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Volume Nr. 3, 20. Januar 1989

Full text: Amtsblatt für Berlin (Public Domain) Issue39.1989,1 (Public Domain)

Steuer- und Zollblatt für Berlin 39. Jahrgang Nr.3 20. Januar 1989 69 
bauberechtigten, ein Entgelt in Form wiederkehrender satzsteuergesetz (Mehrwertsteuer), Kommentar, 5. Aufl., 
Leistungen, den Erbbauzins (vgl. 88 9, 9:a ErbbauV) zu $ 1 Anm. 85 f.; Söhn, Steuer und Wirtschaft — StuW — 
entrichten. 1975, 164, 167). 
Besteht eine Tätigkeit iti d ti Im Streitfall kann dahingestellt bleiben, wie die einheit- 
Leistungselementen, so Ist für ale Besümmung des Lei. 19%° Duldungsleistung aufzuteilen ist (dazu BFHE 104, 
stungsgegenstandes entscheidend, welches Element im liche Finanzrechtsprechung Z HER dr 972, 253), und 
Vordergrund steht (vgl. z. B. BFH-Urteile vom 30. Juli ob Teilleist ni.S. des 813 Abs. 1 N 1 B h + 
1986 V-R 41/76, BFHE 147, 279, BStBI II 86, 874%; vom g SANS S DE A MUCNSE 8 
) > ? 4. 262. BSHBI II Sätze 2 und 3 UStG anzunehmen sind. Da Jährliche Zah- 
£ EEE . Sn A EV aSE  BEHE9S lung der Erbbauzinsen vereinbart worden ist, kommt al- 
527 BStBI 169 580) Das Erbbaurechtsverhältnis steht lenfalls eine Tejlerfassung. der 1976 erbrachten Dul- 
En A x . 7 dungsleistung mit dem zum Jahresende 1976 zu bean- 
nach SEC rechtlichen und wirtschaftlichen Leistungs- spruchenden Erbbauzins in Betracht; eine auf den Monat 
Inhalt einem dauemden Nutzungsverhältmis näher als der Oktober 1976 beschränkte Duldungsleistung ist zu ver- 
Übereignung eines Grundstücks. Da der wirtschaftliche neinen. 
Leistungsinhalt des Erbbaurechts durch die dem Rechts- 
erwerb folgende Duldung der Rechtsbeeinträchtigung Aus $ 15 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 UStG 1980, wonach der 
des Eigentums durch den Erbbaurechtsbesteller gekenn- gesondert ausgewiesene Steuerbetrag auch auf eine 
zeichnet ist, ist umsatzsteuerlich die Bestellung eines Zahlung vor Ausführung des Umsatzes abgezogen wer- 
Erbbaurechts eine Dauerleistung (vgl. Urteil des Reichs- den kann, ergibt sich für den Streitfall schon deshalb 
finanzhofs — RFH — vom 10. März 1933 VA 490/32, nichts anderes, weil diese Regelung auf Zeiträume. vor 
RFHE 32, 354, RStBI 1933, 1343; BFH-Urteile in BFHE 1980 nicht anzuwenden ist ($& 27 Abs. 1, 2 und 4 UStG 
104, 262, BStBI IL 1972, 238%; vom 16. August 1973 1980). 
V R 36/69, BFHE 110, 381, BStBI II 73, 8757). Dem ent- I 
spricht auch die ertragsteuerliche Behandlung des Erb- 
baurechts; dort wird seinem wirtschaftlichen Leistungs- 
inhalt entsprechend das Erbbaurecht bilanzrechtlich als Umsatzsteuer 
schwebendes, Geschäft behandelt (z. B. BFH-Urteile Urteil des BFH vom 30. Juni 1988 - VRR 79/84 
vom 20. Januar 1983 IV R 158/80, BFHE 138, 53, BStBI II Vorinstanz: Niedersächsisches FG 
1983, 4139; vom 17. April 1985 1R 132/81, BFHE 144, 
213, BStBI II 1985, 6179). (StZBl. Bin. 1989 S. 69) 
Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus der Änderung „Eine Körperschaft des öffentlichen Rechts kann 
des 8 4 Nr. 12 c UStG. Infolge der neueren Rechtspre- sich auch insoweit unternehmerisch i. S. von 82 
