elf Bundesländern. Eine Datenlieferung kann mehrere Teilstellen enthalten, ist also nicht Da sich die Zusammensetzung der teilnehmenden Einrichtungen und Dienste jedes Jahr auch immer etwas ändert, ist ein Teil des Rückgangs auch damit zu erklären, dass seit dem Jahr 2020 eine größere, niedrigschwellige Einrichtung keine Daten mehr liefert. 10 Um schnellstmöglich einen Überblick über die sich rasant ändernde Situation zu gewinnen, führte die BAG W führte während des ersten Lockdowns im März 2020 eine E-Mail-Abfrage unter ihren Mitgliedern durch. Die Ergebnisse sind einsehbar unter: https://www.bagw.de/de/themen/ corona-whl/corona-umfr (Stand: 23.06.2022). Während des zweiten Lockdowns zum Jahresende 2020 führte die BAG W eine standardisierte Online-Umfrage unter den Einrichtungen und Diensten der freien Träger der Wohnungslosenhilfe durch (ebd.). Beide Erhebungen zeichneten dasselbe Bild, das sich schließlich auch in den Daten unseres DzW widerspiegelt: Während zu Beginn der Pandemie Einrichtungen und Angebote zeitweilig ganz heruntergefahren worden waren, wurde in den warmen Monaten fast alles wieder angefahren. Häufig unter Rückgriff auf erfindungsreiche Provisorien. Zum Ende des Jahres 2020 hingegen konnten nur knapp zwei Drittel der Angebote regulär arbeiten, etwas mehr als ein Drittel der Angebote, die Hilfen für Menschen in existenziellen Notlagen bereit halten, mussten diese Angebote ganz oder teilweise einschränken. 29 % der Angebote meldeten uns zurück, dass sie aufgrund der Pandemiebestimmungen und/oder Hygiene- bzw. Abstandsgebote Klient:innen abweisen mussten. Vgl. Rosenke, Werena; Lotties, Sarah (2021): „Corona und die Auswirkungen auf Menschen in Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit und auf das Hilfesystem – Eine Online-Erhebung der BAG Wohnungslosenhilfe”, S. 20 f. in: wohnungslos 1/21, BAG W-Verlag, Berlin, S. 20–24. 11 Vgl. Rosenke, Werena; Lotties, Sarah (2021): „Der zweite Corona-Winter: Eine große Herausforderung für wohnungslose Menschen und das Hilfesystem”, S. 163 in: Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit, Beltz Juventa, 73. Jg. 2022 | H.2 Weinheim, S. 153–165. 5 BAG W 2 Auswertung der DzW-Daten Abbildung 2: Anzahl der liefernden Teilstellen (Balken) und Anzahl der Klient:innendaten (schwarze Linie) (2010–2020) gleichbedeutend mit der Anzahl an Einrichtungen und Diensten, die aus diesem Bundesland Daten übermittelt haben. Aus Niedersachsen wurden 73 und aus Nordrhein-Westfalen 69 der insgesamt 235 Datenaggregate bereitgestellt. Weiterhin erhielt die BAG W Daten von 50 Lieferanten in Baden-Württemberg, 2 Auswertung der DzW-Daten 2 Auswertung der DzW-Daten Verglichen werden die Daten für alle Klient:innen für die Jahre 2012, 2016 und 2020 für einen Abstand von jeweils vier Jahren12. Wie in den vorherigen Statistikberichten werden aufgrund des besonderen Interesses an Aussagen zur Gruppe der akut von Wohnungslosigkeit betroffenen Personen ausgewählte Ergebnisse gesondert aufgeführt. Für sie stehen Zeitreihen allerdings erst ab 2014 zur Verfügung. Wie auch in den Vorjahren rechtfertigen die Entwicklungen im Datenbestand eine Schwerpunktsetzung. Im diesjährigen Schwerpunktteil werden die DzW-Variablen zur Gesundheit und medizinischen Versorgung genauer betrachtet: Der gesundheitliche Zustand vieler Menschen in Wohnungslosigkeit ist prekär und der Zugang zu medizinischer Versorgung für viele Menschen in Wohnungsnot oftmals erschwert. Der diesjährige Statistikbericht der BAG W möchte darauf aufmerksam machen, dass das System der Wohnungsnotfallhilfe vielfach auch gesundheitlich vulnerable Klient:innen zehn in Hamburg, neun in Bayern, acht in Bremen, sechs in Hessen, je vier in Sachsen sowie Rheinland-Pfalz und je von einem in Schleswig-Holstein und dem Saarland. Aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen erhält die BAG W keine Informationen. aufweist, deren Schutz und Versorgung gerade in einer Pandemie unbedingt zu gewährleisten ist. 2.1 Nutzung der Angebote der Wohnungsnotfallhilfe Auch im Jahr 2020 wird mit 77 % die Mehrzahl der Klient:innen im DzW in Fachberatungsstellen dokumentiert. 12 % der Klient:innen sind stationär untergebracht (9,4 % vollstationär und 2,7 % teilstationär). In ambulant betreuten Wohnformen befinden sich 5,9 %. In Tagesaufenthalten wurden 1,7 % der Klient:innen dokumentiert und durch Angebote der Straßensozialarbeit 0,2 %. 3,1 % der Klient:innen wurden in sonstigen, nicht den obigen Kategorien zuzuordnenden Angebotsformen erfasst. An dieser Zusammensetzung hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur wenig verändert. Der Anteil der Daten aus Fachberatungsstellen hat sich um +2,8 %-P13 erhöht. 12 Am Vergleich mit vorangegangenen Statistikberichten der BAG W zeigt sich, dass die Wohnungsnotfälle anteilig über die letzten Jahre sehr konstant blieben, sodass aufgrund dessen kaum Verzerrungen bei Jahresvergleichen der Daten aller Klient:innen zu erwarten sind. Vgl. Statistikberichte der BAG W seit 2003, abrufbar im Internet unter: https://www.bagw.de/de/themen/statistik-und-dokumentation/statistikberichterstattung/statistikberichte-ab-2003 (Stand: 23.06.2022). 13 Differenzen zwischen zwei Prozentwerten werden in diesem Bericht mit Prozentpunkten (kurz: %-P) angegeben. Sie erlauben eine gute Einsicht in die tatsächliche Veränderung – ein Beispiel zur Verdeutlichung: Ein Anstieg von 5 % auf 10 % ist ein Anstieg um 100 % oder um 5 %-P. 6 BAG W 2 Auswertung der DzW-Daten Abbildung 3: Art des Wohnungsnotfalls und Geschlecht (2020) 2.2 Geschlecht Rund drei Viertel der Klient:innen (72,5 %) ist männlich, ein Viertel (27,5 %) weiblich. Damit ergibt sich ein neuer Höchstwert weiblicher Klientinnen im DzW, nachdem in den letzten zwei Jahren ihr Anteil erstmals sank. Unter der Gruppe der akut wohnungslosen Klient:innen14 ist der Anteil männlicher Klienten noch etwas höher (76,1%) (f Anhang: Tabelle 18). Männer sind weitaus stärker von akuter Wohnungslosigkeit betroffen als Frauen. 77,6 % der männlichen Klienten im DzW sind akut wohnungslos, bei den weiblichen Klientinnen sind es 61,4 %. Frauen sind hingegen häufiger als Männer unmittelbar von Wohnungslosigkeit bedroht (13,9 % ggü. 8,7 %). Sie leben häufiger in unzumutbaren Wohnverhältnissen, sind häufiger ehemals von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht und häufiger der Kategorie sonstige Fälle (kein Wohnungsnotfall) zuzuordnen (f Abbildung 3). Die Verteilungen lassen vermuten, dass Frauen im drohenden Wohnungsnotfall früher (oder auch bereitwilliger) Beratungsstellen aufsuchen und häufiger nachsorgende Hilfen in Anspruch nehmen. Hinsichtlich der Art des Hilfeangebots zeigt sich eine unterschiedliche Verteilung bezüglich männlicher und weiblicher Klient:innen. 82,6 % der vollstationär untergebrachten Klient:innen sind männlich, nur 17,4 % sind weiblich. Im ausschließlich ambulant betreuten Wohnen sind 58,8 % Männer und 41,2 % Frauen (f Anhang: Tabelle 15). Tabelle 2: Altersgruppen und Geschlecht, alle Klient:innen (2012, 2016, 2020) 2012 2016 2020 Männlich Weiblich Gesamt Männlich Weiblich Gesamt Männlich Weiblich Gesamt Unter 18 Jahre 0,3 % 0,9 % 0,5 % 0,5 % 0,9 % 0,6 % 0,3 % 0,9 % 0,5 % 18-20 Jahre 3,9 % 9,4 % 5,1 % 3,9 % 7,2 % 4,8 % 5,7 % 9,1 % 6,6 % 21-24 Jahre 13,3 % 19,3 % 14,7 % 14,3 % 16,5 % 14,9 % 9,7 % 10,6 % 9,9 % 25-29 Jahre 11,5 % 11,8 % 11,5 % 13,6 % 13,3 % 13,5 % 12,1 % 11,8 % 12,0 % 30-39 Jahre 21,8 % 19,8 % 21,4 % 23,3 % 22,4 % 23,1 % 24,7 % 24,4 % 24,6 % 40-49 Jahre 24,7 % 20,4 % 23,6 % 21,0 % 19,9 % 20,7 % 21,1 % 19,4 % 20,6 % 50-59 Jahre 17,5 % 13,4 % 16,5 % 16,5 % 13,7 % 15,7 % 17,9 % 16,0 % 17,4 % 7,0 % 5,0 % 6,6 % 6,9 % 6,1 % 6,7 % 8,5 % 7,9 % 8,3 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 60 Jahr u. älter Gesamt 14 Bei den folgenden Gegenüberstellungen von allen Klient:innen und akut wohnungslosen Klient:innen muss stets berücksichtigt werden, dass die Gruppe der akut Wohnungslosen mit 73 % eine sehr große Teilgruppe innerhalb aller Klient:innen bildet. Sehr große Abweichungen sind daher gar nicht möglich. Unterschiede von nur wenigen Prozent resultieren stets aus deutlich größeren Differenzen zwischen den akut Wohnungslosen und einer oder allen anderen Wohnungsnotfallgruppe(n). 7 BAG W 2 Auswertung der DzW-Daten Abbildung 4: Alter (2012, 2016, 2020) 2.3 Altersstruktur Die Altersstruktur der Klient:innen im DzW hat sich in den vergangenen zehn Jahren nur wenig verändert (f Abbildung 4). Die vormals stärkste Kohorte der 40-bis-49-Jährigen ist seit 2011 um -3,0 %-P zurückgegangen, wie auch die Gruppe der unter-25-Jährigen (-3,4 %-P). Die größte Gruppe macht (seit 2014) die Kohorte der 30-bis-39-Jährigen aus (24,6 %). Akut wohnungslose Klient:innen sind etwas jünger als alle dokumentierten Klient:innen. 57,9 % der akut Wohnungslosen sind unter 40 Jahre alt (ggü. 53,6 % in der Gesamtgruppe). Frauen im Hilfesystem sind durchschnittlich etwas jünger als Männer, wobei sich der Trend abzeichnet, dass sich die Geschlechter in Bezug auf das Alter angleichen (f Tabelle 2). Waren im DzW 2012 noch 41,4 % der weiblichen Klientinnen unter 30 Jahre alt (ggü. 28,9 % der männlichen), sind es 2020 nur 32,3 % (ggü. 27,8 der männlichen). Auffällig ist allerdings der Geschlechterunterschied der U-25-Jährigen: 20,5 % der weiblichen Klientinnen sind jünger als 25 Jahre, bei den männlichen Klienten sind es 15,7 %. Tabelle 3: Unterkunftssituation vor Hilfebeginn, alle Klient:innen (2012, 2016, 2020) Alle Klient:innen Eigene Wohnung Bei Familie, Partner:in Akut Wohnungslose 2012 2016 2020 2012 2016 2020 24,2 % 24,2 % 23,6 % – 2,5 % 4,4 % 9,2 % 11,3 % 11,8 % – 12,8 % 13,5 % 25,2 % 29,2 % 25,7 % – 40,2 % 34,1 % Firmenunterkunft 0,2 % 0,3 % 0,3 % – 0,2 % 0,3 % Frauenhaus 0,2 % 0,2 % 0,2 % – 0,2 % 0,2 % Ambulant betreute Wohnform 1,2 % 1,3 % 1,3 % – 1,3 % 1,3 % Hotel, Pension 1,0 % 1,3 % 1,9 % – 1,7 % 2,4 % Notunterkunft, Übernachtungsstelle 9,8 % 9,0 % 10,3 % – 11,7 % 13,5 % – – 0,3 % – – 0,3 % Gesundheitssystem 2,8 % 2,0 % 2,5 % – 2,5 % 3,1 % Stationäre Einrichtungen 4,4 % 2,7 % 3,3 % – 2,3 % 3,0 % Haft 2,1 % 1,7 % 1,7 % – 1,8 % 2,1 % Ersatzunterkunft (z.B. Gartenlaube/Wohnwagen) 1,7 % 1,6 % 1,8 % – 1,7 % 2,0 % Ohne Unterkunft 17,9 % 15,2 % 15,3 % – 21,0 % 19,9 % Gesamt 100 % 100 % 100,0 % – 100 % 100,0% Bei Bekannten Geflüchteten-/ Asylunterkunft 8 BAG W 2 Auswertung der DzW-Daten Tabelle 4: Unterkunftssituation nach Geschlecht, alle Klient:innen (2012, 2016 und 2020) 2012 Männlich Eigene Wohnung Bei Familie, Partner:in Bei Bekannten Firmenunterkunft 2016 Weiblich Gesamt Männlich 2020 Weiblich Gesamt Männlich Weiblich Gesamt 21,4 % 33,0 % 24,2 % 21,0 % 32,4 % 24,2 % 19,2 % 35,0 % 23,6 % 7,7 % 13,8 % 9,2 % 9,8 % 15,1 % 11,3 % 10,6 % 15,0 % 11,8 % 24,9 % 26,3 % 25,2 % 29,8 % 27,5 % 29,2 % 27,4 % 21,3 % 25,7 % 0,2 % 0,2 % 0,2 % 0,2 % 0,4 % 0,3 % 0,3 % 0,2 % 0,3 % Frauenhaus 0,0 % 0,8 % 0,2 % 0,0 % 0,7 % 0,2 % 0,0 % 0,7 % 0,2 % Ambulant