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Full text: Albert Bassermann / Ihering, Herbert (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

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Darstellers spüren. Nic<ht indem es Biographisches 
oder Anekdotishes für das Werständnis des mimischen 
Werkes nußbar macht, sondern indem es divinatorisch auf die 
Lebenskräfte vorstößt, die in der Rolle neue Bindungen ein- 
gegangen sind. Aus dem Rhythmus der geschaffenen Ge- 
stalt den Erlebniginhalt abzulesen, der als Rohstoff nötig 
war, um die Intensität dieser Melodieführung zu ermöglichen 
= das ist die edelste Aufgabe einer produktiven Kritik. 
Einer Kritik, die nicht mit philologischer Neugier in den Er- 
eignissen des äußern Lebens nach Hinweisen auf das Werk 
sucht, sondern aus dem Energiestrom des Werkes die inneren 
Erfahrungen abliest, die in der Gestaltung verbrennen. Nur 
als Intensitätsquelle hat das Leben des Darstellers für das 
Werk Bedeutung. Nur als Intensitätsquelle hat es für 
das Urteil Bedeutung.
	        
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