chung zur Grunderwerbsteuerbarkeit der Bestellung ei- Abs. 3 UStG 1973 betätigen, als sie gesetzlich zuge- 
nes Erbbaurechts (BFH-Urteil vom 28. November 1967 \Wiesene Aufgaben erfüllt und konkurrierende private 
IL R 37/66, BFHE 91, 191, BStBl 1168, 2231%) war die bis Unternehmer nicht vorhanden sind. Entscheidend ist, 
zum UStG 1980 ausdrücklich neben anderen Dauernut- ob die Körperschaft des Öffentlichen Rechts Tätigkei- 
zungsrechten geregelte Befreiung der Erbbaurechtsbe- ten ausführt, wie sie auch von einem privaten Unter- 
stellung überflüssig geworden, weil der Grunderwerb- nehmer ausgeführt werden können. 
steuer unterliegende Rechtsvorgänge bereits nach 8 4 UStG 1973 8 2 Abs. 3. 
Nr. 9 UStG von der Umsatzsteuer befreit sind. Für die 
umsatzsteuerliche Beurteilung der Leistung ergeben sich (BStBl. 1988 II S. 910) 
daraus „keine zwingenden Folgerungen. UStG und 
Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) knüpfen an unter- L 
schiedliche Tatbestände an (vgl. z.B. BFH-Beschluß Die Klägerin, Revisionsklägerin und Revisionsbeklagte 
vom 30. Oktober 1986 V B 44/86, BFHE 148, 80, BStBII (xjägerin) ist gemäß. $ 1 Abs. 2 des Niedersächsischen 
87, 145'))., Das folgt bereits daraus, daß die Grunder- (Gesetzes über Landwirtschaftskammern (LWKG) i. d. F. 
werbsteuer an das schuldrechtliche Verpflichtungsge- vom 1. Juni 1967 (Niedersächsisches Gesetz- und Ver- 
schäft ($ 1 GrEStG), die Umsatzsteuer dagegen in ihrem ordnungsblatt — GVBIND — 1967, 223) eine Körper- 
Grundtatbestand an die wirtschaftliche Leistung an- schaft des öffentlichen Rechts. Sie hat nach $ 2 Abs. 1 
knüpft. LWKG die Aufgabe, im Einklang mit den Interessen der 
4. Diese sonstige Leistung des Grundstückseigentü- Allgemeinheit die Landwirtschaft, zu der nach $ 4 Abs. 7 
mers ist als im umsatzsteuerrechtlichen Sinne einheitich LWKG auch die Forstwirtschaft gehört, zu fördern und 
anzusehen. Einheitliche Leistungsvorgänge sind solche, ihre fachlichen Belange wahrzunehmen. Dabei hat sie (als 
die so ineinandergreifen, daß sie bei natürlicher Betrach- Pflichtaufgaben nach $ 2 Abs. 2 LWKG) u. a. . 
tung hinter dem Ganzen zurücktreten (vgl. BFH-Urteil 8) die landwirtschaftliche Erzeugung durch geeignete 
vom 22. März 1979 V R 127/70, BFHE 128, 95, BStBI II . Einrichtungen und Maßnahmen zu fördern ünd zu stei- 
79, 59412); Mößlang in Sölch/Ringleb/List, a. a. O., 8 1 gem, 
Anm. 14: Husmann in Rau/Dürrwächter/Flick/Koch, Um- C) Wirtschaftsberatung und  Wirtschaftsbetreuung 
durchzuführen, 
CORE USTG £) Maßnahmen zur Güteförderung und Standardisierung 
5) StZBI. Bin. 1972 S. 932 (Leitsatz) zu treffen sowie bei Fragen der Verwertung und des 
7) SEE Din 10 S NS Absatzes landwirtschaftlicher Erzeugnisse. mitzuwir- 
3) StZBI. Bin. 1983 S. 1593 ken, | . 
2 SıZB Bi. 1086 8.223 5 V die Behörden und Gerichte in Fachfragen der Land- 
11) SıZBl. Bin. 1987 S. 793 wirtschaft vor allem durch Erstattung von Gutachten 
12) StZBl. Bin. 1980 S, 17 zu unterstützen und
	        
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