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„Gott sei Dank?“ fragte Dr. Hartkopf, seine Nachbarin
scharf ansehend, „Gott sei Dank? Sind die Arbeiter
Aussäßige, daß Sie sagen: Gott sei Dank?“
„Mein Gott!“ entgegnete Frau Gertrud erröthend,
„ih s<heue mich doch nicht vor den Leuten, ich meine diese
doch nicht! J< meine natürlih die Schmußerei überall,
die Unruhe und Unordnung, die sol<e Arbeiten mit sich
bringen !“
Dr. Erwin lachte kurz und heiser. „Ja, es giebt
j<mußige Arbeiten in der Welt und solche, die sie ausführen
müssen! Und anstatt dies einzusehen und gerecht
gegen sie zu sein, sagt man Gott sei Dank, wenn man sie
los wird! Das ist die richtige Höhe, das ist die Art des
Kapitaliämus! So ist's richtig !“
„Es ist meiner Frau gar nicht eingefallen,“ brauste
Wackernagel auf, „irgendwie die Ehre dieser Leute angreifen
zu: wollen oder Jhre Parteirichtung, Dr. Hartkopf,
dadurch zu verlezen! Natürlich, wenn Sie alles verdrehen,
überall Beleidigungen wittern, dann ist es kein Wunder,
wenn aus einer Mücke ein Elephant wird. Sie, die sich
die Freunde des Volkes nennen, sind durch Ihre Lust am
Täuschen, an Wortfechtereien, an Gehässigkeit in Wahrheit
seine größten Feinde!“
„Ach!“ sagte Dr. Erwin mit höhnischem Lachen,
„aber Sie, der Fabrikbesizer, Sie sind der wahre Volksfreund,
was? Sie umschlingen das Volk mit Ihrer Liebe,
natürlich, etwa wie die Schlange ihr Opfer, daß dem geliebten
Gegenstand dabei der Athem ausgeht.“
„Der Vergleih paßt auf Sie,“ entgegnete Wackernagel,
„denn das Geld, das die Leute sauer bei uns ver-