betreute Wohnform 1,2 % 1,4 % 1,2 % 1,1 % 1,8 % 1,3 % 1,0 % 1,9 % 1,3 % Hotel, Pension 0,9 % 1,6 % 1,0 % 1,0 % 2,2 % 1,3 % 1,7 % 2,4 % 1,9 % 10,6 % 7,3 % 9,8 % 10,1 % 6,1 % 9,0 % 10,9 % 8,9 % 10,3 % Notunterkunft, Übernachtungsstelle – – – – – – 0,3 % 0,3 % 0,3 % Gesundheitssystem Geflüchteten-/ Asylunterkunft 2,9 % 2,5 % 2,8 % 2,1 % 2,0 % 2,0 % 2,7 % 1,9 % 2,5 % Stationäre Einrichtungen 5,1 % 2,2 % 4,4 % 3,0 % 1,7 % 2,7 % 3,7 % 2,4 % 3,3 % Haft 2,5 % 0,7 % 2,1 % 1,7 % 1,8 % 1,7 % 2,0 % 0,8 % 1,7 % Ersatzunterkunft (z.B. Gartenlaube/ Wohnwagen) 1,9 % 1,3 % 1,7 % 1,8 % 1,1 % 1,6 % 2,0 % 1,2 % 1,8 % Ohne Unterkunft 20,8 % 8,9 % 17,9 % 18,2 % 7,3 % 15,2 % 18,1 % 8,1 % 15,3 % Gesamt 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 2.4 Unterkunftssituation In Tabelle 3 ist die Unterkunftssituation der Klient:innen in der Nacht vor Hilfebeginn abgebildet. Akut wohnungslose Klient:innen leben deutlich häufiger bei Familie, Partner:in oder Bekannten (47,6 % ggü. 37,5 %). Dieses Ergebnis stützt die Erfahrungen aus der Praxis, dass Menschen in Wohnungsnot häufig einen Prozess durchlaufen, bei dem sie zunächst versuchen, mit eigenen Mitteln die Problemlage zu beheben. Mehr als ein Drittel der akut Wohnungslosen lebt bei Freund:innen und Bekannten (34,1 %), jede:r siebte bei Familienmitgliedern (13,5 %). Werden diese „Zwischenlösungen“ ausgereizt oder bestehen gar nicht erst derartige Möglichkeiten, bleiben den Hilfesuchenden nur die ordnungsrechtliche Unterbringung oder das Leben auf der Straße. Insgesamt 35,4 % der akut Wohnungslosen, die Hilfeangebote in Anspruch nahmen, lebten auf der Straße, in Not- oder Ersatzunterkünfte (wie z.B. Gartenlauben oder Wohnwägen). Unter allen Klient:innen suchte fast jede:r vierte die freiverbandlichen Hilfen in Wohnungsnotfällen auf, als sie (noch) in einer eigenen Wohnung lebten (23,6 %). Dies betont die Notwendigkeit präventiver, freiverbandlicher Hilfe, noch vor dem eigentlichen Wohnungsverlust einzugreifen und dem zuvor beschriebenen Prozess vorzubeugen. Im zeitlichen Verlauf zeigt sich, dass in den letzten zehn Jahren der Anteil der Menschen, die ohne jegliche Unterkunft auf der Straße leben, in geringem Umfang zurückgegangen ist (von 18,7 % in 2010 auf 15,3 % in 2020). Der Anteil der Menschen in stationären Einrichtungen hat sich im Datenbestand des DzW in den letzten zehn Jahren nahezu halbiert (von 6,2 % in 2010 auf 3,3 % in 2020). Der Anteil derer, die bei Partner:innen oder der Familie untergekommen sind (von 9,2 % in 2010 auf 11,8 % in 2020) und derer, die bei Bekannten unterkommen (von 24,1 % in 2010 auf 25,7 % in 2020) stieg leicht. Tabelle 4 zeigt die Unterkunftssituation aller Klient:innen nach Geschlecht im Verlauf der letzten acht Jahre. Deutlich wird, dass weibliche Klientinnen häufiger Hilfen in Anspruch nehmen, wenn sie sich in einer eigenen Wohnung befinden (35,0 % ggü. 19,2 % der Männer). Das deutet darauf hin, dass ein Teil der Frauen im Prozess des Wohnungsverlustes frühzeitiger Hilfen aufsucht. Sowohl männliche als auch weibliche Klient:innen kommen überwiegend bei Freund:innen, Bekannten, Partner:innen oder der Familie unter: Auf 38,0 % der Männer und auf 36,3 % der Frauen im DzW trifft dies zu. Allerdings verteilen sie sich unterschiedlich. Frauen leben häufiger als männliche Klienten bei Familie und Partner:innen (15,0 % ggü. 10,6 % der Männer). Männliche Klienten leben häufiger bei Bekannten (27,4 % ggü. 21,3 % der Frauen). Der Umstand, dass im DzW mehr Männer als Frauen bei Bekannten verzeichnet wurden, ließ sich erstmals 2010 erkennen und besteht seitdem fortwährend. Hier ist neben dem Geschlecht eine Korrelation mit dem Alter und der Nationalität zu beobachten: 39,6 % aller Klient:innen, die unter 25 Jahre alt sind, leben bei Bekannten. Bei den Klient:innen nicht-deutscher Nationalität unter 25 Jahren beträgt dieser Anteil sogar 44,8 % (nachrichtl.15). 15 Der im Folgenden verwendete Begriff „nachrichtlich“ wird an jenen Stellen dieses Berichts genutzt, an denen keine zusätzlichen Tabellen oder Grafiken eingefügt wurden, um die im Fließtext ersichtlichen Angaben darzulegen. 9 BAG W 2 Auswertung der DzW-Daten Tabelle 5: Auslöser des drohenden oder letzten Wohnungsverlustes nach Geschlecht, alle Klient:innen (2012, 2016, 2020) 2012 Männer 2016 Frauen Gesamt Männer 2020 Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt Miet- bzw. Energieschulden 16,8 % 17,1 % 16,9 % 16,6 % 18,1 % 17,0 % 17,5 % 18,6 % 17,8 % Trennung/Scheidung 18,9 % 19,4 % 19,0 % 15,2 % 17,2 % 15,8 % 15,7 % 16,3 % 15,9 % Ortswechsel 16,3 % 15,0 % 16,0 % 23,1 % 18,5 % 21,8 % 16,3 % 13,6 % 15,6 % Konflikte im Wohnumfeld 10,6 % 10,0 % 10,5 % 14,4 % 12,9 % 14,0 % 16,8 % 16,0 % 16,6 % Auszug aus der elterlichen Wohnung 11,5 % 16,8 % 12,7 % 7,8 % 10,9 % 8,7 % 7,7 % 8,5 % 7,9 % Haftantritt 11,2 % 3,0 % 9,3 % 8,1 % 4,2 % 7,1 % 8,8 % 2,9 % 7,2 % 7,5 % 3,5 % 6,6 % 5,5 % 3,2 % 4,8 % 6,1 % 3,3 % 5,4 % – – – – – – 3,9 % 6,3 % 4,6 % Arbeitsplatzverlust/-wechsel Veränderung der Haushaltsstruktur – – – – – – 2,4 % 2,4 % 2,4 % Gewalt durch Partner:in Krankheit 0,4 % 8,1 % 2,3 % 1,0 % 7,0 % 2,6 % 0,5 % 7,3 % 2,4 % Krankenhausaufenthalt 2,6 % 1,9 % 2,5 % 2,3 % 1,5 % 2,0 % 1,4 % 1,1 % 1,3 % höhere Gewalt 1,0 % 0,7 % 0,9 % 1,8 % 1,5 % 1,7 % 1,1 % 1,1 % 1,1 % Gewalt durch Dritte 1,7 % 2,7 % 1,9 % 3,0 % 2,6 % 2,9 % 1,0 % 1,8 % 1,2 % – – – – – – 0,8 % 0,7 % 0,8 % Haushaltszuwachs 0,1 % 0,5 % 0,2 % 0,2 % 1,0 % 0,4 % – – – Tod von Familienang. 1,2 % 1,4 % 1,3 % 1,2 % 1,4 % 1,2 % – – – 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % institutionelle Nichthilfe Gesamt % 2.5 Auslöser und Grund der (drohenden) Wohnungslosigkeit Das DzW unterscheidet hinsichtlich der verursachenden Faktoren für Wohnungslosigkeit zwischen den Gründen im rechtlichen Sinne und den Auslösern auf der Individualebene. Die Frage nach „dem einen Auslöser“ für Wohnungslosigkeit ist jedoch häufig schwierig zu beantworten, denn oft ist Wohnungslosigkeit multikausal begründet. Aus methodischen Gründen werden Klient:innen jedoch gebeten, auch bei multiplen Problemlagen einen Hauptgrund bzw. einen Hauptauslöser für den letzten oder den akut drohenden (also stattfindenden) Wohnungsverlust anzugeben. Tabelle 5 zeigt die Häufigkeitsverteilung der genannten Auslöser für 2012, 2016 und 202016. Mit 17,8 % sind Miet- und Energieschulden bei der geschlechterübergreifenden Betrachtung der häufigste Auslöser, gefolgt von Trennung bzw. Scheidung mit 15,9 %, Konflikten im Wohnumfeld mit 16,6 % und Ortswechsel mit 15,6 %. Männer verlieren ihre Wohnung häufiger als Frauen durch einen Haftantritt (8,8 % ggü. 2,9 %) sowie durch einen Arbeitsplatzverlust oder -wechsel (6,1 % ggü. 3,3 %). Frauen nennen häufiger als Männer Gewalt durch den/die Partner:in (7,3 % ggü 0,85 %). Der typische Verlauf des Wohnungsverlustes lässt sich in drei Phasen gliedern. Erstens: Mahnung und Kündigung durch den/die Vermieter:in f Zweitens: Räumungsklage f Drittens: Zwangsräumung. In der ersten, außergerichtlichen Phase mahnt der/ die Vermieter:in i. d. R. aufgrund von Zahlungsrückständen oder anderen Problemen und spricht ggf. eine Kündigung des Mietverhältnisses aus. In der zweiten, gerichtlichen Phase erwirkt der/die Vermieter:in eine Räumungsklage für die Wohnung. Schließlich bestätigt ein Gericht in der Vollstreckungsphase die Zwangsräumung, die dann von einem/r Gerichtsvollzieher:in durchgesetzt wird. 17 Das DzW zeigt auf, in welcher dieser Phasen sich ein:e Klient:in befindet bzw. in welcher dieser drei Phasen eine Wohnung verlassen wurde. Die weiteren Antwortkategorien zielen auf die Möglichkeiten ab, dass Klient:innen selbstständig oder fristgerecht die Wohnung aufgeben oder per richterlicher Anordnung nach Gewaltschutzgesetz die Wohnung verlassen müssen. Mehr als die Hälfte (51,5 %) aller dokumentierten Klient:innen hat die Wohnung aufgrund der Initiative des/der Vermieters/ Vermieterin verloren bzw. sich in einer der oben beschriebenen Phasen des unfreiwilligen Wohnungsverlustes an das Hilfesystem gewendet. Fast jede:r siebte Hilfesuchende:r nannte Zwangsräumung als Grund für den Wohnungsverlust. 16 Im Zuge der Systemoptimierung wurden die Ausprägungen der Variable „Auslöser eines akut drohenden oder des letzten Wohnungsverlustes“ in den letzten Jahren mehrfach verändert, sodass Antwortkategorien hinzugekommen oder weggefallen sind. 17 Vgl. Rosenke, Werena (2018): „Prävention“, S. 184 f. In: Specht, Thomas; Rosenke, Werena; Jordan, Rolf; Giffhorn, Benjamin: „Handbuch der Hilfen in Wohnungsnotfällen. Entwicklung lokaler Hilfesysteme und lebenslagenbezogener Hilfeansätze“. Hrsg: BAG W. Berlin / Düsseldorf, BAG W-Verlag. S. 171–202. 10 BAG W 2 Auswertung der DzW-Daten Tabelle 6: Grund des letzten Wohnungsverlustes, alle Klient:innen (2012, 2016, 2020) 2012 Kündigung durch Vermieter:in 2016 2020 Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt 27,4 23,5 26,6 27,7 % 24,8 % 27,0 % 32,0 % 29,2 % 31,3 % Räumungsklage 1,8 2,9 2,1 2,8 % 3,3 % 3,0 % 4,1 % 7,6 % 5,0 % Zwangsräumung 21,6 21,9 21,7 18,9 % 19,8 % 19,1 % 14,9 % 15,9 % 15,2 % Vertragsende 1,8 1,2 1,7 2,9 % 2,8 % 2,8 % 3,0 % 2,8 % 2,9 % Richterliche Anordnung nach Gewaltschutzgesetz 0,8 0,6 0,8 0,8 % 0,7 % 0,8 % 1,1 % 0,7 % 1,0 % Selbstkündigung 18,0 22,5 19,0 16,2 % 19,8 % 17,2 % 17,1 % 16,5 % 16,9 % Ohne Kündigung ausgezogen 28,5 27,4 28,2 30,6 % 28,7 % 30,1 % 27,8 % 27,3 % 27,7 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % Gesamt Davon gaben fast zwei Drittel (63,9 %) aller Klient:innen an, dass die Zwangsräumung aufgrund von Mietschulden erfolgte, 6,0 % aufgrund Eigenbedarfs und 30,1 % wegen anderer Probleme (nachrichtl.). Wie Tabelle 6 zeigt, kündigt ein großer Teil aller Klient:innen selbst (16,9 %) oder zieht aus, ohne zu kündigen (27,7 %). Viele Menschen kommen damit einem drohenden Wohnungsverlust durch Kündigung zuvor, beispielsweise wenn ihnen Mietzahlungen als nicht mehr durchführbar erscheinen. Selbstkündigung oder der Auszug ohne Kündigung muss also keineswegs immer freiwillig sein, zeigt aber auch, dass Präventionsmaßnahmen (die beispielsweise eine Mietschuldenübernahme beinhalten), eine wesentliche Zahl von Wohnungsverlusten effektiv verhindern könnten. Andere Ursachen für die Aufgabe der eigenen Wohnung sind den auslösenden Faktoren in Tabelle 5 zu entnehmen. Seit 2012 hat sich die Verteilung der Gründe für den Wohnungsverlust etwas verschoben: Nach wie vor verlieren rund 50 % der Hilfesuchenden ihre Wohnung durch Kündigung, Räumungsklage und Zwangsräumung (50,3 % in 2012 ggü. 51,5 % in 2020). Als Grund des letzten Wohnungsverlustes wird Kündigung immer häufiger genannt, allerdings lassen es Klient:innen seltener zu Räumungen kommen, sondern beugen sich der Kündigung: Der Anteil derer, die eine Kündigung durch Vermieter:innen als ursächlich angeben, ist um +4,7 %-P gestiegen seit 2012. Der Anteil von Klient:innen, die eine Zwangsräumung als Grund des letzten Wohnungsverlustes angaben, ist jedoch in den letzten acht Jahren um -6,5 %-P gesunken. Aber auch im ersten Jahr der Pandemie liegt dieser Wert mit 15,2 % unverändert auf dem Niveau des Vorjahres. Ob und wie sich die Pandemie auf eine solche Verteilung auswirkt, können erst zukünftige Datenauswertungen zeigen, denn der „Grund des letzten Wohnungsverlustes“ liegt für viele Klient:innen im DzW-Datensatz vor dem Jahr 2020. 