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Volume Nr. 38, 20. Juli 1988

Full text: Amtsblatt für Berlin (Public Domain) Issue38.1988,2 (Public Domain)

iA Steuer- und Zollblatt für Berlin 38. Jahrgang Nr. 38 20. Juli 1988 
Veräußerung des stehenden Holzes so zu ermitteln, daß dem auf das stehende Holz entfal- 
lenden Veräußerungspreis der Betrag gegenübergestellt wird, mit dem das stehende Holz 
in dem für den 21. 6. 1948*) maßgebenden Einheitswert des forstwirtschaftlichen Betriebs 
oder Teilbetriebs enthalten war (BFH-Urteile vom 17. 5. 1960 — BStBl Ill S. 306 und vom 
21.5.1970 — BStBI II S. 747)V. *Hat der Veräußerer den forstwirtschaftlichen Betrieb oder 
Teilbetrieb nach dem 20. 6. 1948**) erworben, so sind bei der Ermittlung des Veräuße- 
rungsgewinns die steuerlich noch nicht berücksichtigten Anschaffungs- oder Erstauffor- ; 8 
stungskosten für das stehende Holz dem auf das stehende Holz entfallenden Veräuße- FE x 
rungserlös gegenüberzustellen. SDer Veräußerungsgewinn ist auf Antrag mit den Steuer- 
sätzen des 8 34 Abs. 1 EStG zu versteuern. 
'Die auf das stehende Holz entfallenden Einnahmen aus der Veräußerung einzel- 
ner forstwirtschaftlicher Grundstücksflächen gehören zu den laufenden 
Einnahmen des Wirtschaftsjahrs. 2Für die Ermittlung des Gewinns gelten die Grundsätze 
des $ 4 Abs. 1 EStG. %lst kein Bestandsvergleich für das stehende Holz vorgenommen 
worden, so ist Nummer 1 Sätze 3 und 4 entsprechend anzuwenden. *Eine Tarifermäßigung 
nach 8 34 EStG kommt nicht in Betracht. 5Auf Antrag kann jedoch der Gewinn aus der 
Veräußerung nach 8 34 b EStG versteuert werden. 
132. Durch behördlichen Zwang veranlaßte Veräußerungen 
(1) ‘Gesetze und Verordnungen, die die Deckung des Landbedarfs der öffentlichen Hand 
regeln, bestimmen zum Teil, daß Geschäfte und Verhandlungen, die der Durchführung der 
Landbeschaffung und der Landentschädigung dienen, von allen Gebühren und Steuern des 
Bundes, der Länder und der sonstigen öffentlichen Körperschaften befreit sind. 2Die Befreiung 
erstreckt sich nicht auf die Einkommensteuer für Gewinne aus diesen Rechtsgeschäften. °Ein 
Veräußerungsgewinn z. B. unterliegt bei dem Veräußerer der Einkommensteuer; vgl. BFH-Ur- 
teil vom 3. 9. 1964 (BStBl Ill S. 643)2. 
(2) Wegen der Übertragung stiller Rücklagen wird auf Abschnitt 35 hingewiesen. 
(3) Bei der durch behördlichen Zwang veranlaßten Veräußerung forstwirtschaftlicher Be- 
triebe, Teilbetriebe oder einzelner forstwirtschaftlicher Grundstücksflächen wird wegen der 
Besteuerung der außerordentlichen Holznutzungen auf Abschnitt 131: Abs. 6 hingewiesen. 
13. 
(weggefallen) 
Zu 8 14a EStG 
133 a. Freibetrag für Veräußerungsgewinne nach 8 14a EStG 
(1) 'Der Freibetrag nach 8 14a Abs. 1 bis 3 EStGist objektbezogen. 2Veräußert ein Land- 
und Forstwirt mehrere Betriebe, so kann demzufolge der Freibetrag mehrmals in Betracht 
kommen. °Dies gilt auch dann, wenn die Veräußerung der Betriebe in einem VZ erfolgt. *Wur- 
de der veräußerte land- und forstwirtschaftliche Betrieb in der Rechtsform einer Personenge- 
sellschaft oder von einer Gemeinschaft geführt, so steht der Freibetrag allen Gesellschaftern 
oder Gemeinschaftern gemeinsam nur einmal zu. SDasselbe gilt, wenn alle Gesellschafter 
oder Gemeinschafter gleichzeitig ihre Anteile veräußern. 
(2) 'Der Veräußerungsgewinn im Sinne des 8 14a Abs. 1 bis 3 EStG ist dem Gewinn des Ka- 
lenderjahrs hinzuzurechnen, in dem er entstanden ist. 2In Höhe des Freibetrags nach 814 a 
Abs. 1 bis 3 EStG ist ein. erzielter Veräußerungsgewinn sachlich steuerfrei (vgl. BFH-Urteil 
vom 16. 12. 1975 — BStBI 1976 II S. 360)%. 
(3) ‘Bei Veräußerung oder Aufgabe des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs nach dem 
31. 12. 1985 und vor dem 1. 1. 1992 ist bei Prüfung der nach 8 14 a Abs. 1 Nr. 1 EStG maßge- 
benden Wirtschaftswertgrenze von 40000 DM auf den Wirtschaftswert des Betriebs nach den ; 
Wertverhältnissen vom 1. 1. 1964 abzustellen. 2Bei Feststellung der Höhe der Einkünfte nach 
8 14a Abs. 1 Nr. 2 EStG sind die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft nicht zu berücksich- 
tigen. %Bei Ehegatten, die nicht dauernd getrennt leben, sind die Einkünfte auch dann zusam- 
menzurechnen, wenn die Ehegatten die getrennte Veranlagung nach 8 26 a EStG oder die be- 
sondere Veranlagung nach 826 c EStG wählen. 
(4) 'Nach 8 14 a Abs. 2 Satz 3 EStG bleibt der Entnahmegewinn unter bestimmten Voraus- 
setzungen außer Ansatz, soweit er auf die Wohnung des Land- und Forstwirts (8 13,Abs. 2 
Nr.2 EStG) und den dazugehörigen Grund und Boden entfällt. 2Die Abgrenzung des zu der 
Wohnung gehörenden Grund und Bodens richtet sich nach den allgemeinen Grundsätzen, 
z.B. 88 33, 34 BewG. Dabei zählen Hausgärten bis zur Größe von 10 Ar zu den Hof- und Ge- 
*%) Im Saarland: 19. 11. 1947. 
9 StZBl. Bin. 1972 S. 476 (Leitsatz) 
2) StZBl. Bin. 1965 S. 999 (Leitsatz) 
3) StZBl. Bin. 1976 S. 1508 
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