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Volume Nr. 27, 4. Mai 1990

Full text: Amtsblatt für Berlin (Public Domain) Issue40.1990,2 (Public Domain)

1006 Steuer- und Zollblatt für Berlin 40. Jahrgang Nr.27 4. Mai 1990 
Was ist Unterhalt im Sinne des 8 33 a Abs. 1 EStG? 
Lediglich Aufwendungen für den typischen Unterhalt können als außergewöhnliche Belastung nach 8 33 a 
Abs. 1 EStG berücksichtigt werden. Dazu gehören Sachzuwendungen zur Befriedigung der üblichen Lebensbe- 
dürfnisse (Ernährung, Kleidung, Wohnung) sowie die Zuwendung sonstiger Gegenstände des täglichen Bedarfs, 
z.B. von Tabakwaren, Kosmetikartikeln, Zeitungen und Zeitschriften, aber auch von wertmäßig nicht ins Gewicht 
fallenden Geräten und Ersatzteilen für Haus und Garten. Geldzuwendungen können berücksichtigt werden, 
soweit sie für den typischen Unterhalt bestimmt sind. Keinen typischen Unterhalt stellen hingegen Sachen von 
nicht unerheblichem Wert dar wie Waschmaschinen, Unterhaltungselektronik, Personalcomputer, ferner teuere 
Kleidungsstücke und Gegenstände für den beruflichen/betrieblichen Bedarf. Die Zuwendung gebrauchter 
Sachen stellt in der Regel ebenfalls keine außergewöhnliche Belastung dar. 
Welche Nachweise sind erforderlich? 
Grundsätzlich sind die Voraussetzungen für die Berücksichtigung als außergewöhnliche Belastung im einzelnen 
nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Dazu sind folgende Angaben erforderlich: 
® Name der unterhaltenen Person und Anschrift in der DDR oder in Berlin (Ost), 
® Geburtsdatum, 
® Verwandtschaftsgrad oder sonstige Beziehung zum Steuerpflichtigen, 
® Art, Menge und Wert von Sachzuwendungen, soweit diese sich nicht bereits aus Belegen ergeben (z.B. aus 
Einkaufsquittungen oder aus einer Rechnung über die Hotelunterbringung eines besuchsweise aufgenomme- 
nen Angehörigen), 
@ Höhe und vorgesehene Verwendung von Geldzuwendungen, ggf. Nachweis der Abhebung von dem Geld- 
institut oder Nachweis durch eine von dem Geldinstitut bestätigte Überweisung in die DDR oder nach 
Berlin (Ost), 
® Beginn und Ende der besuchsweisen Aufnahme. 
Der Steuerpflichtige muß sich die Zuwendungen zeitnah vom Unterhaltsempfänger schriftlich bestätigen lassen 
Das Finanzamt kann im Einzelfall weitere Nachweise verlangen (z.B. Angabe der Nummer des Passes oder 
anderen Ausweispapiers des Unterhaltsempfängers) 
Welche Nachweiserleichterungen gibt es? 
In bestimmten Fällen können an Stelle der tatsächlichen Aufwendungen Pauschbeträge geltend gemacht 
werden: 
® für die besuchsweise Aufnahme von Angehörigen ein Pauschbetrag von 10 DM je Person und Tag, 
I für Unterhaltsaufwendungen anläßlich des Besuchs von Angehörigen in der DDR oder in Berlin (Ost) ein 
Pauschbetrag von 50 DM für.jede Besuchsreise, unabhängig von der Zahl der Besucher und der Zahl der 
besuchten Personen; dieser Pauschbetrag ist für Reisen, die nach dem 31. März 1990 angetreten werden, ent- 
fallen, 
3 für Pakete und Päckchen, deren Versendung durch postalische Belege nachzuweisen ist, Pauschbeträge von 
40 DM bzw. 30 DM. Durch die Pauschbeträge werden auch die Kosten der Verpackung und Versendung 
abgegolten. 
Ein Wechsel zwischen der Inanspruchnahme der jeweiligen Pauschbetragsregelung und der Möglichkeit, die tat- 
sächlichen Aufwendungen geltend zu machen, ist für dasselbe Kalenderjahr nicht zulässig. 
Die Inanspruchnahme der Pauschbeträge ist ausgeschlossen, soweit sie zu einer unangemessenen steuerlichen 
Entlastung führen würde 
Wenn Sie hierzu noch weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte 
an Ihr Finanzamt. 
Herausgegeben vom Bundesministerium der Finanzen und von den obersten Finanzbehörden der Länder
	        
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