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7. Die in Zugang gestellten Beträge erklären sich zum Theil
damit, daß ihnen Mehreinnahmen gegenüberstehen, und daß sie an
andere städtische Kaffen nach bestimmten Grundsätzen und Verein
barungen zu leisten waren. Zum Theil sind sie auch aus dem im
Ordinärium Abtheilung F Titel V bereit gestellten Fonds für nnvor-
hergesehene Fälle überwiesen worden. Wirkliche Etatsüberschreitungen
liegen vor im Betrage von 7 281,53 Jt\ dieselben sind in den Er
läuterungen zu dem Jahresabschluß begründet und geben zu Bedenken
keine Veranlassung, weshalb ihre Genehmigung anheim gegeben wird.
8. Es wird folgende Beschlußfassung empfohlen:
Die Versammlung nimmt Kenntniß von dem Jahres
abschlüsse der Kanalisationswerke und der Rieselfelder pro
1. April 1896/97 und genehmigt, vorbehaltlich der bei der
Rechnungslegung sich etwa ergebenden Erinnerungen, die in
dem gedachten Etatsjahre vorgekommenen Etatsüber
schreitungen im Betrage von 7 281,53 Jt.
Der Ausschuß für Rechnungssachen:
Friederici. Reichnow. G- Alt.
Zu Nr. »7.
m.
Verhandelt Berlin, den 15. Februar 1898.
Bei Prüfung der Vorlage (Drucksache 811), betreffend den
Jahresschluß der Haupt-Stiftungskasse für 1. April 1896/97,
^and sich Folgendes zu bemerken:
1. Die rechnungsmäßige Gesammt-Einnahme aller in der Haupt-
Stiftungskasse geführten Verwaltungen, Stiftungen und Fonds betrug
im Rechnungsjahre 1896/97 8 033 462,66 Jt
die Ausgabe 5 636 500,oe .
giebt Bestand 2 396 962,4« Jt
Hierzu kommen die Bestände des Depositen-Fonds mit 11 563,w
sind 2 408 526,38 Jt
Davon gehen ab die am Schluffe des Rechnungs
jahres verbliebenen Vorschüsse mit 1 500 687,«» -
Und es verblieb Ende März 1897 ein Kassenstand von 907 838,43 Jt
welcher in die Kassenbücher des nächsten Jahres übernommen
worden ist.
2. In dem vorliegenden Jahresabschlüsse sind von den 106 Einzel
abschlüssen der Kasse die Schlnßsnmmen und außerdem die Vorschüsse
sowie die beini Depositenkonto einstweilen verwalteten Asservate als
Gesammt-Ergebniß der Kassenverwaltung der Haupt-Siftungskasse im
Rechnungsjahre 1896/97 nachgewiesen. Die Einzelabschlüsse sind nicht
gedruckt, sondern in je einem Exemplar handschriftlich vorgelegt worden;
sie sind mit Erläuterungen versehen, welche die vorgekommenen Etats-
Überschreitungen kurz begründen und über die Verwendung der Mittel
bei den Stiftungs-Fonds die erforderlichen Angaben enthalten. Die am
Schluffe des Verwaltungsjahres verbliebenen Bestände an zinsbar
belegtem Kapital sind darin gleichfalls nachgewiesen.
3. Das in Anlegewerthen vorhandene Kapitalvermögen der
Hauptstiftungskasse betrug Ende März 1897 bei den einzelnen Stif-
tungen und Fonds 26 407 267,36 Jt
Hierzu kommen die Kapitalien derjenigen Fonds,
welche zu diesem Zeitpunkte noch bei dem Depositen-
konto verwaltet wurden, niit 2 719 904,24 -
sind zusammen 29 127 171,eo Jt
Diese Summe war angelegt:
a) in Hypotheken mit 12 755 675,oo Jt
b) - Jnhaberpapieren mit 16 095034,52 -
c) - Sparkassenbüchern - 276 462,os •
4. Ferner besitzen die auf Seite 20 des Jahresabschluffes auf
geführten Stiftungen Grundstücke im Gesammt-Taxwerthe von
8 402 964 Jt, auf denen 909 883 Jt Hypothekenschulden haften.
5. Die für Wohlthätigkeits- k. Zwecke den Stiftungs-Fonds im
Jahre 1896/97 zugewendeten Vermächtnisse und Geschenke, soweit die
selben zinstragend zu belegen waren, betrugen zusammen 1038 470,77 Jt,
gegen 214 631,so ^ im Vorjahre.
6. Beim Grundstücks-Erwerbungs-Fonds gingen ein: an Restkauf
geldern 404 830 Jt, an Kaufgeldanzahlungen, Entschädigungen k.
778 977,51 Jt. Zur Tilgung von Hypotheken wurden verwendet
110643 Jt und für angekaufte Grundstücke nebst Stempel und Kosten
ausgegeben 1 146 001,»i Jt.
Die ausstehenden Forderungen an Restkaufgeldern betrugen
616 300 Jt und die Schulden des Fonds 36 000 Jt, so daß die For
derungen mehr betrugen 680 300 Jt. Unter Hinzurechnung des Baar
bestandes von 1 553 980,53 Jt stellte sich das Vermögen des Fonds
Ende März 1897 auf 2 134 280,53 Jt oder um 12 866,50 Jt geringer
als int Vorjahre. Von dem Bestände sind 1500 000 Jt an die
Stadt-Hauptkasse zur zinsbaren Belegung hinübergezahlt und beim
Vorschußkonto verbucht worden.
7. Die vorgekommenen Etatsüberschreitungen betragen nach der
überreichten Nachweisung E. 1 522 533,«7 Jt, davon sind durch die
Stadtverordneten-Versammlung besonders bewilligt 1 253 306,25 Jt,
auf Rückzahlungen und Kapitalsumsetzungen u.s. w. entfallen 243 082^,
so daß noch zu genehmigen bleiben 26144,82 Jt.
8. Die Prüfung der Einzelabschlüsse der verschiedenen Verwal
tungen, Stiftungen und Fonds hat stattgefunden. Die vorgedachten
Etatsüberschreitungen erscheinen hinreichend begründet und stehen Be
denken gegen ihre Genehmigung nicht entgegen.
9. Das Konto für den Verein Berliner Künstler zum Bau eines
Künstlerhanses weist am Schluß des Jahres 1895/96 ein Kapital-
vermögen von 114 499,88 nach, am Schluffe des Jahres 1896/97
ein solches von 118 442,04 Jt, ergiebt also einen Zuwachs von
3 942,16 Jt. Nun betragen aber die gesammten, durch Zinsen erzielten
Jahreseinnahmen 4 033,75 Jt, welcher Posten unverändert „zu Kapitals
umsetzungen" wiederum in Ausgabe gestellt ist. Liegt diese Differenz
von 91,5« Jt in dem Unterschiede zwischen Kours- und Nominalwerth
der beschafften Effekten, was nicht gut möglich, oder wo ist überhaupt
ein Nachweis darüber gegeben? Um Aufklärung wird ersucht.
Der Rechnungs-Ausschuß schlägt folgende Beschlußfassung vor:
A. Die Versammlung hat Kenntniß genommen von dem Jahres-
Abschlusse der Haupt-Stiftungskasse pro 1. April 1896/97 und
von den mitüberreichten Zusammenstellungen und Nachweisungen;
sie tritt der Anfrage des Ausschusses für Rechnungssachen bei
und übersendet dem Magistrat Abschrift des Protokolls vom
16. Februar 1898 zur Kenntnißuahme und mit dem Ersuchen
um Rückäußerung auf die gestellte Anfrage.