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Full text: Lucie Höflich / Thiess, Frank (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

m Weibsteufel, Rose Bernd, Pfarrhauskomödie DI 
fomödie“, wie den Weibsteufel in Sc<önherrs Drama, wie 
die Rose Bernd in Gerhart Hauptmanns untragischem 
Schauspiel. Sie erfaßt sofort die musikalis<e Gleichge- 
gestimmtheit dieser Charaktere, seßt mit dem ersten Ton 
wundervoll klar ein und belebt sie in einem Maße, daß 
iman glaubt, nur in diese Rolle sei sie hineingeboren. Doch 
darüber wird später im einzelnen zu sprechen sein. Zunächst 
sticht noc<h eine andere Erörterung offen: Die Varigbilität 
der Form, in welcher dieses Weltgefühl sich äußert. J< 
meine damit nicht die Rolle, die sich demgegenüber nur 
als Zufälligkeit darstellt, sondern das besondere So-sein ihrer 
Erscheinung, das erst die Gestalt zu einer persönlihen macht. 
Denn wenn Lucie Höflich, sagen wir einmal, die Irma 
Prechtl spielt, so ergeben sich für die philosophische Dur<- 
dringung dieser Leistung zwei Einstellungen. Einmal ist es 
vermöge ihrer künstleris<en Werwandlungsfähigkeit in der 
Tat Irma Prechtl, die wir da sehen, d. h. Lautensa>s Ge- 
s&> 2 5f oder, wenn das nicht bis in die leßte Nuance stimmen 
soute, der in dieser Komödie so und so begrifflich zu er- 
fassende Charakter „Irma Prechtl. Zweitens aber ist es 
Lucie Höflih. Lucie Höflich al s Irma Pre<tl. Und je 
vollendeter das Spiel ist, umsomehr wird man fühlen, daß 
n ur Lucie Hösflich so spielen kann. 
Die Frage, ob dies nicht ein unlösbarer Widerspruch sei, 
der nur auf einer dialektisch zugespikten Dualisierung einer 
an sich einheitlich geschlossenen Erscheinung beruht, ist zu
	        
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