2.6 Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund Der zuvor langfristig beobachtete Trend einer Zunahme von Klient:innen nicht-deutscher Staatsangehörigkeit in den Einrichtungen und Diensten der freien Träger hat sich stabilisiert (f Abbildung 5). Der Anteil akut wohnungsloser nicht-deutscher Klient:innen ist nahezu unverändert (29,9 % in 2019 ggü. 30,6 % in 2020). Seitdem der Anteil Hilfesuchender mit Migrationserfahrung im Jahr 2015 erstmals auf über 35 % anstieg, schwankt dieser in den letzten drei Jahren zwischen 36 und 39 %. So auch 2020: Hier betrug der Anteil aller Klient:innen mit Migrationshintergrund 39,4 % (dazu Abbildung 6). Die seit Jahren dokumentierten rund 30 % der Klient:innen nicht-deutscher Staatsangehörigkeit und rund 40 % der Klient:innen mit Migrationshintergrund in Wohnungsnotfällen zeigen zweierlei: Erstens sind sie Ausdruck gesamtgesellschaftlicher Veränderungen hinsichtlich der Zusammensetzung der Herkunft der in Deutschland lebenden Menschen. Diese hat sich in den letzten Jahren im Zuge von EU-Binnenmigration und den Zuzug von Geflüchteten zunehmend diversifiziert, was sich auch im DzW widerspiegelt. Zweitens bezeugen diese Zahlen auch, dass Menschen nicht-deutscher Staatsangehörigkeit und Menschen mit Migrationshintergrund weiterhin überproportional häufig mit Wohnungsnotfällen konfrontiert sind. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes betrug der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung im Jahr 2020 26,7 %18 (ggü. 39,4 % im DzW 2020). 12,6 % der Gesamtbevölkerung haben eine nicht-deutsche Staatsangehörigkeit (ggü. 30,9 % 2020 im DzW). Die Gründe für die überproportional hohen Anteile nicht-deutscher Klient:innen und Klient:innen mit Migrationshintergrund sind in den Positionspapieren der 18 Vgl. Statistisches Bundesamt (2022): „Ergebnisse des Mikrozensus, Endergebnisse des Mikrozensus 2020“. Abrufbar im Internet unter: https://www. destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Migration-Integration/Tabellen/migrationshintergrund-geschlecht-insgesamt.html (Stand: 07.04.2022). 11 BAG W 2 Auswertung der DzW-Daten Abbildung 5: Staatsangehörigkeit (2012, 2016, 2020) Abbildung 6: Migrationshintergrund (2012, 2016, 2020) BAG W umfänglich beschrieben.19 Damit wird in erster Linie deutlich, dass die Gruppe der Menschen mit Migrationserfahrungen bzw. nicht-deutscher Staatsangehörigkeit besonders vulnerabel ist. Es ist allerdings davon auszugehen, dass das wahre Ausmaß nicht-deutscher Hilfesuchender nicht vollständig im DzW abgebildet ist, weil diese Klient:innen häufig vom Rechtsanspruch auf Hilfen nach §§ 67 ff. SGB XII ausgeschlossen sind.20 Mitarbeiter:innen niedrigschwelliger Einrichtungen / Dienste freier Träger schätzen den Anteil nicht-deutscher Hilfesuchender z.T. auf 50 % und mehr. Gerade dort zeigen sich die enormen Herausforderungen, vor denen Mitarbeiter:innen in den Einrichtungen und Diensten in Wohnungsnotfällen im Zuge der letztjährigen Entwicklungen gestellt sind. 19 Vgl. BAG W (2019): „Hilfen für BürgerInnen aus anderen EU-Mitgliedsstaaten in Wohnungsnot und sozialen Schwierigkeiten. Grundsatzpositionen der BAG Wohnungslosenhilfe“. Abrufbar im Internet unter: https://www.bagw.de/de/publikationen/pos-pap/pos-migration (Stand: 23.06.2022). 20 Siehe Anmerkung Nr. 24: „Unionsbürgerausschlussgesetz“. 12 BAG W 2 Auswertung der DzW-Daten Abbildung 7:Höchster erreichter Schulabschluss (2012, 2016 und 2020) 2.7 Bildung und Berufsabschluss Hinsichtlich des Bildungshintergrundes setzt sich weiterhin ein über die letzten Jahre beobachtetes Bild fort. Zwar zeigt sich sowohl bei allen Klient:innen als auch bei den akut wohnungslosen Klient:innen eine überwiegend niedrige formale Bildung (f Abbildung 7), dieser Anteil nahm in den letzten Jahren jedoch kontinuierlich ab und bewegt sich nun bei rund zwei Drittel: In 2020 wurden 66,1 % der Klient:innen mit einer niedrigen Bildungsqualifikation21 erfasst. 18,6 % der Klient:innen hat die Schulzeit mit der mittleren Reife (mittlere Bildungsqualifikation) und 9,8 % mit dem (Fach-) Abitur (hohe Bildungsqualifikation) abgeschlossen. 5,5 % weisen einen anderen, zumeist nicht-deutschen Bildungsabschluss, auf. Bei den akut wohnungslosen Klient:innen sind diese Anteile nahezu identisch. Ein Vergleich mit den aktuellsten Daten des statistischen Bundesamtes zur Gesamtbevölkerung zeigt im Jahr 2019, dass rund 36 % über eine niedrige oder (noch) keine Bildungsqualifikation verfügen, während rund 30 % eine mittlere Bildungsqualifikation und 34 % die Fachhochschul- oder Hochschulreife besitzen.22 Demnach sind Klient:innen mit niedriger Bildungsqualifikation überproportional häufig im DzW vertreten. Schulbildung ist somit ein relevanter Prädiktor für Wohnungslosigkeit. Zwar haben weibliche Klientinnen im DzW häufiger als männliche Klienten keinen Schulabschluss, allerdings haben sie auch häufiger die (Fach-)Hochschulreife und die mittlere Reife. Männliche Klienten haben hingegen häufiger einen Volks- bzw. Hauptschulabschluss. Auch bezüglich der Berufsabschlüsse zeigt sich ein ähnliches Bild: Weibliche Klientinnen haben auch hier etwas häufiger keine abgeschlossene Berufsausbildung, aber auch häufiger Fachschulabschlüsse oder (fach-) hochschulbezogene Berufsabschlüsse (f Anhang: Tabelle 22 & Tabelle 23). Die anteilige Abnahme von Klient:innen mit niedrigen Bildungsqualifikationen im DzW über den Zeitverlauf hinweg begründet sich vor allen Dingen mit einer leichten Zunahme von Hilfesuchenden, die über hohe Bildungsqualifikationen verfügen (+1,6 %-P seit 2012) und einer stärkeren Zunahme von Hilfesuchenden mit „sonstigen“ Schulabschlüssen (+4,1 %-P). Letzteres erklärt sich durch die Ausweitung neuer Bildungskonzepte und v.a. mit der Zunahme nicht-deutscher Abschlüsse. Entgegen der stetigen Abnahme von niedrigen Bildungsqualifikationen über den Zeitverlauf zeigt sich bei den Berufsabschlüssen eine stetige, aber leichte Zunahme von Klient:innen ohne Berufsabschluss. Im DzW beträgt der Anteil der Klient:innen ohne beruflichen Bildungsabschluss 56,8 % (f Anhang: Tabelle 23). Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung ab 15 Jahren beträgt der Anteil derjenigen mit Lehr- bzw. Anlernausbildung 47,5 %, mit Fachschul- oder (fach-)hochschulbezogenem Berufsabschluss 26,7 % und ohne beruflichen Bildungsabschluss 26,7 %. Bei Erwachsenen im Alter von 25 bis unter 65 Jahren beträgt der Anteil ohne beruflichen Bildungsabschluss 17 % 21 Sonder-, Volksschul- bzw. Hauptschulabschluss oder Schulabschluss liegt nicht vor. 22 Bezugsdaten für das Jahr 2019. Vgl. Statistisches Bundesamt (2020): „Bevölkerung im Alter von 15 Jahren und mehr nach allgemeinen und ­beruflichen Bildungsabschlüssen nach Jahren“. Abrufbar im Internet unter: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/­BildungForschung-Kultur/Bildungsstand/Tabellen/bildungsabschluss.html#fussnote-5-104098 (Stand: 13.04.2022). 13 BAG W 2 Auswertung der DzW-Daten Abbildung 8: Berufsabschluss nach Altersklassen 2020 (alle Klient:innen) in der Gesamtbevölkerung.23 Im DzW beträgt dieser Anteil bei den über-25-jährigen Klient:innen 49,4 %. Bei Betrachtung der Berufsabschlüsse nach Altersklassen zeigt sich ein heterogenes Bild. Wo bei den unter 21-jährigen Klient:innen der Anteil (noch) nicht abgeschlossener beruflicher Ausbildungen erwartungsgemäß sehr hoch ist, verschieben sich die Anteile mit zunehmendem Alter der Klient:innen deutlich (f Abbildung 8). Besonders hoch ist der Anteil von Klient:innen mit Fachschul- oder (fach-)hochschulbezogenen Abschlüssen in der Gruppe der über 60jährigen (mit 10,1 %). In dieser Altersklasse ist gleichzeitig der Anteil von Klient:innen ohne abgeschlossene berufliche Ausbildung am geringsten (mit 27,4 %). Dies legt die Vermutung nahe, dass die Faktoren Alter und Altersarmut eine bedeutende Rolle in Wohnungsnotfällen spielen: Die Prädiktionskraft der Variablen Bildung und Berufsqualifikation ist stark abhängig vom Alter der Klient:innen – die Verteilung der in Abbildung 8 aufgezeigten Altersunterschiede ist bei der Variable Schulbildung kongruent. Auch hier ist der Anteil der Klient:innen ohne Schulabschluss bei den über-60-Jährigen am niedrigsten, gleichzeitig ist hier der Anteil mit Volksschul- bzw. Hauptschulabschlüssen am größten sowie der Anteil mit fachgebundener oder allgemeiner Hochschulreife (f Anhang: Tabelle 22). 2.8 Erwerbstätigkeit, Einkommenssituation, Bankkonto und Überschuldung Zwar gelten 84,2 % der Klient:innen im DzW 2020 als erwerbsfähig im Sinne des SGB II, gleichzeitig sind aber auch 85,3 % aller Klient:innen erwerbslos. Dies verdeutlicht, in welchem Ausmaß Menschen, die von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht sind, vom Arbeitsmarkt ausgegrenzt sind. Mit dem DzW werden auch die Beschäftigungssituation und der überwiegende Lebensunterhalt in den letzten vier Wochen vor Aufnahme bzw. Hilfeprozessbeginn erfragt. Die Daten zeigen, dass sich die Einkommenssituation von Klient:innen in den letzten Jahren deutlich verändert hat (f Abbildung 9). Im Jahr 2012 bezogen noch 57,1 % aller Klient:innen im DzW ihre finanziellen (Haupt-)Einnahmen aus Sozialleistungen nach dem SGB II, III oder XII. Dieser Anteil ist bis 2020 auf 47,5 % zurückgegangen (-9,6 %-P). Gleichzeitig sank der Anteil erwerbsloser Klient:innen seit 2012 jedoch nur um -3,8 %-P (von 89,1 % in 2012 auf 85,3 % in 2020) (nachrichtl.). Demgegenüber stieg seit 2012 der Anteil der Klient:innen, die über keinerlei Einkommen verfügen um +3,9 %-P. Drei von zehn Klient:innen leben damit vor Hilfebeginn gänzlich ohne Einkommen und in absoluter Armut. Gegensätzlich dazu lässt sich aber auch beobachten, dass sich der Anteil der Klient:innen im DzW, die ihren Lebensunterhalt durch Erwerbstätigkeit bestreiten, in den letzten zehn Jahren stetig von 7,7 % in 2012 auf die nun 11,4 % anstieg (f Anhang: Tabelle 35). Der Anteil völlig mittelloser Hilfesuchender ist seit Jahren auf einem hohen Niveau von rund 30 %. Der Anstieg ist als ein Resultat der oben beschriebenen „Internationalisierung“ der Klientel im Zuge der EU-Osterweiterung und deren Einbindung in den Schengen-Raum (2007) zu verstehen, denn vor allem der wachsende Teil nicht-deutscher Klient:innen (insbesondere EU-Bürger:innen) ist bei eintretender 23 Destatis (2020): „Bildung in Deutschland 2020 – Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zur Bildung in einer digitalisierten Welt“. Abrufbar im Internet unter: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Bildungsstand/Publikationen/ Downloads-Bildungsstand/bildung-deutschland-5210001209004.pdf (Stand: 13.04.2022), S. 67 ff. 14 BAG W 2 Auswertung der DzW-Daten Abbildung 9: Einkommenssituation (zu Beginn der Hilfe) (2012, 2016, 2020) *Andere umfasst (1.) Unterhalt durch Angehörige, (2.) Eigenes Vermögen, (3) sonstige öffentliche Unterstützungen (wie z. B. Kindergeld oder BAföG) und (4.) weitere Einnahmen (aus informeller Arbeit). Die Kategorien 2; 3 und 4 entfallen mit der Überarbeitung des Basisdatensatzes im Jahr 2017. Erwerbslosigkeit vielfach von staatlichen Transferleistungen ausgeschlossen. Mit der im Jahr 2016 erfolgten Verabschiedung des sog. Unionsbürgerausschlussgesetzes24 wurde dieser Gruppe der Zugang zu Hilfen nochmals erschwert. In der Konsequenz sinkt der Teil der Sozialleistungsbeziehenden und steigt der Anteil der Personen ohne Einkommen. 