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Volume Nr. 79, 21. Dezember 1989

Full text: Amtsblatt für Berlin (Public Domain) Issue39.1989,2 (Public Domain)

Steuer- und Zollblatt für Berlin 39. Jahrgang Nr.79 21. Dezember 1989 4 
Werbungskosten abziehbar, wenn für das normale Wohnbedürfnis kein hinreichender Raum 
zur Verfügung steht oder wenn das Arbeitszimmer ständig durchquert werden muß, um andere 
privat genutzte Räume der Wohnung zu erreichen (BFH-Urteil vom 18.10.1983 — BStBl 1984 II 
S. 110”); die private Mitbenutzung des Arbeitszimmers ist dagegen von untergeordneter Bedeu- 
tung, wenn es nur durchquert werden muß, um z.B. das Schlafzimmer zu erreichen (BFH-Urteil 
vom 19.8.1988 — BStBI1IIS. 1000”). *Wegen der berücksichtigungsfähigen Kosten dem Grunde 
und der Höhe nach, wenn das Arbeitszimmer in einem selbstgenutzten Haus oder in einer 
selbstgenutzten Eigentumswohnung gelegen ist, siehe BFH-Urteil vom 18.10.1983 — BStBl 1984 
II S. 112”. Die anteiligen Kosten des Arbeitszimmers richten sich nach dem Verhältnis der Fläche 
des Arbeitszimmers zur gesamten Wohnfläche einschließlich des Arbeitszimmers (BFH-Urteil 
vom 10.4.1987 — BStBIII S. 500%). Liegt das Arbeitszimmer in einer den Ehegatten gemeinsam 
gehörenden Wohnung, einem gemeinsamen Einfamilienhaus oder einer gemeinsamen Eigen- 
tumswohnung, so sind die auf das Arbeitszimmer anteilig entfallenden Aufwendungen ein- 
schließlich AfA grundsätzlich unabhängig vom Miteigentumsanteil des anderen Ehegatten zu 
berücksichtigen (BFH-Urteil vom 12.2.1988 —BStBI1IS. 764”); entsprechendes gilt für die auf 
das Arbeitszimmer anteilig entfallenden Schuldzinsen (BFH-Urteil vom 3.4.1987 — BStBl IT 
S: 623%). Vergütungen an den Ehegatten für die Reinigung des Arbeitszimmers sind nicht ab- 
ziehbar (BFH-Urteil vom 27.10.1978 — BStBI 1979 II _S. 80”). 
46. Werbungskosten bei Heimarbeitern 
(1) Bei Heimarbeitern im Sinne des Heimarbeitsgesetzes können Aufwendungen, die unmit- 
telbar durch die Heimarbeit veranlaßt sind, z.B. Miete und Aufwendungen für Heizung und 
Beleuchtung der Arbeitsräume sowie für Arbeitsmittel und Zutaten, als Werbungskosten an- 
erkannt werden, soweit sie die Heimarbeiterzuschläge nach Absatz 2 übersteigen. 
(2) !Lohnzuschläge, die den Heimarbeitern zur Abgeltung der mit der Heimarbeit verbun- 
denen Aufwendungen neben dem Grundlohn gezahlt werden; sind insgesamt aus Vereinfa- 
chungsgründen nach $ 3 Nr. 30 und 50 EStG steuerfrei, soweit sie 10 v.H. des Grundlohns nicht 
übersteigen. ?Die oberste Finanzbehörde eines Landes kann mit Zustimmung des Bundesmi- 
nisters der Finanzen den Vomhundertsatz für bestimmte Gruppen von Heimarbeitern an die 
tatsächlichen Verhältnisse anpassen. 
47. Werbungskosten bei bestimmten Berufsgruppen 
(1) !Bei den nachstehend bezeichneten Berufsgruppen können die mit der beruflichen Tätig- 
keit zusammenhängenden Umzugskosten, Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und 
Arbeitsstätte ‚sowie Mehraufwendungen bei doppelter Haushaltsführung nach Maßgabe der 
Abschnitte 41 bis 43 als Werbungskosten neben dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag ($ 9 a Nr. 1 
EStG) anerkannt werden. ?Zur Abgeltung der übrigen. Werbungskosten werden folgende 
Pauschbeträge neben dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag zum Abzug zugelassen: 
il. bei Artisten 265 DM monatlich. Zu den Artisten gehören 
Akrobaten, Jongleure und Universalartisten, 
Zauberkünstler und Dressurkünstler, 
Schnellmaler und Musikalartisten, 
Bauchredner und Imitatoren, 
Komiker, Humoristen,, Ansager und Disk-Jockeys, 
Sänger und Tänzer, soweit sie nicht unter Nummer 2 fallen; 
2. bei darstellenden Künstlern 
a) 365 DM monatlich, soweit sie solistische Leistungen erbringen, 
b) 265 DM monatlich, soweit sie Leistungen innerhalb einer Gruppe, z.B. in einem Chor 
oder einem Ballett, erbringen oder als Inspizienten oder Regieassistenten tätig sind. 
1" StZBI. Bin. 1984 S. 1120 
* StZBi. Bin. 1989 S.435 
*' StZBl. Bin. 1984 S. 1121 
StZBl. Bin. 1987 S. 1412 
StZBl. Bin. 1989 S. 225 
StZBl. Bin. 1988 S. 10 
?ı StZBl. Bin. 1979 S. 640 
201°
	        
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