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Full text: Albert Bassermann / Ihering, Herbert (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

30 Albert BasSsermann 
Wenn Egmont Bassermanns leuchtendste, so ist Mephisto 
Bassermanns sprühendste Nolle. Er ist ein theaterhistorisches 
Beispiel dafür, wie der Naturalismus Milieu, Zustand, 
Vorgeschichte, Psychologie auch in die klassische Rolle hin- 
einreißt, und = in einem ungewöhnlich glü>lihen Grenzfall 
- do< die Linie der Dichtung herauszuheben vermag. 
Um sic< mit dem Mephisto auseinanderzuseßen, nimmt 
Bassermann das Wort als Hemmung, das durc< Spiel 
überwunden werden muß, und dichtet alle sprachlichen 
Pointen in mimische Pointen um. Beim ersten Auftritt 
in Faustens Stube läßt Bassermann den Mephisto noch 
nicht sicher und fest auftreten, weil er Faust noh nicht besikt. 
Er sieht sich um, er spürt die Gelegenheit aus. Er sc<nüffelt 
in allen Een: er ergreift Besit vom Raume, von der At- 
mosphäre, in der Faust atmet. Zugleich aber ist Mephisto 
gedrückt und unruhig: er kann nicht hinaus. Diese Be- 
weglichfeit soll den Worten ihre Eindeutigkeit nehmen. Me- 
phisto exponiert sich nicht selbst. Wie etwas Gleichgültiges 
spricht er seine Säke nebenher. Er sicht Faust nicht an, 
seine Augen gleiten an den Wänden empor. Und nur der 
vereinzelte Bli>, der zu Faust springt, verrät Mephistos
	        
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