58,5 % aller Klient:innen im DzW 2020 gaben an, überschuldet zu sein. Seit Jahren schwankt dieser Wert nur leicht um die 60-Prozent-Marke und liegt somit auch in diesem Jahr auf einem verhältnismäßig hohen, konstanten Niveau (nachrichtl.). Im Vergleich mit der Gesamtbevölkerung wird das (enorme) Ausmaß deutlich: Laut SchuldnerAtlas Deutschland waren am 2020 9,9 % aller Erwachsenen in Deutschland überschuldet.25 Dies zeigt besonders eindrücklich, wie stark private Schulden zu einem Ausschluss aus dem Wohnungsmarkt führen. Zum einen ist es in angespannten Wohnungsmarktlagen ohnehin kaum möglich, mit Schulden eine Wohnung anzumieten und zum anderen verursachen private Schulden oftmals erst den Verlust der Wohnung (vgl. Kapitel Auslöser und Grund der (drohenden) Wohnungslosigkeit). Positiv zu beurteilen ist hingegen die Entwicklung der Verfügbarkeit eines eigenen Bankkontos. 2010 hatten noch 39,4 % kein eigenes Konto vor Beginn der Hilfe. Seitdem ist der Anteil der Klient:innen ohne Konto kontinuierlich zurückgegangen. 2020 liegt er bei 27,4 % und allen Klient:innen und unter den akut wohnungslosen Klient:innen bei 31,9 %. Die Verfügbarkeit eines Bankkontos ist für die Rückkehr zu Lohnarbeit und/oder in den Wohnungsmarkt von erheblicher Bedeutung. Daher erhalten viele Klient:innen im Zuge der Hilfemaßnahmen ein eigenes Bankkonto. Bei Beendigung der Hilfen haben 78,3 % aller Klient:innen ein eigenes Bankkonto (und 74,3 % der akut wohnungslosen Klient:innen) (nachrichtl.). Seit 2016 haben alle Menschen – auch jene ohne ein geregeltes Einkommen – einen gesetzlichen Anspruch auf ein Basiskonto. Diese sind allerdings oft auch besonders teuer (wie unter anderem Stiftung Warentest, Verbraucherschützer:innen und auch Gerichte seit Jahren immer wieder urteilen) und nichts desto weniger werden immer noch rechtswidrig Konten bei Banken/Sparkassen verwehrt26, womit sich zumindest ein Teil der rund 30 % der Klient:innen im DzW erklären ließe, die über kein eigenes Bankkonto verfügen. 24 Das sog. „Unionsbürgerausschlussgesetz“, welches amtlich als „Gesetz zur Regelung von Ansprüchen ausländischer Personen in der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II und in der Sozialhilfe nach dem SGB XII“ bezeichnet wird, ist seit 28.12.2016 anzuwendendes Recht. Das Gesetz ist abrufbar im Internet unter: https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl116s3155. pdf%27%5D__1660725408222 (Stand: 13.04.2022). 25 Vgl. Creditreform Boniversum 2020 – Verband der Vereine Creditreform e.V. (2020): „SchuldnerAtlas Deutschland 2020“. Abrufbar im Internet unter: https://www.boniversum.de/fileadmin/user_upload/aktuelles/schuldner-atlas/2020/SchuldnerAtlas_Deutschland_2020.pdf, S. 14 (Stand: 07.04.2022). 26 Vgl. BAG W (2021): „Zugang zum Basiskonto“. Abrufbar im Internet unter: https://www.bagw.de/de/themen/basiskonto/allgemeine-informationen (Stand: 07.04.2022). 15 BAG W 2.9 2 Auswertung der DzW-Daten Haushaltsstruktur und Familienstand auch bei weiblichen Klient:innen fand diese Verschiebung zu Mehrpersonenhaushalten statt, wobei Frauen nach wie vor deutlich häufiger als Männer in Haushalten mit Kindern leben (f Tabelle 8). Zwar hat sich die Haushaltsstruktur von Klient:innen in den letzten acht Jahren nur geringfügig verändert, wie aber der Statistikbericht für 2018 mit dem Schwerpunkt Familien aufzeigte, haben Mehrpersonen-Haushaltsstrukturen sukzessive zugenommen. Die Entwicklung der Zahlen aus Tabelle 9 ist alarmierend: Zwar sind Haushalte mit Kind(ern) im Vergleich zu Haushalten ohne Kind(er) deutlich seltener akut von Wohnungslosigkeit betroffen, mit 41,4 % ist jedoch ein besorgniserregender Wert erreicht. In den letzten Jahren schwankte dieser Wert zwischen 41 und 47 % (nachrichtl.). Die Daten in Tabelle 7 verdeutlichen, dass ein Großteil der Klient:innen im Hilfesystem der freien Träger alleinstehend ist (83,7 %). Dabei bestehen deutliche geschlechterspezifische Unterschiede: Unter den alleinstehenden Klient:innen finden sich mehr männliche Klienten als weibliche (90,8 % der männlichen Klienten ggü. 66,1 % der weiblichen) (nachrichtl.). Im Vergleich zwischen allen Klient:innen und akut wohnungslosen Klient:innen zeigt sich auch, dass akut wohnungslose Klient:innen häufiger alleinstehend sind. Zwei von fünf Familien, die 2020 Hilfeeinrichtungen und – dienste der freien Träger aufsuchten, lebten ohne eigene Wohnung. In gleichem Maße alarmierend stellt sich die Datenlage hinsichtlich der Unterkunftssituation dieser akut von Wohnungslosigkeit betroffenen Familien im DzW dar. Tabelle 10 zeigt, dass nur etwas mehr als die Hälfte aller wohnungslosen Haushalte mit Kind(ern) bei Bekannten, Familie oder Partner:innen unterkommen kann (55,4 %). Im Vergleich zum Vorjahr sind es -8,4 %-P. Bei den Haushalten ohne Kinder gibt es diese starken Unterschiede zum Vorjahr nicht. Das liegt zum Teil daran, dass die Gruppe der Klient.innen mit Kind(ern) im DzW in absoluten Zahlen kleiner ist, als die der Klient:innen in Haushalten ohne Kind(er). Änderungen Dem gegenüber haben Familien – also Haushalte mit Kind(ern), die im DzW entweder als Paar mit Kind(ern) oder als Alleinerziehende definiert werden – eine zunehmende Bedeutung im Hilfesystem27: Die aktuellen Zahlen zeigen, dass der Anteil der Personen, die laut DzW in Haushalten mit Kind(ern) leben, sogar einen leichten Anstieg verzeichnet und nun bei 9,1 % liegt. Bezogen auf die Gruppe der akut Wohnungslosen ist der Anteil gleichgeblieben (mit 5,1 % in 2019 und 2020). Sowohl bei männlichen als Tabelle 7: Haushaltsstruktur (2012, 2016 und 2020) 2012 2016 alle akut Klient:innen Wohnungslose Alleinstehend 2020 alle akut Klient:innen Wohnungslose alle akut Klient:innen Wohnungslose 87,2 % – 82,0 % 88,7 % 83,7 % 89,3 % Alleinerziehend 3,6 % – 4,7 % 2,6 % 4,8 % 2,7 % Paar ohne Kind(er) 4,1 % – 5,7 % 3,7 % 4,6 % 3,9 % Paar mit Kind(ern) 3,0 % – 5,1 % 3,4 % 4,3 % 2,4 % Sonstiger Mehrpersonenhaushalt 2,1 % – 2,5 % 1,6 % 2,7 % 1,8 % 100 % – 100 % 100 % 100 % 100,0 % Gesamt Tabelle 8:Haushaushaltsstruktur nach Geschlecht, alle Klient:innen (2012, 2016, 2020) 2012 Alleinstehend 2016 2020 Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt 92,7 % 69,8 % 87,2 % 88,5 % 65,6 % 82,0 % 90,8 % 66,1 % 83,7 % Alleinerziehend 0,7 % 12,8 % 3,6 % 0,8 % 14,7 % 4,7 % 0,8 % 14,6 % 4,8 % Paar ohne Kind(er) 3,0 % 7,8 % 4,1 % 4,7 % 8,2 % 5,7 % 3,2 % 8,0 % 4,6 % Paar mit Kind(ern) 2,2 % 5,5 % 3,0 % 4,0 % 7,7 % 5,1 % 3,3 % 6,7 % 4,3 % Sonstiger Mehrpersonenhaushalt 1,4 % 4,2 % 2,1 % 2,0 % 3,8 % 2,5 % 1,9 % 4,6 % 2,7 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % Gesamt 27 An dieser Stelle sei auf den BAG W-Statistikbericht von 2018 mit dem Schwerpunktteil „Familien“ verwiesen. https://www.bagw.de/fileadmin/bagw/ media/Doc/STA/STA_Statistikbericht_2018.pdf (Stand: 13.04.2022), S. 17 ff. 16 BAG W 2 Auswertung der DzW-Daten Tabelle 9: Wohnungsnotfälle im Vergleich: Haushalte mit und Haushalte ohne Kind (er) (2012, 2016, 2020) 2012 2016 2020 Personen in Haushalten mit Kind(ern) Personen in Haushalten ohne Kind(er) Gesamt Personen in Haushalten mit Kind(ern) Personen in Haushalten ohne Kind(er) Gesamt Personen in Haushalten mit Kind(ern) Personen in Haushalten ohne Kind(er) Gesamt Von Wohnungslosigkeit betroffen 34,2 % 69,1 % 71,4 % 41,3 % 70,8 % 72,7 % 41,4% 76,2 % 73,0 % Unmittelbar von Wohnungslosigkeit bedroht 23,8 % 10,6 % 12,3 % 18,1 % 9,8 % 11,4 % 20,7 % 9,2 % 10,2 % In unzumutbaren Wohnverhältnissen 8,7 % 2,7 % 3,3 % 8,3 % 2,3 % 3,1 % 10,4 % 2,9 % 3,7 % Ehemals von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht 2,5 % 2,0 % 2,1 % 4,9 % 3,0 % 3,4 % 6,0 % 3,3 % 3,5 % Kein Wohnungsnotfall 20,9 % 9,1 % 10,8 % 16,2 % 7,6 % 9,4 % 21,5 % 8,3 % 9,7 % Gesamt 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % zeigen sich dann prozentual sehr viel stärker. Möglich wäre aber auch, dass die Daten ein Indiz dafür sind, dass – zumindest in Haushalten mit Kind(ern) – Zwangsräumungen zeitweilig ausgesetzt waren und Familien daher häufiger in der Wohnung (+3,2 %-P.) bleiben. Im Vergleich zum Vorjahr ist aber auch der Anteil höher, der in Notunterkünften lebt (+3,7 %-P). Knapp eine von zehn akut wohnungslosen Familien lebt vor Hilfebeginn gänzlich ohne Unterkunft auf der Straße (8,7 %). Bei Haushalten ohne Kinder ist das Verhältnis zwei zu zehn (19,9 %). Etwas mehr als die Hälfte aller Klient:innen lebt bei Aufsuchen der Hilfeeinrichtungen und -dienste der freien Träger in der eigenen Wohnung (54,9 %). In 2019 betrug dieser Wert 49,5 % (-5,4 %-P). 