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Volume Stück 14, 12. März 1932 Sicherung von Sprengstoffvorräten

Full text: Amtsblatt für den Landespolizeibezirk Berlin (Public Domain) Issue 1932 (Public Domain)

Wiederaufnahme des Betriebes wieder ausgehän-= gelagerten Sprengstoff übernimmt. und das in 8 8 
digt werden um Ab]. 2 a.a.O. vorgeschriebene Berausgabungsbuch 
4 Die in dem Sprengstofferlaubnisschein festzu- für den gesamten in dem Lager vorhandenen 
setzenden Bezugsmengen und die für Spreng-= Sprengstoff verantwortlich führt. 
[stofflager festzusebenden Höchstlagermengen 7. Es ist vielfach üblich, den gesamten Tages- 
[ind auf das allernotwendigste Maß zu beschränken. bedarf an Sprengstoffen bei Schichtbeginn aus dem 
Die für bestehende Sprendstofflager festgosebten Sprengstofflager zu. entnehmen und bis zum Ver 
Höchstlagermengen sind unverzüglich nachzuprüfen brauch in sogenannten Cageslagern in. der 
und nötigenfalls herabzusetzen. Nähe der Berwendungsstelle aufzubewahren. Da 
5. Es ist wiederholt föstgestellt worden, daß diese Lager meist nur behelfsmäßig eingerichtet und 
frühere Inhaber von Sprengstofs-= nicht mit widerstandsfähigen Sicherungen versehen 
erlaubnissc<heinen auch nach Rückgabe des sind, dürfen Sprengstoffe in ihnen nur solange ver- 
Scheines noch im Besitze von Sprengstoff waren. bleiben, wie sie unmittelbar beaufsichtigt werden 
Um solchen Gosetzwidrigkeiten vorzubeugen, ist bei können. Sprengstoffe. die nicht aufgebraucht wor= 
Rückgabe jedes Erlaubnisscheines von dem bis= den sind, sind am Schlusse der Arbeitszeit wieder in 
herigen Inhaber nach eingehendem Hinweis auf die das Sammellager zurückzubringen. In Betrieben, 
Strafbestimmungen des Gesetzes gegen den ver- die ihren Sprengstoff in weiter entfernten Sammel- 
brecherischen und gemeingefähriichen Gebrauch von lagern aufbewahren -- vgl. Ziffer 6 dieses Cr- 
Sprengstoffen vom 9. Juni 1884 eine schriftliche lasses --, ist auf die Durchführung dieser Anord= 
Erklärung zu fordern, daß er keinerlei Sprengstosfe nung besonders zu achten; hier wird die Rückfüh-= 
oder Sprongkapsjeln mehr besitzt. Nötigenfalls ist rung des Sprengstoffes oft mit größerem Zeitverlust 
die Richtigkeit dieser Erklärung durch die Polizei verbunden sein. so daß ein größerer Anreiz besteht, 
nachzuprüfen. den Sprengstoff auch außerhalb der Arbeitszeit in 
6. Eine große Anzahl von Sprengstoffdieb= den behelfsmäßigen CTageslagern zu belassen. 
fiählen ist darauf zurückzuführen. daß es unterlassen 8. Die zur vorübergehenden Aufbe=- 
worden war, die Sprengstofflager in sfill- wahrung beschränktfer Mengen von 
gelegfen Betriebenbeoi der Stillegung Sprengstoffen etwa zugelalsenen Örtlichkeiten 
zu räumen. Die Ortspolizeibehörden haben deshalb sind bis auf weiteres in höchstens vierwöchigen 
im Einvernehmen mit den zuständigen Gewerbe= Zwischenräumen. die Sprengstofflager in Zeit- 
räten dafür zu sorgen, daß Sprengstofflager in Be= abständen von höchstens 3 Monaten durch die Orts- 
trieben, die stillgelegt werden sollen, noch vor der polizeibehörde zu besichkigen. Die Abstellung 
Stillegung des Betriebes geräumt werden. Ist die von hierbei vorgefundenen Mängeln ist sofort zu 
Unterbringung der seither dort gelagerten Spreng= veranlassen. nötigenfalls ist die Zurückziehung. des 
stoffe in ein anderes genehmigtes Lager nicht mög= Sprenastofferlaubnisscheines bei dem zuständigen 
lich, jo muß der Sprengstoff vernichtet werden. Gewerberat zu beantragen. Die Vornahme dieser 
Nach der Stillegung darf sich in dem Lager des Besichtigungen ist bei 'der Polizeibehörde in ein 
stillgglegten Betriebes keinesfalls noch Sprengstoff Werzeichnis einzutragen, das den Tag der Bosichti- 
befinden. gung, den Namen des Sprenastofferlaubnisschein- 
Die Übersicht über die Sprengstofflager und Inhabers. den Revisionsbefund und den Namen 
ihre Beobachtungsmöglichkeit werden dadurch sehr des besichtigenden Boamten enthalten muß. Die 
beeinträchtiat, daß für jeden auch noch so kleinenBe- Polizeiaufsichtsbehörden haben diesen Verzeichnissen 
trieb ein besonderes Lager angeleat zu werden gelegentlich der regelmäßigen Kontrollen der Orts- 
pflegt. Es ist anzustreben, daß in Sällen, in denen polizeibehörden ihre besondere Aufmerksamkeit zu- 
mehrere derartige Betriebe, 3. B. Steinbrüche, in zuwenden. 
geringen Entfernungen voneinander betrieben wer= Soweit den Ortspolizeihehörden für die periodi- 
den, die Unternehmer benachbarfer Be= schon Nachprüfungen der Sprenqstofflager und der 
triebe ein gemeinsames Lager einrichten, behelfsmäßigen Aufbewahrungsorte Polizeibeamte 
in dem sie die in den angeschlossenen Betrieben bo= nicht zur Verfügung stehen, können die Ortspolizei- 
nötigten Sprengstoffe einlagern. Die zuständigen behörden Landjägereibeamte heranziehen. Diese 
Behörden haben bei der Errichtung solcher Sam= Beamten sind aber außerdem berechtigt und ver- 
mellager darauf zu achten, daß für das Lager eino pflichtet. aus eigener Entschließung gelegentlich 
Stelle gewählt wird, die gut beobachtet werden ihres Streifendienstes solche Nachprüfungen vor- 
kann, daß aber andererseits die Wege, die von dem zunehmen. 
Qager zu den einzelnen Betrieben zurückzulegen Bis zum 1. April 1932 hat eine außer- 
sind, nicht so lang und unübersichtlich sind, daß durch ordentliche Prüfung der Sprenastofflager 
den CTransport der Sprengstoffe zu den Betrieben [sowie der Lager stillgelegter Betriobe stattzufinden. 
eine neue Gefahr entsteht. Voraussetzung für die Alle mit dieser Prüfung beauftragten Beamten 
Anlegung von Sammellagern ist, daß der Lager- --- staatliche und kommunale Poklizeiboamte und 
inhaber die Berantwortung für den gesamten dort | Landjägereibeamte -- sind vorher über die tech- 
S&
	        
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