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Volume Nr. 52, 16. September 1988

Full text: Amtsblatt für Berlin (Public Domain) Issue38.1988,2 (Public Domain)

1884 Steuer- und Zollblatt für Berlin 38. Jahrgang Nr. 52 16. September 1988 
mäß $ 2 Abs. 1 Nr. 4 Buchst. b oder c KVStG 1972 ge- rügen gebunden ist ($ 118 Abs. 2 FGO), wurde die Einla- 
sellschaftsteuerpflichtige Leistung in Erwägung gezogen ge des Grundbesitzes „quoad sortem“ bereits aufgrund 
hat, ist seine Auffassung fehlerhaft. des Gesellschaftsvertrages vom 18. Dezember 1967 er- 
5: Das FG hat ihn talsächlicher Hinsicht ofine Verstoß de Sie waram 4-Februer 1972 längst vollzogen An 
gegen die Denkgesetze oder gegen Erfahrungssätze PART a A Se DE ea 
schaft i. S. des S. r. tG 1972. Die damals 
dem $ 7 des Gesellschaftsvertrages der Klägerin ent- schon Sbrachte Einlage „quoad sortem“ wirkte sich des 
nommen, daß der im zivilrechtlichen Eigentum des Dste- palb werterhöhend auf die Gesellschaftsrechte aus, die 
Ben NOT NE Er DE ale tue die Kommanditisten der Klägerin am 4. Februar 1972 
SCHATEIOEITEO US sortem“ überläßt der Gesell- RT DEAN A Da 9 Ser Dr der Na 
» „quoad sortem“ in die Bemessungsgrundlage für de 
schafter der Gesellschaft Sachen oder Rechte in der Wei- EB etehwEID von Geseischaftsrechten 9 Ss. ders Abe a 
se, daß zwar. nicht das zivilrechtliche Eigentum auf die Nr. 1.1. V.m. 85 Abs. 2 Nr. 3 und 88 Nr. 1 Buchst. b 
Gesellschaft übergeht, daß aber die Sache (das Recht) so KVStG 1972 ein. Die Nutzung des „quoad sortem“ ein: 
EOS Wa Ed EEE EEE RE Selagen Grundbesitzes durch die Klägerin in der Zeit 
e ee DE nu m nach dem 4. Februar 1972 geht nicht auf eine weitere 
N Ur EEE Ur NE ECDEN en a AO gesellschaftsteuerbare Leistung des D zurück. Das FG ist 
Rech) verbundenen Lasten, die Gefahr und der Rıdizen— Gec9" Im Frgebnis zutreffend davon ausgegangen, daß 
S 2 nach dem 4. Februar ein Sachverhalt mehr ver- 
Re eh REICHS ATNES VO DE FE Te wirklicht wurde, der eine Gesellschaftsteuer nach 8 2 
. KVStG 1972 auslöst. 
1292/92, RGZ 31, 28, 29; vom 14. April 1903 VII 458/02, 
RGZ 54, 278, 280; vom 2. Januar 1925 ‚II 701/23, RGZ 
109, 380; Urteil des Bundesgerichtshofs vom 25. März 7 
1965 II ZR 148/62, Wertpapier-Mitteilungen 1965, 746; 
Düringer/Hachenburg, Handelsgesetzbuch, Il. Bd., 
1. Hälfte, Anm. 62a; Ulmer in Münchener Kommentar Geselischaftsteuer 
zum Bürgerlichen Gesetzbuch, $& 706 Anm. 11; A. Hueck, Urteil des BFH vom 27. Januar 1988 - IR 387/83 
Das Recht der offenen Handelsgesellschaft, 4. Aufl., 8 6, Vorinstanz: FG Düsseldorf 
S. 59, 60, FN 30; Huber, Vermögensanteil, Kapitalanteil 
und Gesellschaftsanteil an Personengesellschaften des (StZBl. Bin. 1988 S. 1884) 
Handelsrechts, Heidelberg 1970, 8 9, S. 196, 197; Fi- N Sr 
scher, Handelsgesetzbuch, Großkommentar, von Staub Werden gegenüber dem Kommanditisten einer 
begründet, neu bearbeitet von Brüggemann u. a:, 8 105 GmbH & Co. KG Verlustanteile mit dessen Guthaben- 