2.10 Dauer der Wohnungslosigkeit und Wohnwunsch Das DzW erfasst mit der Dauer der aktuellen Wohnungslosigkeit auch, wann die Klient:innen Kontakt zu den Hilfen in Wohnungsnotfällen aufnehmen. Der Großteil von ihnen (42,8 %) suchte ein Hilfeangebot der freiverbandlichen Hilfen in den ersten zwei Monaten der Wohnungslosigkeit auf, Tabelle 10: Unterkunftssituation von Haushalten mit und ohne Kind(er) vor Hilfebeginn (2020) Alle Klient:innen Akut Wohnungslose in Haushalten mit Kind(ern) in Haushalten ohne Kind(er) in Haushalten mit Kind(ern) in Haushalten ohne Kind(er) Wohnung 54,9 % 20,2 % 10,7 % 4,0 % Bei Familie / Partner:in 13,8 % 12,0 % 24,5 % 13,0 % Bei Bekannten 14,1 % 26,9 % 30,9 % 34,4 % Firmenunterkunft 0,2 % 0,3 % 0,3 % 0,3 % Frauenhaus 0,6 % 0,2 % 0,9 % 0,2 % Amb. betreute Wohnform 0,4 % 1,4 % 0,7 % 1,4 % Hotel, Pension 2,0 % 1,9 % 4,1 % 2,3 % Notunterkunft, Übernachtungsstelle 5,5 % 11,1 % 11,9 % 13,7 % Geflüchteten-/ Asylunterkunft 1,1 % 0,2 % 1,6 % 0,2 % Gesundheitssystem 0,4 % 2,8 % 0,6 % 3,2 % Stationäre Einrichtungen 1,1 % 3,8 % 1,3 % 3,2 % Haft 0,3 % 1,8 % 0,5 % 2,1 % Ersatzunterkunft 1,7 % 1,8 % 3,3 % 1,9 % Ohne Unterkunft 3,8 % 15,5 % 8,7 % 19,9 % 100 % 100 % 100 % 100 % Gesamt 17 BAG W 2 Auswertung der DzW-Daten Tabelle 11: Dauer der aktuellen Wohnungslosigkeit (2012, 2016, 2020) 2012 2016 2020 Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt unter 2 Monate 39,7 % 48,9 % 41,7 % 40,6 % 45,2 % 41,7 % 42,0 % 45,1 % 42,8 % 2 bis unter 6 Monate 18,2 % 20,7 % 18,8 % 22,8 % 23,8 % 23,0 % 19,9 % 20,4 % 20,0 % 6 bis unter 12 Monate 11,2 % 11,9 % 11,4 % 12,7 % 12,8 % 12,7 % 11,4 % 12,4 % 11,6 % 1 bis unter 3 Jahre 14,0 % 12,6 % 13,7 % 12,5 % 11,3 % 12,2 % 13,2 % 12,3 % 13,0 % 3 bis unter 5 Jahre 5,6 % 2,7 % 5,0 % 4,4 % 3,6 % 4,2 % 5,3 % 4,6 % 5,1 % 5 Jahre und länger 11,2 % 3,2 % 9,5 % 7,0 % 3,3 % 6,1 % 8,2 % 5,2 % 7,5 % Gesamt 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100% 100% 100% Tabelle 12: Wohnwünsche akut wohnungsloser Klient:innen (2020) 2020 Männer Frauen Gesamt 86,0 % 90,7 % 87,1 % 78,4 % 62,3 % 74,6 % Davon: Eigene Wohnung für zwei Personen 4,7 % 16,2 % 7,4 % Davon: Eigene Wohnung für Familie Eigene Wohnung Davon: Eigene Wohnung für eine Person 2,9 % 12,2 % 5,0 % Stationäre Einrichtung 5,3 % 2,6 % 4,7 % Wohngemeinschaft 1,4 % 1,5 % 1,4 % Möbliertes Zimmer 2,0 % 1,1 % 1,8 % Alternative Wohnform 0,6 % 0,7 % 0,6 % Sonstiges 1,0 % 0,7 % 0,9 % Kein Wohnungswunsch 3,7 % 2,7 % 3,4 % 100 % 100 % 100 % Gesamt weitere 20,0 % innerhalb von zwei bis sechs Monaten (f Tabelle 11). Zwei Drittel der Hilfesuchenden nehmen Hilfeangebote also frühzeitig wahr, weshalb Hilfeangebote nach §§ 67 ff SGB XII flächendeckend vorgehalten werden sollten. Um den Aufenthalt in der ordnungsrechtlichen Unterbringung der Kommunen deutlich zu verkürzen und einer Chronifizierung von Wohnungslosigkeit gezielt entgegenzuwirken, muss die ordnungsrechtliche Unterbringung auch eine Durchlässigkeit zum allgemeinen System der sozialen Hilfen und die Möglichkeit der Anbindung bieten. Nur so kann sich die Unterbringung selbst überflüssig machen und lediglich kurze Aufenthaltsdauern ermöglichen. Hinsichtlich der Gesamtheit der Klient:innen kann nur von einem leichten Rückgang der Langzeitwohnungslosigkeit gesprochen werden. Zwischen 2012 und 2020 zeigt sich eine Abnahme von Klient:innen, die länger als zwölf Monate wohnungslos waren von 28,2 % auf 25,6 %. Tabelle 12 zeigt die Antwortverteilungen der akut wohnungslosen Klient:innen hinsichtlich ihres Wohnwunsches. 9,4 % wünschen sich zwar andere (gemeinschaftliche) Wohnformen, 18 wie stationären Einrichtungen oder Wohngemeinschaften, die überwiegende Mehrheit jedoch (87,1 %) wünscht sich eine eigene Wohnung, wobei hier leichte Geschlechterdifferenzen bestehen (90,7 % der Frauen ggü. 86,0 % der Männer). Innerhalb dieser Kategorie orientiert sich der Wunsch nach der Art der eigenen Wohnung i. d. R. an der aktuellen Haushaltsstruktur, was die dahingehenden Unterschiede in den Verteilungen der Antworten von männlichen und weiblichen Klient:innen erklärt. So wünschen sich alleinstehende – welche anteilig häufiger unter den männlichen Klient:innen im DzW verzeichnet sind – eine Wohnung für eine Person (78,4 % der Männer ggü. 62,3 % der Frauen). Da Frauen hingegen häufiger in Mehrpersonenhaushalten leben (f Kapitel Haushaltsstruktur und Familienstand), geben sie auch bedeutend häufiger einen Wunsch nach einer Wohnung für zwei oder mehr Personen an (28,4 % der Frauen ggü. 7,6 % der Männer). Nur 3,4 % aller wohnungslosen Klient:innen artikulierte keinen Wohnungswunsch. Dies widerlegt eindeutig die zu Unrecht weit verbreitete Auffassung, dass wohnungslose Menschen ihre Lebensweise bewusst gewählt hätten oder gar favorisieren würden. Daraus folgt, dass die Bereitstellung von eigenem Wohnraum das oberste Ziel bei der Versorgung wohnungsloser Haushalte sein muss. 3 Schwerpunkt: Medizinische Versorgung 3 Schwerpunkt: Medizinische Versorgung 3 Schwerpunkt: Medizinische Versorgung Schon lange vor der Corona-Pandemie war klar, dass insbesondere die Menschen, die gänzlich ohne Unterkunft auf der Straße leben, in Notunterkünften, Provisorien, prekären Mitwohnverhältnissen oder bedrohten Mietverhältnissen, eine gesundheitlich besonders stark belastete Bevölkerungsgruppe sind. Die BAG W erklärte: „Gesundheit ist ein Menschenrecht“ von dem „wohnungslose Menschen […] aufgrund vielfältiger Umstände, die mit ihrer Lebenslage einhergehen, ausgeschlossen [sind]“.28 Anfang des Jahres 2020 erreichte dieser Ausschluss von der regulären Gesundheitsversorgung eine weitere, zuvor ungeahnte Dimension: Lockdowns, Mangel an Schutzkleidung und Desinfektionsmitteln, Engpässe bei der Versorgung wohnungsloser Menschen mit Lebensmitteln usw. Menschen in Wohnungsnot – die häufiger als die Mehrheitsbevölkerung unter Mehrfacherkrankungen leiden und somit angesichts des „neuen“ Virus zur Risikogruppe gehören – haben gleichzeitig keine Chance, Schutz durch den Rückzug in die eigenen Wohnung zu finden. Die angeordneten Kontaktverbote, hygienische Schutzmaßnahmen und Regelungen sind mit den Lebensumständen wohnungsloser Menschen nicht vereinbar und vielfach in den Einrichtungen und Diensten nicht umsetzbar29. Besonders ernst – das ergab die erste BAG W-Umfrage zur Corona-Krise im März 202030 – zeigte sich die Lage bei Angeboten der niedrigschwelligen medizinischen Versorgung, welche Patient:innen ohne bzw. mit ungeklärtem Krankenversicherungsschutz behandeln: Angebote konnten nur äußerst eingeschränkt aufrechterhalten werden oder mussten ganz eingestellt werden. Die nachfolgenden Daten stammen von unterschiedlichen Einrichtungen und Diensten, die nicht nur ausschließlich medizinische Versorgung anbieten, sondern weitere Angebote (z.B. Übernachtung, Beratung) bereitstellen. Zudem beinhaltet der DzW-Datensatz eine hohe Zahl an Übernahmen aus dem Vorjahr (f Kapitel 1.2). Auswirkungen der Pandemie auf den Zugang zur medizinischen Versorgung können sich somit auch erst in den Folgejahren zeigen. 3.1 Kontakt zu einem Arzt / einer Ärztin Die extremen Einschränkungen im ersten Corona-Jahr zeigen erfreulicherweise kaum Auswirkungen auf die Häufigkeiten von Kontakten zu Ärzt:innen. In 2020 gaben 64,8% aller Klient:innen an, dass sie innerhalb der letzten sechs Monate BAG W (vor Hilfebeginn) Kontakt zu einem Arzt/einer Ärztin hatten (in 2019 lag dieser Anteil bei 64,6%). Zwar zeigt sich dieser Wert in den letzten Jahren stabil, liegt aber dennoch unter dem Durchschnitt der Mehrheitsbevölkerung. Ein Vergleich ist aufgrund der unterschiedlicheren Referenzzeiträume nur begrenzt möglich, allerdings zeigen die Ergebnisse der GEDA-Studie 2019/2020 („Gesundheit in Deutschland aktuell“) des Robert Koch-Instituts, dass etwa 80% der Erwachsenen der Gesamtbevölkerung mindestens einmal im Jahr eine haus- bzw. allgemeinärztliche Leistung in Anspruch nehmen31. Abbildung 10 zeigt hierzu, dass deutliche Unterschiede des Zugangs zu medizinischer Versorgung hinsichtlich der Art des Wohnungsnotfalls bestehen: Während Klient:innen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind, noch weitaus seltener Kontakt zu Ärzt:innen haben, liegt die Quote bei allen anderen Wohnungsnotfällen eher auf dem Wert der Gesamtbevölkerung oder sogar leicht darüber. Im Vergleich nach Art des Wohnungsnotfalls zeigt sich, dass sich bei akut von Wohnungslosigkeit betroffenen Klient:innen die Art des Ärzt:innenkontaktes häufiger über Notfallbehandlungen oder über medizinische Angebote der Wohnungsnotfallhilfe darstellt. Besonders drastisch sind die Zahlen bei Klient:innen, die ohne Unterkunft auf der Straße leben: Dort ist der Anteil von Klient:innen, die im Zuge einer Notfallbehandlung medizinisch versorgt wurden am höchsten (5,1 %) und gleichzeitig am niedrigsten, bei der Versorgung innerhalb des Regelsystems (39,6 %). In der Gesamtbevölkerung zeigt sich zudem ein Unterschied zwischen den Geschlechtern. Frauen gehen häufiger zu Ärzt:innen als Männer (84,2 % der Frauen und 79,5 % der Männer waren laut GEDA-Studie in den letzten zwölf Monaten in allgemeinärztlicher Behandlung32). Unter den Klient:innen des DzW zeigt sich dieser Unterschied noch sehr viel deutlicher: Während 59,8 % der männlichen Klienten 2020 angaben, in den letzten sechs Monaten medizinische Leistung in Anspruch genommen zu haben, sind es bei den weiblichen Klientinnen 78,3 % (nachrichtl). Neben dem Geschlecht zeigen sich auch zwischen den unterschiedlichen Altersklassen deutliche Unterschiede (f Abbildung 11). Am wenigsten suchten Klient:innen zwischen 20 und 30 Jahren eine:n Arzt/Ärztin auf, am häufigsten Klient:innen ab 60 Jahren und älter. In dieser Alterskohorte gibt es auch die meisten Kontakte zu Ärzt:innen innerhalb 28 Positionspapier der BAG W (2018) „Gesundheit ist ein Menschenrecht“. Abrufbar im Internet unter: https://www.bagw.de/fileadmin/bagw/media/ Doc/POS/POS_03_Sicherstellung_med_Versorgung_Wohnungsloser.pdf (Stand: 23.06.2022), S. 1. 29 10-Punkte-Sofortprogramm der BAG W (2020): „CORONA-Krise – Auswirkungen auf Menschen in Wohnungslosigkeit und Wohnungsnot“. Abrufbar im Internet unter: https://www.bagw.de/fileadmin/bagw/media/Doc/DOK/DOK_20_Corona-Krise_BAG_W_fordert_10_Punkte_Sofortprogramm.pdf (Stand: 13.04.2022). 30 Siehe Anmerkung 10. 31 Prütz, Franziska et al. (2021) „Inanspruchnahme ambulanter medizinischer Leistungen in Deutschland – Ergebnisse der Studie GEDA 2019/2020EHS“ in Journal of Health Monitoring 2021 6(3), Robert Koch-Insitut, Berlin. Abrufbar im Internet unter: https://edoc.rki.de/handle/176904/8751 (Stand: 13.04.2022), S. 57. 32 Ebd., S. 53. 19 BAG W 3 Schwerpunkt: Medizinische Versorgung Abbildung 10: Kontakt zu einem Arzt / einer Ärztin in den letzten 6 Monaten (vor Hilfebeginn) nach Wohnungsnotfall (2020) Abbildung 11: Kontakt zu einem Arzt / einer Ärztin in den letzten 6 Monaten (vor Hilfebeginn) nach Alter, alle Klient:innen (2020) medizinischer Angebote der Wohnungsnotfallhilfe und im Zuge von Notfallbehandlungen. Sehr deutlich zeigen sich die Unterschiede auch in der Herkunft bzw. dem Migrationshintergrund (f Abbildung 12): Nicht-Deutsche Klient:innen und Klient:innen mit Migrationshintergrund haben sehr viel seltener Kontakt zu einem Art/einer Ärztin, als Klient:innen deutscher Nationalität oder ohne Migrationshintergrund. Denkbar ist, dass einige Menschen aus diesen Gruppen seltener Ärzt:innen im Krankheitsfall aufsuchen, weil sie 20 sich selbst unsicher über ihren Leistungsanspruch sind oder auch, weil sie als „Undokumentierte“ aus Angst vor Meldungen an Einwanderungsbehörden medizinische Versorgungsangebote im Regelsystem meiden. Für Klient:innen, die über medizinische Angebote der Wohnungsnotfallhilfe im DzW erfasst wurden, ist auch ersichtlich, an welche weiteren (Fach-)richtungen diese vermittelt wurden. Mehr als die Hälfte der Klient:innen (57 %) wurde nicht weitervermittelt. Unter denen, die weitervermittelt wurden, zeigen BAG W 3 Schwerpunkt: Medizinische Versorgung Abbildung 12: Kontakt zu einem Arzt / einer Ärztin in den letzten 6 Monaten (vor Hilfebeginn) nach Wohnungsnotfall und Herkunft (2020) Abbildung 13: Vermittlung durch medizinisches Angebot an … (2020) sich bei fast der Hälfte, Vermittlungen zu haus- oder fachärztlichen Versorgung. Rund 16 % sind suchtmittelbezogene, 14 % psychiatrische und 7 % notfallmedizinische Vermittlungen. 