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Volume Sonderausgabe Nr. 1, 23. Januar 1929

Full text: Amtsblatt für den Landespolizeibezirk Berlin (Public Domain) Issue1929 (Public Domain)

zeilichen Erlaubnis. Zwei- und mehrspännige Wagen b) Die Vorschriften unter a) finden auf das Ankoppeln 
müssen mit Kreuzleine gefahren werden. oder „Anhängen von Fuhrwerken, die infolge einer 
(8) Zum Zug untaugliche Tiere, insbesondere auch Beschädigung abgeschleppt werden müssen, keine An- 
lahme, aWisestiehene Tiere, sowie Tiere, die äußerlich er- wendung. : | 
kennbare Leiden (Wunden) haben, dürfen zur Bespannung c) Die Verbindung zwischen den Fuhrwerken muß so 
nicht verwendet werden*). Hengste und bissige Zugtiere kurz gehalten sein, daß durc das angehängte Fuhr- 
müssen mit Maulkorb versehen sein. Schläger dürfen wer? der übrige "Verkehr durch Schleudern und dal. 
weder im Gespann verwendet, no<&h lose mitgeführt werden. nicht Sefärdet we gp ein Seteppfeil vennendei. 
(9) Rindvieh zum Ziehen zu verwenden, ist nicht ge- Z m 3 ; 
stattet. Ausnahmen bedürfen der polizeilichen Erlaubnis. Strohtränge, Lappen oder dal. besonders kenntlich) zu 
(10) Schellen, Geläute und sonstige ständi wirkende 
Geräuschvorrictungen sind 8 mn Das Verbot gilt 4) Angehängte oder angekoppelte Fuhrwerke müssen mit 
niht für Sclitten**). einem Begleiter beseßt sein, der die Bremse und eine 
(11) Herrscht Winterglätte, so müssen die Zugtiere mit vorhandene Lenkvorrichtung zu bedienen hat. . 
scharfen Hufeisen oder ähnlichen Einrichtungen versehen e) In allen Fällen muß in Schrittgeschwindigkeit ge- 
sein. Scharfe Hufeisen können, wenn die Glätte plößlich fähren werden. 
eintritt, au< unterwegs dur& Einschraubung geeigneter (2) Zug- und Reittiere, die nicht eingespannt find 
Stollen, die lose mitzuführen sind, hergestellt werden. und nicht geritten werden, dürfen auf Hauptverkehrs- 
(12) Zugtiere dürfen nur in verkehr8armen Straßen ein- wegen (vgl. 8 21) nicht von einem Fuhrwerk aus mit- 
gefahren werden. geführt werden. In anderen Straßen ist die Mitführung 
+) Wegen der Hunde vgl. 8 46. hinter dem Fuhrwerk gestattet. Die Tiere müssen an die- 
.-.) Val. 5 25 (10)- sem- kurz angebunden sein. 
8 29 (3) Ausnahmen bedürfen der polizeilichen Erlaubnis. 
W 3 äm d Kraftfab 
Anforderungen an den Führer val. 88 32 tführens von Anbängern duns Masehräeuge 
(1) Jedes bespannte Fuhrwerk muß während der Fahrt 
einen zur selbständigen Leitung tauglihen Führer haben. 8 32 
(2) Die Leitung von Fuhrwerken ist Personen ver- Haltende und parkende Fuhrwerke 
boten, die das, 15. Lebensjahr noch mimt vollendet aben (1) Haltende oder parkende bespannte Fuhrwerke dür- 
) Die Leitung von Fuhrwerken ist ferner solchen 7, niht ohne Aufficht bleiben. Die Aufsichtperson hat 
Personen verboten, die wegen körperlicher oder geistiger fic) auf oder neben dem Fuhrwerk aufzuhalten. 
Mängel oder wegen Trunkenheit zur sicheren Führung nicht (2) Au3nahmen sind nur für kurze Zeit gestattet. In 
imstande find. . . 
