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Volume Nr. 38, 20. Juli 1988

Full text: Amtsblatt für Berlin (Public Domain) Issue38.1988,2 (Public Domain)

Steuer- und Zollblatt für Berlin 38. Jahrgang Nr.38 20. Juli 1988 kan] 
Inanspruchnahme erhöhter Absetzungen oder des Abzugs wie Sonderaus- 
gaben 
(2) 1834 f Abs. 1 EStG setzt entweder die tatsächliche Inanspruchnahme erhöhter Abset- 
zungen nach 87 b EStG oder 8 15 BerlinFG oder den Abzug der den erhöhten Absetzungen 
entsprechenden Beträge wie Sonderausgaben nach 852 Abs. 21 Satz 4 EStG voraus. ?Die 
Restwert-AfA nach 8 7 b Abs. 1 Satz 2 EStG und die degressiven Absetzungen nach 8 7 Abs. 5 
HAN EStG oder die erhöhten Absetzungen nach 8 14a BerlinFG berechtigen nicht zur Inanspruch- 
| 1 nahme der Steuerermäßigung nach 8 34f Abs. 1 EStG. Macht der Steuerpflichtige nur die 
Mindest-AfA nach 8 7 a Abs. 3 EStG geltend, weil er zulässigerweise bis zum Ende des dritten 
auf das Jahr der Fertigstellung folgenden Jahres bisher unterlassene erhöhte Absetzungen 
nach 87b Abs. 3 EStG nachzuholen beabsichtigt, berechtigt dies zur Inanspruchnahme der 
Steuerermäßigung des 8 34 f Abs. 1 EStG auch für VZ, in denen lediglich die Mindest-AfA in 
” Anspruch genommen werden. *Satz 3 gilt entsprechend, wenn der Steuerpflichtige den Son- 
derausgabenabzug nach 8 10 e Abs. 1 bis 5 oder 8 52 Abs. 21 Satz 4 EStG wegen beabsichtig- 
ter Nachholung nicht oder nur teilweise geltend macht. 
(3) !Eine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken im Sinne des 8 34 f Absätze 1 und 2 EStG liegt 
nur vor, wenn die Wohnung in dem Objekt, für das der Steuerpflichtige die erhöhte Absetzung 
!nach 87b EStG oder den Sonderausgabenabzug nach $ 10e Abs. 1 bis 5 oder nach 8 52 
Abs. 21. Satz 4 EStG oder nach 8 15b BerlinFG in Anspruch nimmt, im VZ den Mittelpunkt der 
Lebensinteressen (Familienwohnsitz) des Steuerpflichtigen bildet; ein Zurverfügungstehen 
ohne tatsächlichen Gebrauch reicht nicht aus. 2Eine Nutzung als Wochenend- oder Ferien- 
wohnung genügt daher nicht. Dagegen ist eine teilweise Nutzung des Objekts zu gewerbli- 
” chen, beruflichen oder öffentlichen Zwecken unschädlich, solange sie nicht zur Versagung 
der erhöhten Absetzungen nach 87 b EStG oder des Abzugs wie Sonderausgaben führt. ‘Es 
genügt, wenn die Nutzung zu eigenen Wohnzwecken nur während eines Teils des Kalender- 
jahrs vorliegt. $Eine unentgeltliche Überlassung an einen anderen mit Ausnahme minderjähri- 
ger Kinder stellt keine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken dar; dies gilt unabhängig davon, ob 
‚ die Überlassung auf Grund gesicherter oder ungesicherter Rechtsposition erfolgt. °Eine Mit- 
benutzung des Objekts oder der Wohnung im Zweifamilienhaus durch andere Personen ist 
I dagegen unschädlich. 7Eine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken ist für vor dem 1. Januar 
1987 hergestellte oder angeschaffte Objekte ausnahmsweise dann nicht erforderlich, wenn 
der Steuerpflichtige wegen Wechsels des Arbeitsortes an der Nutzung des Objekts zu eigenen 
Wohnzwecken gehindert ist. °Ein Wechsel des Arbeitsortes ist anzunehmen, wenn der Steuer- 
pflichtige den Ort seiner beruflichen Tätigkeit ändert. 
(4) Die Steuerermäßigung kann, auch wenn in einem VZ die Voraussetzungen ausnahms- 
weise für mehrere Objekte gegeben sein sollten, stets jeweils nur für ein Objekt in Anspruch 
1 genommen werden (8 34 f Abs. 3 EStG). 
(5) ‘Kinder sind für die Anwendung des 8 34 f EStG beim Steuerpflichtigen nur zu berück- 
I sichtigen, wenn sie im jeweiligen VZ die Voraussetzungen des 8 32 Abs. 1 bis 5 EStG erfül- 
len; für vor dem 1. Januar 1986 hergestellte oder angeschaffte Wohnobjekte ist der jeweils 
maßgebende Kindbegriff zugrunde zu legen (8 52 Abs. 24 EStG). ?Dabei muß es sich jedoch 
nicht in jedem VZ des Begünstigungszeitraums um dieselben Kinder handeln. °Auf die Inan- 
. spruchnahme des Kinderfreibetrags kommt es nicht an. 
Beispiele: 
A. Der Steuerpflichtige schafft 1986 ein von ihm ab Anschaffung selbstgenutztes Einfamilien- 
haus an, für das er im VZ 1986 erhöhte Absetzungen nach 87 b EStG und ab 1987 den 
Sonderausgabenabzug nach $ 52 Abs. 21 Satz 4 EStG in Anspruch nimmt. Ein über 16 Jahre 
altes Kind des Steuerpflichtigen beendet im Jahre 1986 seine Ausbildung. Der Steuer- 
pflichtige hat außerdem ein 1982 geborenes Kind. 1987 wird ein drittes Kind geboren. Die 
Kinder gehören zum Haushalt des Steuerpflichtigen. 1986 und 1987 sind bei dem Steuer- 
pflichtigen jeweils zwei Kinder nach 834 f Abs. 1 EStG zu berücksichtigen, so daß in den 
beiden VZ jeweils 600 DM abgezogen werden können. 
8. Wie Beispiel A. Der Steuerpflichtige schafft das Einfamilienhaus’aber in 1987 an. Das über 
16 Jahre alte Kind beendet im Jahre 1987 seine Ausbildung. Das dritte Kind wird in 1988 
geboren. 1987 und 1988 sind jeweils zwei Kinder nach 834 f Abs. 2 EStG zu berücksichti- 
gen, so daß in beiden VZ jeweils 1200 DM.abgezogen werden können. 
4Ein Kind gehört zum Haushalt des Steuerpflichtigen, wenn es bei einheitlicher Wirtschafts- 
führung unter Leitung des Steuerpflichtigen dessen Wohnung teilt oder sich mit seiner Einwil- 
ligung vorübergehend außerhalb seiner Wohnung aufhält. °Dabei genügt es, wenn die Haus- 
haltszugehörigkeit in einem früheren VZ innerhalb des für die erhöhten Absetzungen maßge- 
benden Begünstigungszeitraums vorgelegen hat und auf Dauer angelegt war. °Der Angabe 
des Steuerpflichtigen, die Haushaltszugehörigkeit sei auf Dauer angelegt gewesen. kann in 
der Regel ohne nähere Prüfung gefolgt werden. 
AZ
	        
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