3.2 Krankenversicherung Nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2019 in Deutschland rund 61.000 Personen nicht krankenversichert – bezogen auf die Gesamtbevölkerung Deutschlands weniger als 0,1 %33. Im DzW beträgt der Anteil von Klient:innen, die zu Beginn der Hilfe nicht krankenversichert sind, 13,4 %. Unter akut wohnungslosen Klient:innen beträgt der Anteil 15,9 %, bei den Klient:innen, die gänzlich ohne Unterkunft auf der Straße leben, 21,7 % (f Abbildung 14). 33 Destatis (2020): „Weniger Menschen ohne Krankenversicherungsschutz“ Pressemitteilung Nr. 365 vom 15. September 2020. Abrufbar im Internet unter: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/09/PD20_365_23.html (Stand: 13.04.2022). 21 BAG W 3 Schwerpunkt: Medizinische Versorgung Abbildung 14: Krankenversicherung (vor Hilfebeginn) nach Wohnungsnotfall (2020) Unter allen Klient:innen zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern: 14,9 % der männlichen Klienten sind nicht krankenversichert, demgegenüber 9,6 % der weiblichen (f Tabelle 13). Damit sind die Geschlechterunterschiede im DzW nicht ganz so stark ausgeprägt, wie in der Gesamtbevölkerung: Dort ist – nach Angaben des Mikrozensus 2019 – der Anteil nicht krankenversicherter Männer mehr als doppelt so hoch, wie der Anteil nicht krankenversicherter Frauen34. Bei den Klient:innen, die ohne Unterkunft auf der Straße leben, nivellieren sich diese Unterschiede zwischen den Geschlechtern gänzlich: Hier weisen sowohl männliche als auch weibliche nichtversicherte Klient:innen den gleichermaßen hohen Anteil von rund 22 % auf (nachrichtl.). Ebenfalls als stark erweist sich der Einfluss der Haushaltsstruktur: Am höchsten ist der Anteil nicht krankenversicherter Klient:innen bei Alleinstehenden (13,2 %), am niedrigsten bei Alleinerziehenden (6,7 %). Hinsichtlich des Alters zeigt sich, dass in den Kohorten zwischen 25 und 49 Jahren der Anteil der Klient:innen am höchsten ist, die über keine Krankenversicherung verfügen. Bei den Klient:innen unter 25 Jahren ist der Krankenversicherungsstatus häufiger ungeklärt (f Abbildung 15). Dies könnte daher rühren, dass den jungen bzw. jugendlichen Klient:innen häufiger ihre Krankenversicherungsansprüche durch die Familienversicherung unbekannt sind. Bei Klient:innen aus dem europäischen Ausland ist der Anteil derer, die einen uneingeschränkten Krankversicherungsschutz besitzen, mit weniger als der Hälfte besonders gering. Knapp ein Drittel der Klient:innen aus dem europäischen Ausland verfügt über keine Krankenversicherung (f Abbildung 16). Dies korreliert mit dem selteneren Aufsuchen von medizinischen Angeboten (f Abbildung 12). Die Dauer der aktuellen Wohnungslosigkeit hat eher geringe Auswirkungen auf die bestehende Krankenversicherung: 13,5% der Klient:innen, die weniger als sechs Monate wohnungslos waren, gaben an, dass sie nicht krankenversichert sind. Ab einer Dauer der Wohnungslosigkeit von einem halben Jahr steigt der Anteil der nicht krankenversicherten Klient:innen auf rund 18 % und bleibt – unabhängig von der Tabelle 13: Krankenversicherung zu Beginn der Hilfe nach Geschlecht und Haushaltsstruktur, alle Klient:innen (2020) Nach Geschlecht Nach Haushaltsstruktur Gesamt Männer Frauen Allein­ stehend Paar ohne Kind(er) Sonstige Haushaltsstrukut Allein­ erziehend Paar mit Kind(ern) Nein 14,9 % 9,6 % 13,2 % 12,2 % 8,9 % 6,7 % 11,0 % 13,4 % Ja, uneingeschränkt 69,3 % 79,4 % 71,9 % 72,9 % 79,4 % 84,8 % 79,8 % 72,1 % 3,5 % 2,4 % 3,2 % 4,0 % 3,2 % 1,7 % 3,0 % 3,2 % Ja, eingeschränkt Ungeklärt 12,2 % 8,6 % 11,8 % 10,9 % 8,5 % 6,8 % 6,2 % 11,2 % Gesamt 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 34 Destatis (2020): „Sozialleistungen. Angaben zur Krankenversicherung (Ergebnisse des Mikrozensus). 2019“ Statistisches Bundesamt (­Destatis), Fachserie 13, Reihe 1.1. Abrufbar im Internet unter: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Gesundheitszustand-Relevantes-Verhalten/Publikationen/Downloads-Gesundheitszustand/krankenversicherung-mikrozensus-2130110199004.html, S. 32 (Stand: 23.06.2022). 22 BAG W 3 Schwerpunkt: Medizinische Versorgung Abbildung 15: Krankenversicherung zu Beginn der Hilfe nach Alter (2020) Abbildung 16: Krankenversicherung zu Beginn der Hilfe nach Herkunft und Migrationshintergrund (2020) Dauer – relativ konstant auf diesem Niveau (nachrichtl.). Die DzW-Daten zeigen, dass bei Ende der Hilfe der Anteil der Klient:innen, die über eine uneingeschränkte Krankenversicherung verfügen, rund 14 % höher ist, als zu Beginn der Hilfe (86 % ggü. 72 ). Der Anteil derer, die einen ungeklärten Krankenversicherungsstatus angaben, ist bei Ende der Hilfen fast halbiert (6 % ggü. 11 %) (nachrichtl). Viel maßgeblicher als die Dauer der Wohnungslosigkeit ist also die Anbindung an das Hilfesystem. Die Klärung des Krankenversicherungsstatus‘ und/oder eine Rückkehr in den Versicherungsschutz ist für einzelne Klient:innen in der Praxis oftmals kompliziert und womöglich aufgelaufene Beitragsschulden hemmend. Ein bedeutender Aspekt ist hier der Ausbau von Clearingstellen, die Menschen ohne Krankenversicherung oder mit unklaren Krankenversicherungsstatus unterstützen und eine Integration ins Gesundheitssystem ermöglichen. Denn nicht Versicherte – das zeigen auch die Daten – nehmen deutlich seltener medizinische Versorgung in Anspruch: Während unter allen Klient:innen im DzW 64,8 % angaben, dass sie in den letzten sechs Monaten Kontakt zu einem Arzt/einer Ärztin hatten, liegt der Anteil bei den nicht 23 BAG W 4 Unterstützung des DzW Abbildung 17: Kontakt zu einem Arzt / einer Ärztin in den letzten 6 Monaten (vor Hilfebeginn) nach Krankenversicherungsstatus, alle Klient:innen (2020) krankenversicherten Klient:innen bei 24,7 % (f Abbildung 17). Dieser Wert ist alarmierend: Nicht krankenversicherte Klient:innen nehmen meist lange Zeit keine medizinische 4 Unterstützung des DzW 4 Unterstützung des DzW Das DzW ist unerlässlich für eine differenzierte Planung und Weiterentwicklung von Hilfen in Wohnungsnotfällen. Dies hat mehrere Gründe: Das DzW setzt nicht nur auf die bloße Beschreibung soziodemographischer Merkmale, sondern richtet seinen Blick gezielt auf die differenzierte Betrachtung der Lebenslagen von Menschen in Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit. Zudem ist das DzW systematisch dazu entwickelt worden, politische Regelungs- und Entscheidungsbedarfe zu identifizieren, um diese gegenüber einer fachpolitischen Öffentlichkeit zu verdeutlichen. Damit leistet das DzW einen wichtigen Beitrag zur politischen Legitimation neuer Ressourcen für sich verändernde Angebotsstrukturen in allen Hilfebereichen. Die enorme Bandbreite der erfassten Variablen bietet außerdem eine jährlich aktualisierte und über die Zeit vergleichbare fundierte Basis für Fachdiskussionen. Wie in Abschnitt 1.2 erläutert, ist die regionale Verteilung der Datenlieferungen stark unterschiedlich: Aus Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen erhält die BAG W keine Informationen. Die BAG W ist bestrebt, diese regionalen Disparitäten abzubauen. Wir bitten insbesondere Verantwortliche aus diesen Bundesländern zu prüfen, ob entsprechende Daten für die bundesweite Klient:innendatenerhebung bereitgestellt werden können. Versorgung in Anspruch, zumeist erst im Zuge von Notfallbehandlungen oder, wenn sich die Krankheiten sehr stark verschlimmert und/oder bereits chronifiziert haben. Unterstützen Sie das Dokumentationssystem zur W ­ ohnungslosigkeit (DzW) der BAG W! Fördern Sie den Einsatz geeigneter Dokumentationssoftware in Ihren Dienststellen und wirken Sie an der stetigen Verbesserung eines bundesweiten Dokumentationssystems mit! Kontaktieren Sie die Geschäftsstelle der BAG W, um mit ihrer Einrichtung an den Jahreserhebungen teilzunehmen. Auf der Webseite der BAG W finden Sie eine Übersicht über Softwareanwendungen35, die den Basisdatensatz der AG STADO nutzen und deren Schnittstellenkompatibilität durch die BAG W geprüft und zertifiziert wurde Für weitere Informationen zur Teilnahme an der Datenerhebung besuchen Sie bitte: www.bagw.de/de/themen/statistik-und-dokumentation/ das-dzw/teilnahme-an-erhebung Oder wenden Sie sich an: Paul Neupert Fach- und Organisationsreferent der BAG W Tel.: (030) 2 84 45 37-17 E-Mail: paulneupert@bagw.de 35 Unter https://www.bagw.de/de/themen/statistik-und-dokumentation/grundlagen-und-standards/dokumentationssoftware (Stand: 23.06.2022). 24 BAG W 5 Tabellenteil (unkommentiert) 5 Tabellenteil (unkommentiert) 5 Tabellenteil (unkommentiert) Das DzW umfasst insgesamt 55 Variablen, welche weiterhin untereinander gekreuzt werden können, um differenzierte Aussagen zu tätigen. Im jedem Lebenslagenbericht kann lediglich ein Bruchteil davon gezeigt und diskutiert werden. Im folgenden Abschnitt findet sich daher eine zusätzliche, unkommentierte Zusammenstellung weiterer Daten. Darüber hinaus können bei speziellen Bedarfen ergänzende Informationen bei der BAG W angefragt werden. Tabelle 14: Verteilung nach Art des Hilfeangebots nach Geschlecht – alle Klient:innen (2020) Männer Frauen Gesamt Stationäre Hilfen (voll- und teilstationär) 13,6 % 8,0 % 12,0 % Ambulante Hilfen (alle nicht stationären) 86,4 % 92,0 % 88,0 % 100 % 100 % 100 % Tabelle 15: Verteilung in Angeboten des Hilfesystems nach Geschlecht – alle Klient:innen (2020) Vollstationär Teilstationär Amb. betr. Wohnen Fachberatungsstelle Männer 82,6 % 78,8 % 58,8 % 72,4 % Frauen 17,4 % 21,2 % 41,2 % 27,6 % 100 % 100 % 100 % 100 % Tabelle 16: Staatsangehörige in den Angeboten des Hilfesystems – alle Klient:innen (2020) Deutsch Vollstationär Teilstationär Amb. betr. Wohnen Fachberatungsstelle 91,4 % 65,7 % 79,3 % 66,3 % EU 4,4 % 9,1 % 7,8 % 14,8 % Sonstige 4,0 % 25,0 % 12,7 % 18,8 % Staatenlos 0,1 % 0,2 % 0,2 % 0,2 % 100 % 100 % 100 % 100 % Tabelle 17: Betreuungsdauer nach Geschlecht – alle Klient:innen (2020) Männer Frauen Gesamt Bis zu unter einem Monat 27,2 % 33,5 % 29,1 % 1 bis unter 3 Monate 16,9 % 19,2 % 17,6 % 3 bis unter 12 Monate 29,5 % 32,6 % 30,4 % Ein Jahr und länger 26,5 % 14,8 % 23,0 % 100 % 100 % 100 % Tabelle 18: Geschlecht – alle Klient:innen (2012–2020) und akut wohnungslose Klient:innen (2014–2020) 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Alle Klientinnen (Frauen) 23,4 % 23,9 % 23,9 % 25,3 % 27,3 % 27,0 % 26,5 % 24,7 % 27,5 % Alle Klienten (Männer) 76,6 % 76,1 % 76,1 % 74,7 % 72,7 % 73,0 % 73,5 % 75,3 % 72,5 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % Akut wohnungslose Frauen 21,1 % 22,0 % 24,0 % 23,2 % 22,9 % 22,5 % 23,9 % Akut wohnungslose Männer 78,8 % 78,0 % 75,8 % 77,7 % 77,1 % 77,5 % 76,1 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 25 5 Tabellenteil (unkommentiert) BAG W 5 Tabellenteil (unkommentiert) Tabelle 19: Staatsangehörigkeit nach Geschlecht – alle Klient:innen und akut wohnungslose Klient:innen (2020) Alle Klient:innen Akut wohnungslose Klient:innen Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt Deutsch 69,7 % 67,4 % 69,1 % 70,0 % 67,5 % 69,4 % EU 13,1 % 