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Meine Freunde sagen: Nun sehen Sie einmal, warum Sinleitung.
thun Sie das? Warum wollen Sie eine Theaterbrochüre
schreiben? Glauben Sie no<, der Sie den Schwindel nun
gründlich kennen, daß Sie auch nur ein Versaßstück auf der
Bührie damit verschieben werden? Die Bühnenmenschen, die
Ihre Schrift besonders angeht, werden sie nicht kaufen, und in
den Zeitungen werden die Kenner Sie als Phantasten oder als
gräßlichen Nörgler hinstellen.
Und Einer von ihnen wies mich auf Hebbels Aufsäße, Hebbel über vas
wo ich lesen konnte: „Wer über das deutsche Theater ein ernstes demts<e Theater.
Wort zu sprechen unternimmt, der kommt den Meisten so vor,
als ob er über eine Kinderklapper philosophische Betrachtungen
anstellen oder, wie Swift, über einen Besenstiel predigen wolle.
Die Zeiten sind vorüber, wo man mit Schiller übereinstimmte,
wenn er in jugendlichem EnthusiaSmus die Schaubühne für eine
moralische Bildungsanstalt erklärte, und den Histrio, nachdem
man ihm lange genug den Zutritt in anständige Gesellschaft
verweigert, ja das ehrliche Grab auf dem Kirchhof bestritten
hatte, als den Hohenpriester der Humanität zu ehren anfing,
von dem man die ästhetische Läuterung der Menschheit erwartete,
da die ethische, trogß Mosen und den Propheten, mißglüct war.
Auch die Zeiten sind vorüber, wo das Theater, wenn man ihm
auch nicht mehr einen erhöhten Mittelplag zwischen Kanzel und
Katheder anwies, do< noch für die illuminirte Uhr gehalten
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