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Straße einen Weg, der den Engpaß der Potsdamer und
Leipziger Straße überhaupt nicht berührt. Wenn
die „Erwiderungen“ sagen können, daß die Verlängerte Voßstraße
im Westen „in ein Gebiet ausmündet, dem das Bedürfnis nach
Straßenbahnen zurzeit gänzlich fehlt und auch. für die Zukunft wohl
niemals in größerem Umfang erwachsen wird“, so kann man nur
annehmen, daß die Absichten der Tiefbau-Deputation der G. B. S.
unbekannt sind. Die Verlängerung schafft eine neue direkte
Verbindung zur Potsdamer Brücke, zum Magde-
burger, Lützow-, Nollendorf-;; Wittenbergplatz us w.!
Und im Osten der Hausvogteiplatz. Dieser Durchbruch ent-
lastet den Engpass zwischen der Potsdamer Brücke und der Ecke
Leipziger und Mauerstraße um rd. 50%, des Straßenbahnverkehrs und
mit den andern Durchbrüchen zusammen auch um mindestens 50%,
des übrigen Straßenverkehrs.
Wenn nun für die Verkehrsentwicklung in zwei Jahrzehnten be-
züglich der südlich des Potsdamer Platzes liegenden neuen Straßen der
Einwand *) gemacht werden sollte, daß die erzielte Entlastung dann nicht
genügt, so kann auch südlich der Leipziger Straße in ihrer unmittelbaren
Nähe ein neuer durchgehender großer Straßenzug geschaffen werden.
Zu diesem Straßenzug sind nämlich bereits Ansätze vorhanden,
nämlich die Prinz Albrecht- und die Eichhornstraße. Die Endpunkte
dieser beiden Straßen sind noch nicht 300 m von einander entfernt,
für den Fußgängerverkehr sogar nur 140 m, da in Verlängerung der
Eichhornstraße ein Fußgängertunnel unter dem Potsdamer Bahnhof
bis in die: Köthener Straße durchgeführt ist.
*) Dieser Einwand stützt sich etwa auf folgende Gründe:
|. Der Weg über die neue Köthener Brücke ist etwas gewunden.
2. Der große Durchbruch unter dem Potsdamer Außenbahnhof zwischen der
Kurfürsten- und der Schöneberger Straße liegt zu weit ab vom Potsdamer
Platz, denn der damit geschaffene neue direkte Straßenzug bleibt am
Askanischen Platz immerhin noch 650 m vom Potsdamer Platz entfernt.
{Er liegt damit aber immer noch etwas näher als die geplante Unter-
straßenbahn Unter den Linden, die die Leipziger Straße gemäß den „Er-
widerungen“ entlasten soll.)
Die neuen Wege kommen dem inneren Verkehr des Gebietes, das etwa
zwischen dem östlichen Teil der Lützowstraße und der Mauerstraße liegt,
kaum zugute.
4. Der Straßenzug der Zimmerstraße und Prinz Albrecht - Straße, der wegen
seiner unmittelbaren Nähe in erster Linie zur Entlastung der Leipziger
Straße berufen wäre, läuft sich nach wie vor gegen Westen tot.
Eine gewisse Berechtigung dieser Einwände kann teilweise nicht bestritten
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werden.
‘Sie sind sämtlich. darauf zurückzuführen, daß für das Gebiet südlich des
Potsdamer Platzes nicht der ganz .nah benachbarte Parallweg erzielt
wird, wie es für das nördlich liegende Gebiet in der verlängerten Voßstraße
der Fall ist. Es muß also versucht werden, auch hier einen unmittelbar benach-
barten Straßenzug zu schaffen