Anm. 56). zinsen und Tantiemeguthaben saldiert und nur der 
Das: Versprechen. der. Einlage einer‘ Sache (eines saldierte Betrag auf dem Gesellschafter-Verlustkon- 
as Y to ausgewiesen, so kann hierin ein gemäß 8 2 Abs. 1 
Rechts) „quoad sortem“ begründet den Anspruch der Mr 2 der Nr. 4 Buchst. b KVStG 1972 N ESCHECHOI. 
am za Ver ang ge serwiUmzu Vo flang se mp ohliser Verzicht auf die Voratvergütungen 
Ed . Ä N 7 oder aber die nicht gesellschaftsteuerbare Durchfüh- 
Geeeleohaft dem Were naeh überlssen SE Eins ick. !U9 einer Gewinn” und Verkustvertelungsabrede Ne 
} S en. Zur Abgrenzung ist darauf abzustellen, ob die 
gabe der Sache (des Rechts) im Zuge der Liquidation der N Uereinbarung von N Verabvergutungen sich als Forde- 
Geselachafler 1a Im Unteaetied zum Fal br dm ng es Gescllschalters unmitelbar gegenüber der 
@ esellschaft darstellt. 
brauchsüberlassung ($& 732 des Bürgerlichen Gesetzbu- 
ches — BGB —) gesetzlich nicht vorgesehen. An ihre KVStG 1972 $2 Abs. 1.Nr. 2 und Nr. 4 Buchst. b; 
Stelle tritt die Verwertung der Sache (des Rechts) durch HGB 88 120, 167, 168. 
die Liquidatoren oder die Teilung in Natur (vgl. Ulmer, 
a. a. O., 8 733 Anm. 11 und 15). Deshalb stellt sich die (BStBl. 1988 II S. 454) 
Einlage „quoad sortem“ als eine einmalige Handlung und 
nicht als Dauertatbestand dar. Das Nutzungsrecht, das l. 
die Gesellschaft an der Sache (dem Recht) erhält, ist Fol- nr Be EST 
ge der Einlage „quoad orte und nicht Nie Folge einer Die Klägerin und Revisionsklägerin (Klägerin) SUEINE 
als selbständige Leistung erbrachten dauernden Nut- N EN Men On ES ch 
zungsüberlassung. Das Nutzungsrecht. der Gesellschaft U Il OMAN A UNC 175 Wären. NaCl dem 
entsteht mit der Einbringung der Sache (des Rechts) Gesell schaftsvertrag waren die vereinbarten Gesellschaf- 
uoad sortem“. Deshalb ist auch mit der Einlage dem ter-Einlagen auf sog. Kapitalfestkonten auszuweisen. Ge- 
we He nach d er Tatbestand verwirklicht, an den &2 winne und Verluste sowie Entnahmen und weitere Einla- 
Abs. 1 Nrn. 1 und 2 KVStG 1972 die gesellschaftsteuer- OR au! EDEN on EEE ne San 
pflichtigen Leistungen knüpft. Darauf, ob die Klägerin e WSGEWIESEN. ZAUFSICSN! DESTANdEN. GESEN- 
wirtschaftliche Eigentümerin der „quoad sortem“ einge- SChafter-Verlustkonten. Bei der Gewinn- und Verlustver- 
legten Sache (des Rechts) geworden ist, kommt es nicht teilung sollten die darlehensmäßig geführten Konten vor- 
an. Ebenso ist die Frage der Bilanzierung der „quoad aD mE SV HR VerinSt werden. Außerdem versprachen 
sortem“ eingelegten Sache (des Rechts) entscheidungs- die Gesellschafter der Klägerin durch Beschluß vom 
N EYE. ıcg 24./31. März 1975 dem ES für seine Tätigkeit im Betrieb 
) der Klägerin eine Mindesttantieme von 90 000 DM pro 
4. Nach den tatsächlichen Feststellungen des FG, an KGeschäftsjahr, die auch in Verlustjahren zu zahlen wa- 
die der Senat in Ermangelung entsprechender Revisions- ren.
	        
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