15,0 % 13,6 % 12,9 % 16,4 % 13,8 % Nicht-EU 17,0 % 17,4 % 17,1 % 16,9 % 15,9 % 16,6 % 0,2 % 0,2 % 0,2 % 0,2 % 0,2 % 0,2 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % Staatenlos Tabelle 20: Staatsangehörigkeit im Zeitverlauf – alle Klient:innen und akut wohnungslose Klient:innen (2015–2020) Alle Klient:innen 2015 2016 2017 2018 Akut wohnungslose Klient:innen 2019 2020 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Deutsch 73,3 % 70,3 % 74,4 % 70,0 % 67,8 % 69,1 % 69,9 % 66,3 % 73,3 % 71,5 % 70,1 % 69,4 % EU 11,5 % 11,1 % 10,5 % 13,0 % 14,7 % 13,6 % 13,4 % 12,2 % 11,0 % 12,1 % 12,9 % 13,8 % Nicht-EU 15,1 % 18,4 % 15,0 % 16,9 % 17,3 % 17,1 % 16,6 % 21,3 % 15,5 % 16,2 % 16,8 % 16,6 % 0,1 % 0,2 % 0,1 % 0,2 % 0,2 % 0,2 % 0,2 % 0,2 % 0,2 % 0,2 % 0,2 % 0,2 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % Staatenlos Tabelle 21: Migrationshintergrund nach Geschlecht – alle Klient:innen und akut wohnungslose Klient:innen (2020) Alle Klient:innen Akut wohnungslose Klient:innen Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt Nein 62,1 % 57,1 % 60,6 % 62,5 % 58,3 % 61,5 % Ja 37,9 % 42,9 % 39,4 % 37,5 % 41,7 % 38,5 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % Tabelle 22: Berufsbildung nach Alter – alle Klient:innen (2020) Keine abgeschlossene berufliche Ausbildung Unter 18 Jahre 18–20 Jahre 21–24 Jahre 25–29 Jahre 30–39 Jahre 40–49 Jahre 50–59 Jahre 60 + Jahre Gesamt 90,0 % 94,4 % 86,0 % 72,0 % 58,5 % 45,3 % 34,2 % 27,4 % 56,8 % Anlernausbildung 4,0 % 1,2 % 3,2 % 4,7 % 6,8 % 9,2 % 9,8 % 8,9 % 6,9 % Praxisbezogener Berufsabschluss 3,0 % 3,0 % 8,8 % 18,7 % 29,1 % 38,2 % 47,1 % 51,2 % 30,1 % Fach(hoch)schulbezogener Berufsabschluss 3,0 % 0,6 % 0,9 % 2,8 % 3,7 % 4,5 % 6,8 % 10,1 % 4,2 % Sonstiger Berufsabschluss 0,0 % 0,8 % 1,1 % 1,9 % 1,9 % 2,7 % 2,1 % 2,4 % 2,0 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % Tabelle 23: Berufsausbildung im Zeitverlauf nach Geschlecht – alle Klient:innen (2012, 2016, 2020) 2012 2016 2020 Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt 51,6 % 64,4 % 54,5 % 53,0 % 62,4 % 55,5 % 54,5 % 62,8 % 56,8 % 7,6 % 5,6 % 7,1 % 7,5 % 6,0 % 7,1 % 7,0 % 6,6 % 6,9 % 37,1 % 23,8 % 34,0 % 32,0 % 24,0 % 29,9 % 32,7 % 23,1 % 30,1 % Fach(hoch)schulbezogener Berufsabschluss 2,9 % 4,6 % 3,3 % 3,8 % 5,2 % 4,1 % 3,8 % 5,5 % 4,2 % sonstiger Berufsabschluss 0,9 % 1,5 % 1,0 % 3,7 % 2,4 % 3,4 % 1,9 % 2,0 % 2,0 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % keine abgeschlossene Berufsausbildung Anlernausbildung praxisbezogener Berufsabschluss 26 BAG W 5 Tabellenteil (unkommentiert) Tabelle 24: Bildungsqualifikation im Zeitverlauf nach Geschlecht – alle Klient:innen (2012, 2016, 2020) 2012 2016 2020 Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt Niedrig 74,8 % 67,2 % 73,1 % 64,2 % 63,3 % 64,0 % 66,8 % 64,4 % 66,1 % Mittel 16,6 % 20,0 % 17,4 % 16,1 % 19,2 % 16,9 % 18,1 % 19,8 % 18,6 % Hoch 7,3 % 11,0 % 8,2 % 8,8 % 11,9 % 9,6 % 8,9 % 12,0 % 9,8 % Sonstige 1,3 % 1,8 % 1,4 % 10,9 % 5,6 % 9,5 % 6,2 % 3,8 % 5,5 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % Tabelle 25: Familienstand im Zeitverlauf – alle Klient:innen und akut wohnungslose Klient:innen (2012, 2016, 2020) 2012 2016 2020 Alle Klient:innen Akut Wohnungslose Alle Klient:innen Akut Wohnungslose Alle Klient:innen Akut Wohnungslose 67,8 % – 68,7 % 71,6 % 69,7 % 73,8 % 5,8 % – 9,4 % 8,7 % 7,6 % 5,6 % Ledig Verheiratet / eingetragene Lebensgemeinschaft Verheiratet / getrennt lebend 0,1 % – 0,1 % 0,1 % 0,2 % 0,1 % Geschieden 6,2 % – 5,5 % 5,7 % 5,6 % 5,8 % Verwitwet 17,9 % – 14,3 % 12,8 % 14,9 % 13,3 % Gesamt 100 % – 100 % 100 % 2,1% 100 % Tabelle 26: Art des Hilfeangebots und Haushaltsstruktur – alle Klient:innen (2020) Allein stehend Alleinerziehend Paar ohne Kind(er) Paar mit Kind(ern) Sonstige Haushaltsstruktur Gesamt Vollstationär 11,3 % 2,1 % 5,8 % 1,2 % 5,2 % 10,0 % Teilstationär 1,4 % 0,3 % 0,4 % 0,3 % 0,7 % 1,2 % Ambulant betreutes Wohnen 6,6 % 8,6 % 4,7 % 4,3 % 7,3 % 6,5 % 75,9 % 84,9 % 85,8 % 89,9 % 82,5 % 77,5 % Tagesaufenthalt 1,6 % 0,5 % 0,9 % 1,4 % 0,6 % 1,5 % Hilfen zur Arbeit 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % Straßensozialarbeit 0,1 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,2 % 0,1 % Medizinisch-pflegerisches Angebot 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % Fachberatungsstelle Sonstiges 3,2 % 3,8 % 2,4 % 2,9 % 3,4 % 3,2 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % Tabelle 27: Einkommenssituation nach Alter – alle Klient:innen (2020) Unter 18 Jahre 18–20 Jahre 21–24 Jahre 25–29 Jahre 30–39 Jahre 40–49 Jahre 50–59 Jahre 60 + Jahre Gesamt Einkommen aus Erwerbs-/ Berufstätigkeit 3,7 % 9,5 % 14,3 % 13,2 % 12,3 % 12,5 % 9,8 % 4,5 % 11,3 % Leistungen nach SGB III (ALG I) 1,5 % 2,0 % 3,8 % 4,6 % 4,5 % 4,7 % 4,3 % 2,3 % 4,1 % Rente, Pension 3,7 % 0,4 % 0,2 % 0,4 % 1,8 % 5,0 % 11,6 % 43,8 % 7,2 % Unterhalt durch Angehörige 7,4 % 2,7 % 1,2 % 1,0 % 0,7 % 0,7 % 0,6 % 0,5 % 0,9 % 27,2 % 31,9 % 36,0 % 40,9 % 41,4 % 40,5 % 41,1 % 22,7 % 38,3 % 5,1 % 2,9 % 2,8 % 3,5 % 4,6 % 5,7 % 6,4 % 8,4 % 5,0 % Leistungen nach SGB II (ALG II, Sozialgeld) Leistungen nach SGB XII (Sozialhilfe) Sonstige Einnahmen 13,2 % 6,0 % 4,5 % 4,0 % 3,5 % 3,7 % 3,2 % 1,9 % 3,7 % kein Einkommen 38,2 % 44,6 % 37,2 % 32,6 % 31,1 % 27,2 % 22,9 % 15,9 % 29,3 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 27 BAG W 5 Tabellenteil (unkommentiert) Tabelle 28: Aufstockung nach Alter – alle Klient:innen (2020) Unter 18 Jahre 18–20 Jahre 21–24 Jahre 25–29 Jahre 30–39 Jahre 40–49 Jahre 50–59 Jahre 60 + Jahre Gesamt aufstockende Leistungen n. SGB II 6,4 % 2,7 % 3,6 % 4,0 % 4,4 % 5,4 % 5,2 % 3,3 % 4,4 % aufstockende Leistungen n. SGB XII 1,1 % 0,2 % 0,4 % 0,4 % 1,0 % 2,2 % 4,4 % 13,7 % 2,7 % ergänzende Einkommen zu SGB II 1,1 % 1,1 % 1,2 % 0,9 % 1,3 % 1,5 % 1,1 % 1,1 % 1,2 % ergänzende Einkommen zu SGB XII 1,1 % 0,3 % 0,2 % 0,5 % 0,5 % 0,8 % 1,0 % 3,7 % 0,8 % 90,4 % 95,7 % 94,7 % 94,3 % 92,9 % 90,1 % 88,3 % 78,2 % 90,9 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 50–59 Jahre 60 + Jahre Gesamt keine aufstockenden Leistungen Tabelle 29: Erwerbsfähigkeit nach Alter – alle Klient:innen (2020) Erwerbsfähig im Sinne des SGB Unter 18 Jahre 18–20 Jahre 21–24 Jahre 25–29 Jahre 30–39 Jahre 40–49 Jahre Nein 21,1 % 4,7 % 5,3 % 5,8 % 9,3 % 14,6 % 24,5 % 59,4 % 15,8 % Ja 78,9 % 95,3 % 94,7 % 94,2 % 90,7 % 85,4 % 75,5 % 40,6 % 84,2 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % Tabelle 30: Unterkunftssituation vor Hilfebeginn nach Alter – Alle Klient:innen (2020) Unter 18 Jahre 18–20 Jahre 21–24 Jahre 25–29 Jahre 30–39 Jahre 40–49 Jahre 50–59 Jahre 60 + Jahre Gesamt 13,5 % 9,8 % 13,9 % 17,3 % 21,8 % 26,7 % 30,3 % 39,0 % 23,6 % Wohnung bei Familie, Partner:in 23,2 % 23,9 % 20,2 % 16,1 % 11,9 % 8,3 % 6,5 % 4,9 % 11,8 % bei Bekannten 31,6 % 41,0 % 39,1 % 36,3 % 28,3 % 21,1 % 14,2 % 9,6 % 25,7 % Firmenunterkunft 0,0 % 0,1 % 0,2 % 0,2 % 0,3 % 0,3 % 0,4 % 0,2 % 0,3 % Frauenhaus 0,0 % 0,2 % 0,3 % 0,2 % 0,2 % 0,2 % 0,1 % 0,0 % 0,2 % Amb. betr. Wohnform 1,3 % 1,2 % 0,9 % 1,0 % 1,2 % 1,5 % 1,5 % 1,4 % 1,3 % Hotel, Pension 1,3 % 0,5 % 1,0 % 1,3 % 1,8 % 2,2 % 2,5 % 2,9 % 1,9 % Notunterkunft, Übernachtungsstelle 7,7 % 7,0 % 7,0 % 8,4 % 10,1 % 11,2 % 13,0 % 13,2 % 10,4 % Geflüchteten-/Asylunterkunft 0,0 % 0,4 % 0,5 % 0,5 % 0,5 % 0,3 % 0,1 % 0,0 % 0,3 % Gesundheitssystem 1,3 % 1,0 % 1,5 % 1,7 % 2,4 % 2,9 % 3,3 % 3,5 % 2,5 % Stationäre Einrichtungen 3,9 % 2,0 % 2,2 % 2,2 % 2,4 % 3,6 % 5,2 % 5,6 % 3,3 % Haft 1,3 % 0,4 % 1,1 % 1,6 % 2,3 % 2,1 % 1,5 % 0,8 % 1,7 % Ersatzunterkunft 1,3 % 0,7 % 0,7 % 1,1 % 1,6 % 2,1 % 2,9 % 2,6 % 1,8 % ohne Unterkunft 13,5 % 12,0 % 11,5 % 11,9 % 15,2 % 17,4 % 18,4 % 16,2 % 15,3 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % Tabelle 31: Wohnungsnotfall nach Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund – alle Klient:innen (2020) Staatsangehörigkeit Migrationshintergrund Deutsch EU Sonstige Staatenlos Nein Ja Akut von Wohnungslosigkeit betroffen 72,8 % 78,2 % 72,12 % 83,1 % 71,9 % 72,8 % Unmittelbar von Wohnungslosigkeit bedroht 10,2 % 7,9 % 9,7 % 10,2 % 10,6 % 9,9 % In unzumutbaren Wohnverhältnissen 3,4 % 3,1 % 4,5 % 1,7 % 3,5 % 4,2 % Ehemals v. Wohnungslosigkeit betroffen/ bedroht 3,8 % 2,4 % 2,9 % 0,0 % 4,0 % 2,9 % Kein Wohnungsnotfall 9,7 % 8,4 % 10,2 % 5,1 % 10,0 % 10,2 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 28 BAG W 5 Tabellenteil (unkommentiert) Tabelle 32: Erstmalige / wiederholte Wohnungslosigkeit nach Haushaltsstruktur & Geschlecht (2020) Allein stehend Alleinerziehend Paar ohne Kind(er) Paar mit Kind(ern) Sonstige Haus­ halts­ struk­tur Männer Frauen Gesamt erstmals wohnungslos 47,7 % 68,5 % 57,2 % 69,8 % 65,1 % 45,6 % 61,4 % 49,5 % wiederholt wohnungslos 52,3 % 31,5 % 42,8 % 30,2 % 34,9 % 54,4 % 38,6 % 50,5 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % Tabelle 33: Soziale Kontakte nach Geschlecht – alle Klient:innen und akut wohnungslose Klient:innen (2020) Alle Klient:innen Akut wohnungslose Klient:innen Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt nein, keine 9,1 % 4,4 % 7,8 % 9,8 % 5,3 % 8,8 % ja und zwar 90,9 % 95,6 % 92,2 % 90,2 % 94,7 % 91,2 % zu Partner/in 15,7 % 27,8 % 19,3 % 13,9 % 26,1 % 16,9 % zu eigenen minderjährigen Kindern 12,1 % 27,6 % 16,7 % 11,6 % 21,9 % 14,1 % zu volljährigen Kindern, Eltern, Verwandten 42,9 % 53,3 % 46,0 % 43,8 % 51,5 % 45,7 % zu Freunden/innen, Bekannten 75,0 % 69,1 % 73,2 % 77,8 % 71,8 % 76,4 % 9,1 % 15,1 % 10,9 % 7,4 % 10,4 % 8,2 % 11,9 % 14,4 % 12,7 % 11,0 % 11,6 % 11,1 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % zu Selbsthilfeorganisationen, Nachbarn, Vereinen, Kirchengemeinden o. ä. sonstige Tabelle 34: Wohnungsnotfälle nach Arbeits- und Beschäftigungssituation (2020) Erwerbslos Von Wohnungslosigkeit betroffen Dritter Zweiter Erster ­Arbeitsmarkt ­Arbeitsmarkt ­Arbeitsmarkt Selbst­ ständige Alle Klient:innen 78,0 % 51,3 % 58,6 % 61,2 % 58,4 % 73,0 % Unmittelbar von Wohnungslosigkeit bedroht 8,8 % 10,0 % 12,0 % 14,8 % 13,9 % 10,2 % In unzumutbaren Wohnverhältnissen 2,9 % 5,6 % 5,4 % 5,7 % 4,4 % 3,7 % Ehemals von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht 2,9 % 6,7 % 5,1 % 4,1 % 2,2 % 3,5 % Kein Wohnungsnotfall 7,4 % 26,4 % 18,9 % 14,2 % 21,2 % 9,7 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % Gesamt Tabelle 35: Einkommenssituation vor Hilfebeginn nach Geschlecht (2020) Alle Klient:innen Akut wohnungslose Klient:innen Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt Einkommen aus Erwerbs- oder Berufstätigkeit 10,6 % 13,4 % 11,4 % 19,4 % 21,5 % 20,0 % Leistungen nach SGB II (ALG II, Sozialgeld) 37,2 % 41,2 % 38,3 % 25,4 % 35,8 % 28,5 % Leistungen nach SGB III (ALG I) 4,5 % 3,1 % 4,1 % 4,3 % 3,0 % 3,9 % Leistungen nach SGB XII (Sozialhilfe) 5,1 % 5,0 % 5,0 % 2,8 % 3,4 % 3,0 % Rente, Pension 6,9 % 8,0 % 7,2 % 2,4 % 4,1 % 2,9 % Unterhalt durch Angehörige 0,5 % 2,0 % 0,9 % 0,5 % 2,4 % 1,1 % 3,7 % 3,8 % 3,7 % 5,0 % 3,6 % 