4) werfonen, denen die Aührung verboten 1, dauf fe Beg angepogen Niven. Dei Nähte ader feucher Wit 
auc< nicht übergeben oder belassen werden. | .. . . . 
(5) Ungeeigneten Bersonen, inshesondere solchen, die terung sind die Zugtiere ausreichend zuzude>en. 
wiederholt wegen Übertretung verkfehr3polizeilicher Vor- (3) Das Absträngen der Zugtiere darf nur auf der 
säriften bestraft sind; kann die fetbflänbige Filkrung ve Deipfeischie erffgen ten (EEE eifen =SefrweEt 
ponnter Fuhrwerke dauernd oder tweise untersa - 7 arken eines unbespannien Fn 
werden. Fu he: R gestattet -oder seine Entfernung aus zwingenden Gründen, 
3. B. wegen eines Unfalles, nicht möglich, müssen Deichsel 
8 30 und Sherbäume entweder abgenommen oder hodcgerichtet 
Leitung der Fuhrwerke und festgemacht sein. Bei Dunkelheit und starkem. Nebel 
....: 5 < muß an der der Fahrbahn zugekehrten Seite des Fuhr- 
Fü (1) Soweit ein Führersik vorgeschrieben ists). hat der m. eine mie eee kehrten werden. deren 
il rex Zesen "mit Beginn der. „Jahrt einaunebmen. + Qicht von vorn und hinten deutlich wahrnehmbar ist. Kann 
EREN erzweeken Det Auffihen auf er Deich- die Deichsel nicht abgenommen oder hochgeschlagen werden, 
sel ist verboten. * so ist eine Laterne an der Deichselspike und eine zweite 
(2) Das Verbot, neben dem Fuhrwerk herzugehen, gilt hinten am Fuhrwerk anzubringen. 
nicht bet Glätte und auf stark ansteigenden Straßen, soweit (5) Der Führer eines Fuhrwerks hat Steine oder 
diese nicht Verkehrsstraßen erster Ordnung sind. andere Bremsmittel, die er nah dem Anhalten „unter die 
(3) Die Zügel sind während der Fahrt so straff zu Räder gelegt hat, vor dem Weiterfahren unverzüglich von 
halten, daß der Führer das Gespann ständig in der Gewalt der Fahrbahn zu entfernen. 
hat. Die Peitsche muß so gehalten werden oder so ein- 
gefte>t fein, daß weder Rersonen belästigt, noc Fahrzeuge 8 33 
behindert werden können. Jedes überflüssige Schlagen d werksvert vd 
und jedes Knallen mit der Peitsche it verboten. Son arbestimmungen für den Fuhr erkäverfehr ver 
4 ä lichkeit, 
aber 4 Sobard die Verhältnisse der Ortiicteik de 4 Berfchre (1) Interessentenwege für land- und forstwirtschaftliche 
Wirksamkeit zu seben Betriebe, die lediglich dem Verkehr zu und von den Grund» 
» Bo. 860. stüden dieser Betriebe dienen, gelten nur dann als 
Straßen im Sinne des 8 1 (1) dieser Poiizeiverord» 
8 31 nung, wenn andere Interessenten durch Nichtbefolgung der 
Anhängen unbv Ankoppeln an Fuhrwerke. Mitführen nicht vorstehenden Bestimmungen erheblich geschädigt werden. 
eingespannter Tiere (2 In den Ortsteilen mit rein ländlichem Charakter 
(1) Für das Mitführen eines angehängten oder an- finden die Bestimmungen der 88 25 (6 und 9), 29 (2), 
gekoppelten Fuhrwerkes*) gelten folgende Bestimmungen: 30 (1), 31 (1) Ziff. d und 45 (1 und 2) dieser Polizei- 
a) Verkehröstraßen 1. Ordnung dürfen nicht befahren verordnung keine Anwendung. Die Bestimmungen des 
werden. In der Zeit von 8 bis 19 Uhr ist auch das 8 23 (11) finden nur insoweit Anwendung, als es sic nicht 
Kreuzen dieser Straßen unzulässig. um die Beförderung von Jauche und Dung handelt. 
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