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Full text: Lucie Höflich / Thiess, Frank (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

E Lucie Höflich 
Grades, d. h. eine primäre, schöpferische Kraft zu erblien. 
Daraus ergibt sich nun eine unumgängliche Stellungnahme 
zu ihr, niht mehr im Besonderen zu ihr als Mensc< oder 
Darstellerin, sondern zu ihr als einem so und so gerichteten 
geistigen Kompler, 'gus dem dann erst der Sinn ihrer 
Existenz begriffen, das Bleibende in der wechselvollen Er- 
scheinung ihrer Rollen herausgehört werden kann. 
Überall, wo wir im Gebiete der Kunst eine schöpferische 
Potenz feststellen können, wächst mit ihren Emanationen gleich- 
zeitig und immer deutlicher ein bestimmtes Weltgefühl ans 
Licht. Es ist shon im Keim in die Seele des Menschen 
frühzeitig gesenkt, mit Goethes Worten „geprägte Form, 
die lebend sich entwielt“, und kann unmögli<h dur< eine 
anders gerichtete Erziehung, besondere Lebenszufälle usw. 
in seiner inneren Ausgestaltung gehemmt werden. Es ist 
im Gegenteil in einer niht näher zu beschreibenden Weise 
mit dem Scisal dieses Menschen verbunden, und gerade 
die sogenannten Lebenszufälle werden in ihren Wurzeln un- 
[öSbar mit seinem Weltgefühl zusammenhängen. Ja, es 
ist durchaus denkbar, daß die äußere Form des Lebens sich 
in schroffen Gegensaß zu diesem Urempfinden stellt und 
gleichwohl das Leben des Menschen innerlih mit ihm zu- 
sammenhängt. Daß Goethe na< Weimar kam, war, ober- 
flächlich angesehen, ein Zufall mit großen Folgen. In Wirk- 
lichfeit war es das ganz und gar nicht, und es wäre grund- 
falsch, wollte man behaupten, daß Weimar erst die Lebens-
	        
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