4,5 % kein Einkommen Sonstige Einnahmen 31,5 % 23,6 % 29,3 % 40,2 % 26,2 % 36,1 % Gesamt 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 29 BAG W 6 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis 6 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis 6 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis Abbildung 1: W  ohnungsnotfälle im DzW (2020) – Alle Klient:innen........................................................................................................................................................5 Abbildung 2: A  nzahl der liefernden Teilstellen (Balken) und Anzahl der Klient:innendaten (schwarze Linie) (2010–2020)...............................................6 Abbildung 3: A  rt des Wohnungsnotfalls und Geschlecht (2020)...............................................................................................................................................................7 Abbildung 4: A  lter (2012, 2016, 2020)...............................................................................................................................................................................................................8 Abbildung 5: Staatsangehörigkeit (2012, 2016, 2020)..............................................................................................................................................................................12 Abbildung 6: Migrationshintergrund (2012, 2016, 2020).........................................................................................................................................................................12 Abbildung 7: H  öchster erreichter Schulabschluss (2012, 2016 und 2020).......................................................................................................................................13 Abbildung 8: B  erufsabschluss nach Altersklassen 2020 (alle Klient:innen).......................................................................................................................................14 Abbildung 9: E  inkommenssituation (zu Beginn der Hilfe) (2012, 2016, 2020)................................................................................................................................15 Abbildung 10: K  ontakt zu einem Arzt / einer Ärztin in den letzten 6 Monaten (vor Hilfebeginn) nach Wohnungsnotfall (2020).................................20 Abbildung 11: K  ontakt zu einem Arzt / einer Ärztin in den letzten 6 Monaten (vor Hilfebeginn) nach Alter, alle Klient:innen (2020)........................20 Abbildung 12: K  ontakt zu einem Arzt / einer Ärztin in den letzten 6 Monaten (vor Hilfebeginn) nach Wohnungsnotfall und Herkunft (2020).....21 Abbildung 13: V  ermittlung durch medizinisches Angebot an… (2020)................................................................................................................................................21 Abbildung 14: K  rankenversicherung (vor Hilfebeginn) nach Wohnungsnotfall (2020)..................................................................................................................22 Abbildung 15: K  rankenversicherung zu Beginn der Hilfe nach Alter (2020)......................................................................................................................................23 Abbildung 16: K  rankenversicherung zu Beginn der Hilfe nach Herkunft und Migrationshintergrund (2020).......................................................................23 Abbildung 17: K  ontakt zu einem Arzt / einer Ärztin in den letzten 6 Monaten (vor Hilfebeginn) nach Krankenversicherungsstatus, alle Klient:innen (2020)..............................................................................................................................................................................................................24 Tabelle 1: Zusammensetzung der datenliefernden Einrichtungen / Dienste (2019 und 2020)....................................................................................................4 Tabelle 2: Altersgruppen und Geschlecht, alle Klient:innen (2012, 2016, 2020).................................................................................................................................7 Tabelle 3: Unterkunftssituation vor Hilfebeginn, alle Klient:innen (2012, 2016, 2020)....................................................................................................................8 Tabelle 4: Unterkunftssituation nach Geschlecht, alle Klient:innen (2012, 2016 und 2020)..........................................................................................................9 Tabelle 5: Auslöser des drohenden oder letzten Wohnungsverlustes nach Geschlecht, alle Klient:innen (2012, 2016, 2020).....................................10 Tabelle 6: Grund des letzten Wohnungsverlustes, alle Klient:innen (2012, 2016, 2020).............................................................................................................11 Tabelle 7: Haushaltsstruktur (2012, 2016 und 2020)................................................................................................................................................................................16 Tabelle 8: Haushaushaltsstruktur nach Geschlecht, alle Klient:innen (2012, 2016, 2020)..........................................................................................................16 Tabelle 9: Wohnungsnotfälle im Vergleich: H  aushalte mit und Haushalte ohne Kind(er) (2012, 2016, 2020).....................................................................17 Tabelle 10: Unterkunftssituation von Haushalten mit und ohne Kind(er) vor Hilfebeginn (2020).............................................................................................17 Tabelle 11: Dauer der aktuellen Wohnungslosigkeit (2012, 2016, 2020)...........................................................................................................................................18 Tabelle 12: Wohnwünsche akut wohnungsloser Klient:innen (2020)...................................................................................................................................................18 Tabelle 13: Krankenversicherung zu Beginn der Hilfe nach Geschlecht und Haushaltsstruktur, alle Klient:innen (2020)................................................22 Tabelle 14: Verteilung nach Art des Hilfeangebots nach Geschlecht – alle Klient:innen (2020)................................................................................................25 Tabelle 15: Verteilung in Angeboten des Hilfesystems nach Geschlecht – alle Klient:innen (2020)........................................................................................25 Tabelle 16: Staatsangehörige in den Angeboten des Hilfesystems – alle Klient:innen (2020)...................................................................................................25 Tabelle 17: Betreuungsdauer nach Geschlecht - alle Klient:innen (2020)..........................................................................................................................................25 Tabelle 18: Geschlecht – alle Klient:innen (2012 – 2020) und akut wohnungslose Klient:innen (2014 – 2020)................................................................25 Tabelle 19: Staatsangehörigkeit nach Geschlecht – alle Klient:innen und akut wohnungslose Klient:innen (2020)..........................................................26 Tabelle 20: Staatsangehörigkeit im Zeitverlauf – alle Klient:innen und akut wohnungslose Klient:innen (2015 – 2020)...............................................26 Tabelle 21: Migrationshintergrund nach Geschlecht – alle Klient:innen und akut wohnungslose Klient:innen (2020).....................................................26 Tabelle 22: Berufsbildung nach Alter – alle Klient:innen (2020).............................................................................................................................................................26 Tabelle 23: Berufsausbildung im Zeitverlauf nach Geschlecht – alle Klient:innen (2012, 2016, 2020)..................................................................................26 Tabelle 24: Bildungsqualifikation im Zeitverlauf nach Geschlecht – alle Klient:innen (2012, 2016, 2020)............................................................................27 Tabelle 25: Familienstand im Zeitverlauf – alle Klient:innen und akut wohnungslose Klient:innen (2012, 2016, 2020).................................................27 Tabelle 26: Art des Hilfeangebots und Haushaltsstruktur – alle Klient:innen (2020)....................................................................................................................27 Tabelle 27: Einkommenssituation nach Alter - alle Klient:innen (2020)..............................................................................................................................................27 Tabelle 28: Aufstockung nach Alter – alle Klient:innen (2020)................................................................................................................................................................28 Tabelle 29: Erwerbsfähigkeit nach Alter - alle Klient:innen (2020)........................................................................................................................................................28 Tabelle 30: Unterkunftssituation vor Hilfebeginn nach Alter – Alle Klient:innen (2020)...............................................................................................................28 Tabelle 31: Wohnungsnotfall nach Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund – alle Klient:innen (2020)................................................................28 Tabelle 32: Erstmalige / wiederholte Wohnungslosigkeit nach Haushaltsstruktur & Geschlecht (2020)..............................................................................29 Tabelle 33: Soziale Kontakte nach Geschlecht – alle Klient:innen und akut wohnungslose Klient:innen (2020).................................................................29 Tabelle 34: Wohnungsnotfälle nach Arbeits- und Beschäftigungssituation (2020).......................................................................................................................29 Tabelle 35: Einkommenssituation vor Hilfebeginn nach Geschlecht (2020)......................................................................................................................................29 30 Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. Waidmannsluster Damm 37 13509 Berlin Tel.: +49 (0) 30 / 2 84 45 37 0 Fax: +49 (0) 30 / 2 84 45 37 19 Internet: www.bagw.de E-Mail: info@bagw.de BAG Wohnungslosenhilfe e.V.
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