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Zeichensprache der Taubstummen

Full text : Berliner Sittenbilder / Kretzer, Max (Public Domain)

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verlange, geschieht es einfach, weil die junge Dame
dort sehen soll, daß ein schlichter Arbeiter zuzeiten
mehr Anstand und Höflichkeit besitzen kann als der
großspurigste Herr. Aber weit gefehlt, wenn Sie
glauben, mich dadurch einzuschüchtern. Ich frage
Sie noch mal, ob Sie's verantworten können, daß
Sie vor einer Viertelstunde meine Anna aus dem
Kontor hier hereinzulocken wußten, ihr gewaltsam
den Brillantring da aufsteckten, ihr das Armband
und noch viel mehr schenken wollten, ihr das Leben
einer großen Dame mit seidenen Kleidern und
Equipage vorgaukelten, wenn sie so freundlich sein
wollte, Ihre Geliebte zu werden, und das noch
nebenbei so, neben der ehrenwerten jungen Dame
dort, wenn dieselbe nächstens Ihre Frau werden
sollte. Herr, ich frage Sie, ob Sie das mit Ihrem
Gewissen vereinen können — stehen Sie Rede, oder —“
Ein markerschütternder Schrei der jungen Dame
drang zu mir herein, dann rief sie: „O, ich bin
betrogen, schändlich betrogen. O, meine armen
Eltern, ich —“. Die Stimme erstarb in einem krampf⸗
haften Schluchzen.

Dann hörte ich, wie eine Schublade aufgezogen
wurde. Ein Schuß dröhnte durch das Zimmer.
dem ein zweiter und ein dritter folgte.

„Benno, ich bin getroffen ... ich war dir doch
noch gut ... trotz — alle — dem“, stammelte
gleich darauf die junge Dame mit ersterbender
            
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